Luftangriffe am 6. Februar 1945 - Gezielt oder Ausweichziele

Bereich für alle geschichtlichen Fragen und Diskussionen, die das Jonastal nicht direkt betreffen

Moderator: Under

Luftangriffe am 6. Februar 1945 - Gezielt oder Ausweichziele

Beitragvon kps » Donnerstag 30. Januar 2020, 16:24

Einige Autoren wollen uns immer wieder weiß machen, dass insbesondere einige Gebäude in der Umgebung am 6. Februar 1945 gezielt angegriffen wurden.

Hier findet hier eine etwas andere Sichtweise auf Grundlage der Angriffe auf Schmalkalden recherchiert.
-> https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangri ... hmalkalden

Hier ist eher von Sekundärzielen oder Gelegenheitszielen die Rede. Wie seht ihr das?

Der Angriff am 6. Februar 1945

An diesem Tag starteten die 1., 2. und 3. Air Division der 8. US-Luftflotte mit 1.383 (effektiv 1310) „Fliegenden Festungen“ vom Typ B-17 und 780 Begleitjäger vom Typ P-51 „Mustang“ zu Angriffen auf Ziele in Sachsen und (dem heutigen) Sachsen-Anhalt.[7] Der Himmel war bewölkt. Sekundärziele waren in Thüringen ausgewiesen. Die 457. Bombergruppe der 1. Air Division erhielt den Befehl, bei 4/5 und 5/5 Bewölkung Schmalkalden im Sichtflug als „Gelegenheitsziel“ anzugreifen. 33 B-17-Bomber warfen in fünf Minuten aus 2.000 bis 3.000 Metern Höhe 77 Tonnen Bomben ab. Die Lage des Bombenteppichs ließ darauf schließen, dass der Bahnhof das Hauptziel war. Doch trafen Bomben auch die Stadtmitte und den Südwesten der Fachwerk-Stadt (Altmarkt, Haindorfgasse, Entenplan, Sandgasse, Bahnhofstraße). Eine Vielzahl von Bomben fiel auch ins freie Gelände: in die Gemarkungen von Schmalkalden, Aue, Näherstille und zwischen Herrenbreitungen und Barchfeld. Insgesamt handelte es sich bei den auf die Stadt abgeworfenen Bomben um 3–5 Minenbomben (wohl hochexplosive Splitterbomben), etwa 400 Sprengbomben (zur Hälfte 227 kg, zur Hälfte 457 kg), 20 Brandbomben und 8 Blindgänger. Die Sachschäden waren erheblich größer, als beim ersten Angriff. Zur bombardierten Industrie gehörten eine Kranbau-Fabrik und je eine Werkzeug-, Besteck- und Metallwaren-Fabrik sowie das Städtische Gaswerk. Etwa 40 Wohngebäude wurden total zerstört oder wurden einsturzgefährdet, 140 waren mittelschwer betroffen. Zu den leicht- oder mittelschwer getroffenen öffentlichen Gebäuden gehörten das historische Rathaus, die Stadtkirche und die Totenkirche, die Thüringische Tageszeitung, die Reichsbank und das Landratsamt. Auch das mit Rotkreuz-Zeichen erkennbare Reservelazarett in der Berufsschule wurde bombardiert, ebenso wie die nächste Umgebung des Kreiskrankenhauses und der Gaststätte Wilhelmsburg (Reservelazarett). Die Freiwilligen Feuerwehren der umliegenden Orte halfen bei der Brandbekämpfung und bei der Bergung Verschütteter...

Andere südwestthüringische Orte, die am 6. Februar als „Gelegenheitsziele“ von der 1. Air Division bombardiert wurden, waren Ohrdruf, Eisfeld, Waltershausen, Friedrichroda und Steinbach-Hallenberg...


...und Arnstadt

VG
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5757
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Luftangriffe am 6. Februar 1945 - Gezielt oder Ausweichz

Beitragvon Augustiner » Samstag 1. Februar 2020, 13:29

Da müsste doch Helmut Wolf ("Erfurt im Luftkrieg 1939 - 1945") gut Auskunft geben können, denn er hat ja etliche Mikrofilme der Air Force Historical in sein Buch einfließen lassen ? Am 06.02.1945 verzeichnet er allerdings nur einen Jagdbomberangriff der USAAF auf Bindersleben.
Das Buch "Luftkrieg über Mittelthüringen 1944 - 1945" von Blankenburg/ Sinnecker gibt auch keinen Aufschluss.

Immerhin dürfte fest stehen, dass die USAAF die absolute Lufthoheit hatte; mein Onkel wurde über Schmira am 08.02.1945, 11.45 Uhr, abgeschossen (vgl. hier im Luftbildforum) und am 27.02.1945 wurde z.B. Röhrensee "platt" gemacht.
Ich gehe mal davon aus, dass es sich um "unser" Röhrensee handelt.

Und ja, Sekundärziele hatten "sie" immer.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Benutzeravatar
Augustiner
Moderator
 
Beiträge: 1975
Registriert: Samstag 15. Dezember 2007, 20:19

Re: Luftangriffe am 6. Februar 1945 - Gezielt oder Ausweichz

Beitragvon kps » Samstag 1. Februar 2020, 13:52

Röhrensee ist klar und betrifft Flugfeld TrÜbPl.

Bleiben wir beim 6. Februar 1945

OHRDRUF. Am 6. Februar 1945 war die Stadt Ohrdruf von Bomben getroffen worden.
Am 6. Februar jährt sich die Bombardierung Ohrdrufs zum 75. Mal. Im Gedenken an die Opfer, die Zerstörung und das Leid veranstaltet die Stadt Ohrdruf gemeinsam mit dem Kirchengemeindeverband Ohrdruf-Luisenthal zwei Gedenkveranstaltungen, teilt die Stadtverwaltung mit. So wird es am 2. Februar um 10 Uhr einen Gedenkgottesdienst in der Trinitatiskirche und am 6. Februar um 11.45 Uhr ein Friedensgebet am Michaelisturm geben.

200 Sprengbomben sorgten am 6. Februar 1945 in Ohrdruf dafür, dass acht Männer, 39 Frauen und 22 Kinder innerhalb weniger Minuten umkamen und über 90 Menschen verletzt wurden, davon 53 schwer. Mehr als 1000 Menschen wurden obdachlos, da 31 Häuser total zerstört und 338 Wohn-, Geschäfts- und öffentliche Gebäude beschädigt wurden. Dazu zählte auch die Michaeliskirche.


Quelle: https://www.thueringer-allgemeine.de/re ... 84505.html
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5757
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Luftangriffe am 6. Februar 1945 - Gezielt oder Ausweichz

Beitragvon kps » Samstag 1. Februar 2020, 13:53

Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5757
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Luftangriffe am 6. Februar 1945 - Gezielt oder Ausweichz

Beitragvon TÜP » Mittwoch 5. Februar 2020, 17:53

06. Februar 1945 - ein schwarzer Tag für Ohrdruf.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Gott hat nicht den Menschen erschaffen, sondern der Mensch erschuf Gott «nach seinem Bilde».
Benutzeravatar
TÜP
Jonastal-Guru
 
Beiträge: 3891
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 08:42
Wohnort: Ohrdruf

Re: Luftangriffe am 6. Februar 1945 - Gezielt oder Ausweichz

Beitragvon kps » Sonntag 16. Februar 2020, 15:03

Danke TÜP. Aktuell kann ich dazu nur sekundäre Quellen und Wiki Einträge auswerten.

Mit deiner Angabe des primären Ziels B habe ich noch ein kleines Problem. Es findet sich bisher nicht groß wieder.
Plan A = Mineralölwerke in Lützkendorf
Plan B = Berlin


Wie kann ich mir das vorstellen? Hatten die Flugzeugbesatzungen primäre Ziele und bereits auch fest definierte Sekundärziele? Also standen dann demnach Gotha, Arnstadt und z.B. Ohrdruf mit auf dem Plan C?
Oder konnten die Besatzungen sich spontan selbst Ziele aussuchen in der Infrastruktur, je nachdem wo sie gerade waren, als der primäre Plan aufgegeben wurde?

Folgendes konnte ich bisher zusammenfassen.
2090 Flugzeuge, davon 1310 Bomber und Begleitjäger

Primärziele
Ölraffinerien in Lützkendorf
Ölraffinerien Magdeburg-Rothensee
Verschiebebahnhof Dresden
Verschiebebahnhof Chemnitz

Ein schlechte Wetterlage verhinderte die Trefferlage der Bomber. Die Luftflotte wurde aufgeteilt und griff definierte Gelegenheitsziele an. Sekundärziele waren Verkehrsverbindungen in Thüringen ausgewiesen als „Gelegenheitsziel“ insbesondere Bahnhöfe und Gleise.

VG
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5757
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Luftangriffe am 6. Februar 1945 - Gezielt oder Ausweichz

Beitragvon kps » Sonntag 16. Februar 2020, 15:04

hat jemand zufällig die originalen Unterlagen/ Berichte zu diesem Angriffstag am 6. Februar 1945 griffbereit?

Welche Bücher/ Quellen könnt ihr empfehlen?

Wer hat folgendes Buch und kann dort mal zum 6.2.1945 nachsehen?
Luftkrieg zwischen Rhön und Rennsteig 1944-45
von Lothar Günther, 338 Seiten, Festeinband, 3. Auflage 2011

VG
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5757
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Luftangriffe am 6. Februar 1945 - Gezielt oder Ausweichz

Beitragvon kps » Sonntag 16. Februar 2020, 15:08

Laut Original Unterlagen sollen auch Eisenach und Saalfeld am 6. Februar angegriffen worden sein.

Dort weiß man aktuell aber scheinbar nichts davon vor Ort. Die Bomben gingen dann vrmtl. woanders runter und wurden vom Absender falsch zugeordnet.

Für den 6. Februar 1945 enthält das Kriegstagebuch der 8. US-Flotte noch einen angeblichen vorausgegangenen Angriff am 6. Februar mit 13 B-17-Bombern der 1. Air Division mit 30 Tonnen Bombenlast, der jedoch in Eisenach nicht registriert werden musste, sondern woanders niedergegangen sein muss.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Eisenach

6. Februar 1945: an diesem Tag flogen US-amerikanische Verbände Großangriffe auf Mitteldeutschland. Im Kriegstagebuch der 8. Luftflotte sind 13 Fliegende Festungen B-17 verzeichnet, die 32,5 Tonnen Bomben auf Saalfeld geworfen haben sollen. In der Stadt wurde solch ein Angriff nicht registriert. Die Bomben müssen anderswo abgeladen worden sein.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Saalfeld

VG
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5757
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Luftangriffe am 6. Februar 1945 - Gezielt oder Ausweichz

Beitragvon kps » Sonntag 16. Februar 2020, 15:18

Aktuell arbeite ich ich mich daher jetzt erst mal durch die Online Mission facts and reports, wo auch die falschen Angeben stehen zu Eisenach und Saalfeld.

-> http://www.8thafhs.com/missions.php

= Eighth Air Force Operations History

VG
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5757
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Luftangriffe am 6. Februar 1945 - Gezielt oder Ausweichz

Beitragvon Luchs » Montag 17. Februar 2020, 19:18

kps hat geschrieben:Wer hat folgendes Buch und kann dort mal zum 6.2.1945 nachsehen?
Luftkrieg zwischen Rhön und Rennsteig 1944-45


l1.jpg

l2.jpg

l3.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Benutzeravatar
Luchs
Jonastal-Kenner
 
Beiträge: 573
Registriert: Freitag 25. April 2008, 18:58
Wohnort: Gotha

Re: Luftangriffe am 6. Februar 1945 - Gezielt oder Ausweichz

Beitragvon kps » Dienstag 18. Februar 2020, 22:06

Danke Luchs. Kannst du mir bitte auch noch bei Gelegenheit die Quellen raus suchen?

Luftkrieg zwischen Rhön und Rennsteig von Lothar Günther
Quelle: 262, 263, 264, 265, 266, 267
Kann es sein, dass er auch die Internetquellen angibt wie z.B ?
266 und/oder 267 -> http://www.303rdbg.com/missionreports/312.pdf
(Quelle für angehänkte Flugstrecke)

Lothar Günther vermischt/ verwechselt teilweise den Begriff Sekundärziele mit Gelegenheitszielen. Er gibt z.B. den
Angriff auf Schmalkalden als Sekundärziel an. So wie ich es jetzt verstehe, waren alle Ziele in Thüringen Gelegenheitsziele - die Ziele wurde quasi auf dem Heimflug spontan je nach Sicht und Bedingungen ausgesucht mit der Option, Bahnhöfe bzw. Rangierbahnhöfe anzugreifen. Aufgrund der schlechten Sicht und teilweise abziehenden Rauches der Zielmarkierungen wurden die Ergebnisse als mäßig zusammengefasst. Als schicksalhaft kann daher u.a. die Wolkendecke bezeichnet werden an diesem Tag, die auf der einen Seite kurzzeitig die Chance zum Angriff ermöglichte, aber auch dafür sorgte, das die kurzfristig festgelegten Gelegenheitsziele nicht wie geplant getroffen wurden - Glück im Unglück.

Die Bomber sollten keinesfalls mit der Fracht wieder zu Hause ankommen. Schäden durch Flugabwehr und Jäger war gering. Es traten mehr Ausfälle/Probleme auf durch technische Probleme oder schlechte Sicht bei der Landung bzw. Treibstoffmangel.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5757
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Luftangriffe am 6. Februar 1945 - Gezielt oder Ausweichz

Beitragvon kps » Dienstag 18. Februar 2020, 22:14

kps hat geschrieben:...Wie kann ich mir das vorstellen? Hatten die Flugzeugbesatzungen primäre Ziele und bereits auch fest definierte Sekundärziele? Also standen dann demnach Gotha, Arnstadt und z.B. Ohrdruf mit auf dem Plan C?
Oder konnten die Besatzungen sich spontan selbst Ziele aussuchen in der Infrastruktur, je nachdem wo sie gerade waren, als der primäre Plan aufgegeben wurde?..

Primärziele
Ölraffinerien in Lützkendorf
Ölraffinerien Magdeburg-Rothensee
Verschiebebahnhof Dresden
Verschiebebahnhof Chemnitz

Ein schlechte Wetterlage verhinderte die Trefferlage der Bomber. Die Luftflotte wurde aufgeteilt und griff definierte Gelegenheitsziele an. Sekundärziele waren Verkehrsverbindungen in Thüringen ausgewiesen als „Gelegenheitsziel“ insbesondere Bahnhöfe und Gleise.


Ich kann jetzt meine Fragen denke ich selbst beantworten. Es werden aktuell Sekundärziele mit Gelegenheitszielen verwechselt.

Hier eine Übersetzung und ein Auszug aus den Missionsberichten unter http://www.8thafhs.com/missions.php
Eigentliche Quelle: http://www.303rdbg.com/missionreports/312.pdf

Nur das Primärziel war noch gesetzt. Die Gelegenheitsziele waren "frei" wählbar.

303 Bomb Group Missionsbericht
Primäres Ziel: Synthetische Ölraffinerien in Lützkendorf
Sekundäres Ziel: Dresdner Rangierbahnhof
Letzter Ausweg: Rangierbahnhof in Chemnitz

Gelegenheitsziele: "frei" wählbar u. a. Friedrichroda

Kurz vor dem Start wurden die sekundären und letzten Auswegziele annulliert. Die Flugzeugbesatzungen wurden angewiesen, Gelegenheitsziele auf den Rückrouten anzugreifen, wenn das Primärziel nicht angegriffen werden konnte. Das Hauptziel war mit 10/10 Wolken bedeckt und konnte nicht bombardiert werden. Jedes der drei Gruppengeschwader bombardierte verschiedene Gelegenheitsziele.
Das niedrige Geschwader ließ 120 500 Pfund fallen. Bomben und 10 Pakete Flugblätter auf Friedrichroda aus 23.500 Fuß mit möglichen fairen Ergebnissen. Die freundliche Unterstützung des Begleitschutzes durch 273 P-51 war gut, bis sich die Formation auflöste, um einzelne Ziele anzugreifen.
Major Shumake glaubte, dass die Mission "ziemlich durcheinander" war. Er erklärte, dass die Mission hätte aufpoliert werden sollen oder mehr als ein zugewiesenes Ziel haben sollte. Er berichtete, dass es angesichts der schlechten Wetterbedingungen schwierig sei, gute Gelegenheitsziele zu finden.


VG
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5757
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Luftangriffe am 6. Februar 1945 - Gezielt oder Ausweichz

Beitragvon kps » Dienstag 18. Februar 2020, 22:23

kps hat geschrieben:Laut Original Unterlagen sollen auch Eisenach und Saalfeld am 6. Februar angegriffen worden sein.

Dort weiß man aktuell aber scheinbar nichts davon vor Ort. Die Bomben gingen dann vrmtl. woanders runter und wurden vom Absender falsch zugeordnet.


Aktuell finde ich in den Missionsberichten der 8. USAF Arnstadt nicht als identifiziertes "Gelegenheitsziel". Ich gehe daher davon aus, dass evtl. die Eisenach oder Saalfeld zugewiesen Angriffe über Arnstadt stattfanden.
Die Anzahl der Bomber stimmt aber leider auch nicht.
Arnstadt (16)
Eisenach (13)
Saalfeld (36)
Saalfeld (13)

Bei den markierten 13 tendiere ich derzeit zu Arnstadt.

VG
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5757
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Luftangriffe am 6. Februar 1945 - Gezielt oder Ausweichz

Beitragvon kps » Dienstag 18. Februar 2020, 22:39

Ein Beifang der Analyse ist noch nachfolgend geschilderter Angriff. Hat jemand dazu mehr als die Angaben von Gerhardt Remdt? Danke vorab. Bitte alles zum Angriff und der Möglichkeit, dass sich Kessering zu der Zeit auch wirklich in Thüringen bzw. bei Crawinkel/ Ohrdruf aufgehalten haben könnte.

...Anfang März 1945 bezog auch Generalfeldmarschall Albert Kesselring, nach der Ablösung von Rundstedts zum Oberbefehlshaber West ernannt, zunächst in Crawinkel und bald darauf im standesgemäßen Schloß Reinhardsbrunn Quartier; sein Stabszug, neben dem Bahnhof Crawinkel abgestellt, wurde von amerikanischen Bombern am 6. Februar 1945 angegriffen. Kesselring hat dann Ende März sein Hauptquartier in den Harz verlegt.


Quelle: Rätsel Jonastal, Die Geschichte des letzten "Führerhauptquartiers", Gerhardt Remdt/ Günter Wermusch, Ausgabe 1998, Heinrich-Jung-Verlagsgesellschaft mbH, Seite 60

[Beginn Spekulation kps] Das könnte bedeuten, dass Kesselrings Zug bei Crawinkel stand und vermutlich auch eher zufällig von den amerikanischen Begleitjägern, nicht Bombern, angegriffen wurde, die sich ebenfalls spontan Ziele suchten und vrmtl. dazu einfach die Gleise abflogen in der Umgebung.

Einen größeren, gezielten Angriff auf Kesselsrings Zug sowie auf bestimmte Gebäude in Ohrdruf/ Gotha/ Arnstadt parallel zum betrachteten Großangriff der US AF halte ich zum aktuellen Zeitpunkt für nicht nachweisbar - zuletzt gehört bei einen Vortrag von Thomas Mehner. Es fällt alles in die Kategorie Gelegenheitsziele bzw. Zufall. [Ende Spekulation kps]

VG
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5757
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel


Zurück zu Forum für Geschichte

  • VISITORS

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste

Design by GB