Braucht Deutschland eine Atombombe?

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Braucht Deutschland eine Atombombe?

Beitragvon kps » Freitag 27. Januar 2006, 06:56

(Matthias) Das Thema „Atombombe“ beherrscht in diesen Tagen die Medien. Während der Iran mit der westlichen Welt im Clinch liegt, hat der französische Präsident Jaques Chirac angekündigt, im Angriffsfall seine atomaren Bomben einzusetzen. Nun stellt ein deutscher Politiker die Frage, ob wir in Deutschland nicht auch eine eigene Atombombe brauchen, um uns zu schützen.

Rupert Scholz heißt der Mann, der diese Diskussion aufgeworfen hat. Er war in den Jahren 1988 und 1989 Verteidigungsminister unter Helmut Kohl und gilt als renommierter Staatsrechtler und Kommentator des Grundgesetzes. Nachdem Kanzlerin Merkel Chirac und seine Drohung als legitim verteidigt hatte, stößt Scholz nun eine Debatte an, die in Deutschland bisher als Tabu galt. Brauchen wir in Deutschland eine eigene Atombombe, um uns vor Terrorangriffen zu schützen?

Scholz kennt sich aus in der Verteidigungspolitik, aber auch in der deutschen Geschichte. Als Oberbefehlshaber der Bundeswehr war er in den letzten Jahren des Kalten Krieges im Amt und ist sich der Brisanz seiner Aussagen durchaus bewusst: „Ich bin mir völlig darüber im Klaren, dass ich mit dieser Frage ein Tabu anspreche. Aber im Lichte der Gefahr, dass nukleare Massenvernichtungswaffen auch in die Hände von Terroristen geraten können, müssen wir diese Frage ernsthaft diskutieren.“ Außerdem erinnerte Rupert Scholz daran, dass Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg auf das Entwickeln und Bauen einer eigenen atomaren Bombe verzichtet hatte, „da wir uns unter den nuklearen Schutzschirm der Amerikaner und der Nato begeben konnten.“ Scholz führte weiter aus, dass die Strategie der atomaren Abschreckung und die damit verbundene Schutzgarantie für Deutschland durch die Westmächte während des Kalten Krieges ganz gut funktioniert hatte... (weiter siehe Fortsetzung)

Fortsetzung und Quelle: http://www.giga.de/index.php?storyid=130098
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Beitragvon kps » Freitag 27. Januar 2006, 06:58

Vom Sinn und Unsinn deutscher Atombomben

Von Florian Güßgen (Stern)

Der Vorschlag von Ex-Verteidigungsminister Scholz, Berlin solle darüber nachdenken, sich Atomwaffen anzuschaffen, ist nicht völlig abwegig - theoretisch. Nur in der politischen Wirklichkeit ist er Unfug.

Vor etwas mehr als zehn Jahren gab es in den USA eine faszinierende Debatte. Jeder Staat solle Atomwaffen haben, forderte da ein renommierter kalifornischer Politik-Professor namens Kenneth Waltz provokativ. Das würde die größtmögliche globale Sicherheit gewährleisten. Der Gedankengang des Mannes war klar und schlüssig: Kein Regierungschef - und sei er auch noch so radikal - greife einen Staat an, der Atomwaffen habe, weil er dann fürchten müsse, selbst binnen kürzester Zeit vernichtet zu werden. Das aber wolle, dem staatlichen Selbsterhaltungstrieb entsprechend, niemand riskieren. So funktioniere das Prinzip der Abschreckung - und der Kalte Krieg habe historisch gezeigt, dass es tatsächlich Krieg verhindern könne. Waltz, der hier nur grob wiedergegeben wird, schlussfolgerte daraus die Notwendigkeit einer Kehrtwende in der nuklearen Nichtverbreitungs-Politik.

Irre Generäle als Fehlerquellen
Dieser Theorie widersprach ein jüngerer kalifornischer Professor namens Scott Sagan. Nein, nein, sagte Sagan, das funktioniere so nicht. Selbst wenn Staats-Chefs sich immer so rational verhielten, wie Waltz es voraussetze, gebe es unkontrollierbare Fehlerquellen. Herrscher, so Sagan, hätten ihre eigenen Läden nicht immer so im Griff, dass Versehen mit schlimmen Folgen verhindert werden könnten. Vielleicht drücke ein irrer General auf den roten Knopf oder bei der Wartung der Atomwaffen gehe, recht banal, etwas schief, was dann eine nukleare Vernichtungskette auslösen könne. Kurz: Sagan argumentierte, die Risiken der grenzenlosen nuklearen Verbreitung seien zu groß, weil die reale Welt der Theorie einfach nicht entsprechen wolle... (Weiter siehe Fortsetzung)

Fortsetzung und Quelle: http://www.stern.de/politik/deutschland ... 346&nv=rss
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Beitragvon svenk3 » Mittwoch 21. März 2007, 09:47

So wa sdie so sagen, jeder Staat söllte A-Waffen haben, das wäre die größte Sicherheit....Keiner söllte welche haben, das wäre richtig
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Re: Braucht Deutschland eine Atombombe?

Beitragvon Mattzz » Mittwoch 21. März 2007, 10:13

kps hat geschrieben:Zitat Scholz:...da wir uns unter den nuklearen Schutzschirm der Amerikaner und der Nato begeben konnten.“ Scholz führte weiter aus, dass die Strategie der atomaren Abschreckung und die damit verbundene Schutzgarantie für Deutschland...


Und daran hat sich doch bisher nichts Grundsätzliches geändert ?!
Und selbst ohne den 'Schutzschirm der Amerikaner' wäre die französische 'Force de Frap' schließlich auch noch da...
Solche abstrusen Profilierungsthesen ala Scholz finden doch sonst nur im 'Sommerloch' statt...
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Beitragvon Henry » Mittwoch 21. März 2007, 17:02

Atombomben ? Absoluter Unsinn !! Grundsätzlich nützt eine Atombombe im Verteidigungsfall nichts, man kann sich damit nicht verteidigen, nur zurück schlagen !!
Was wäre wenn nun so ein Schurkenstaat eine Atombombe einsetzen würde ? Gegen wen ? Er würde auf jeden Fall eine Menge schaden anrichten, massenhaft Menschen töten und einem Teil der restliche Welt einen Grund geben den Schurkenstaat restlos zu vernichten, mit oder auch ohne Atombomben !!
Was ist mit Theoristen ? Kann man einen Selbstmörder durch Androhung von Tötung daran hintern sich umzubringen ??
Wenn der Irak oder ein Terrorist in Europa eine Atombombe platzen läst damit er, damit die Amis trifft, werden natürlich die Amis überlegen ob sie sich die Atombombe auf den Irak oder sonst wo hin sich sparen, schließlich ist Europa nicht die USA ! Also wen schon Atombombe, dann Richtung U.S.A damit es auch die trifft, die gemeint sind ! Dann sollte man unsere kompletten Bundes- und allen Landesregierungen einschließlich aller Beamten die keine hoheitlichen Aufgaben haben aber Wert darauf legen Beamter zu sein, ohne Schutzanzüge dorthin zum Aufräumen schicken wo so ein Terrorist eine Bombe hochgehen lies !!

Gruß Henry

O man bin ich krass drauf ! [--c--] [/P--]
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Beitragvon Silko » Mittwoch 21. März 2007, 18:26

Henry hat geschrieben: Dann sollte man unsere kompletten Bundes- und allen Landesregierungen einschließlich aller Beamten die keine hoheitlichen Aufgaben haben aber Wert darauf legen Beamter zu sein, ohne Schutzanzüge dorthin zum Aufräumen schicken wo so ein Terrorist eine Bombe hochgehen lies !!

Gruß Henry

O man bin ich krass drauf ! [--c--] [/P--]

Das scheint mir aber auch so!! Hast Du das immer, oder nur zwischen 6 und 7?? Nun gut, möglicherweise hat Dir ein Beamter, der keine hoheitlichen Aufgaben wahrnimmt, mal böses angetan und Du kannst ihm net verzeihen. Es sei Dir gegönnt.

Es geht doch seit 45 nicht mehr um den Einsatz der Bombe. Schon bemerkt?? Es geht nur um die Drohung als Druckmittel. Wer sie hat, sagt wie es geht, wer sie nicht hat, beugt sich dem Druck. Kein Staat der Welt würde sie einsetzen und kein Terrorist sie zünden. Wenn die das wollten, hätten die das schon längst getan.

Und schimpf nicht so auf unseren amerikanischen Freund. In ca. 2 Wochen werden wir uns wieder erinnern, was wir ihnen verdanken.
Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen. (Erasmus von Rotterdam)
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Beitragvon Mattzz » Mittwoch 21. März 2007, 18:42

Silko hat geschrieben:Kein Staat der Welt würde sie einsetzen und kein Terrorist sie zünden.

Im Prinzip hast Du recht. Trotzdem würde ich mich in Zeiten, in denen Fanatismus und Fundamentalismus unterschiedlichster Coleur sich zu einer neuen Hochkonjunktur aufschwingen, darauf nur sehr ungern verlassen...

Und unser amerikanischer Freund ist auch nicht mehr so ganz der Alte, seit er sein machtpolitisches Gegengewicht in Gestalt der Sowjets verloren hat.
Eine "ungebremste" Großmacht geht zuweilen befremdliche Wege...

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Beitragvon Michael aus G » Mittwoch 21. März 2007, 20:55

Ich habe keine Angst vor dem, der viele Atomwaffen haben will. Ich habe nur Angst vor dem der nur eine will... .
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Beitragvon hurryup » Dienstag 27. März 2007, 00:04

Ich glaube dass es nur im Kalten Krieg nicht wirklich um den Einsatz von Atomwaffen ging.Abschreckung war das Primaerziel. Heute sieht das wohl anders aus.

Wobei auch im Kalten Krieg bereits an "einsetzbaren" Atomwaffen geforscht wurde. Herausgekommen sind dabei sogenannte taktische Atomwaffen mit begrenzter Sprengkraft zur Zerschlagung generischer Panzerarmeen auf dem Schlachtfeld sowie zur Bekaempfung von maritimen Schlachtverbaenden wie strategischen Raketen-Ubooten, Landungsverbaenden oder Flugzeugtraegern.
Dann soll es ja auch die Rucksack-Atombombe fuer Commando-Operationen gegeben haben oder geben. Und ganz aktuell wird das Arsenal der US Streitkraefte ueberarbeitet (und nicht nur das der US Streitkraefte) und man ueberlegt lautstark, Mini-Nukes als sogenannte Bunkerbuster fuer gehaertete Ziele zu entwickeln. Zeitgleich wird die Herabsetzung der Einsatz-Schwelle dieser Nukes diskutiert.
Es gilt wohl: Je kleiner eine Atomwaffe,desto wahrscheinlicher ihr Einsatz.

Eine atomare Bewaffnung Deutschlands ist wohl nicht wirklich eine praktikable Frage. Zum einen technische Gruende (fehlende iinterkontinentale Traegersysteme, selbst Marschflugkoerper die dem Tomahawk vergleichbar waeren,gibt es nicht)
Und selbstverstaendlich waeren die europaeischen Nachbarn von der Idee nicht wirklich angetan,vor allem Frankreich und Grossbritannien duerften sich mit einem solchen Gedanken mehr als schwer tun.

Hier mal ein Beispiel fuer eine "kleene" Atom-Waffe:

http://fulda-gap.de/adm.htm

Gruesse

J
Wenn ich die Folgen geahnt hätte, wäre ich Uhrmacher geworden.

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Beitragvon Michael aus G » Dienstag 27. März 2007, 22:08

hurryup hat geschrieben:Eine atomare Bewaffnung Deutschlands ist wohl nicht wirklich eine praktikable Frage. Zum einen technische Gruende (fehlende iinterkontinentale Traegersysteme, selbst Marschflugkoerper die dem Tomahawk vergleichbar waeren,gibt es nicht)


Na, da bist du aber nicht auf dem neuesten Stand. :-)

Google mal unter: STORM SHADOW/SCALP EG & Taurus KEPD 350

Und ja, ich bin für die Bombe. Wenn jeder eine hat, will ich auch eine haben... :-)
Michael aus G
 

Beitragvon Volwo » Dienstag 27. März 2007, 22:25

hurryup hat geschrieben:Hier mal ein Beispiel fuer eine "kleene" Atom-Waffe:
http://fulda-gap.de/adm.htm
Gruesse J


Gutes Projekt, kann man auch mit kleinem Geld unterstützen:
http://fulda-gap.de/unterstuetzung.htm

malwerbungmachenderweise
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Beitragvon hurryup » Dienstag 27. März 2007, 23:11

@Michael aus G

Die europaeischen Entwicklungen sind mir schon bekannt.Die haben aber den Nachteil der geringen Reichweite von bis zu 350 km.Man kann mit den Teilen nur von Erfurt bis Berlin schiessen Oder ist das ein Vorteil wenn man an den alten Krieg zwischen Randsachsen und Berlinern denkt? frechgrins

Der Tomahawk hat eine maximale Reichweite bei Start aus Bombern von bis zu 2500 km,das macht dann schon eher Sinn mit einem nuklearen Sprengkopf. Ausserdem kann der Tomahawk aus jedem konventionellem Uboot mit 533er Standard Torpedo-Rohr verschossen werden(dann mit am hinteren Ende angebrachtem Feststoff-Booster,um aus dem Wasser herauszukommen)
Empfehle uebrigens das Luftfahrtmuseum San Diego/California,da gibts neben dem Tomahawk zum Anfassen auch eine Blackbird zu sehen(malwerbungmachenmuss)

http://hypertextbook.com/facts/2002/ShirleyCheung.shtml

Zum Vergleich: die ueberarbeitete V1 hatte eine Reichweite von bis zu 400 km bei einer Nutzlast von bis zu 850 kg.


@Volwo

Stimmt,sollte man echt unterstuetzen die Seite

Viele Gruesse
Zuletzt geändert von hurryup am Mittwoch 28. März 2007, 03:55, insgesamt 1-mal geändert.
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