Kalischacht Bernterode

Bereich für alle geschichtlichen Fragen und Diskussionen, die das Jonastal nicht direkt betreffen

Moderator: Under

Kalischacht Bernterode

Beitragvon kps » Sonntag 16. Oktober 2005, 18:25

Hallo,

hat Jemand weitere Infos zu den Einlagerungen im Kalischacht Bernterode?

Hier wurde u.a. Hindenburgs Sarg 1945 eingelagert, nachdem dieser aus Tannenberg weggebracht wurde.

Hat Jemand zufällig die "after action reports" zum Thema und/ oder ggf. weiß Jemand, in welchem Buch bzw. welcher Veröffentlichung eine Übersetzung dieser Reports ist?

MfG
kps
Zuletzt geändert von kps am Montag 17. Oktober 2005, 18:50, insgesamt 1-mal geändert.
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5926
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Beitragvon Frank B. » Montag 17. Oktober 2005, 06:12

Hast wohl meine Bücher nicht gelesen? :lol:

Hier ein kurzer Auszug aus meinem aktuellen Buch, das Ende 2005/Anfang 2006 unter dem Titel "Rüstungsproduktion in Mitteldeutschland von 1933-1945" erscheinen wird:

Wegen eines rapiden Wegfalls der Absatzmärkte für Kalisalz stellte die Kassler Wintershall AG die Produktion ihres Werkes Bernterode am 7. März 1931 vollständig ein. Am 24. Mai 1934 besichtigten Vertreter der Wehrkreisverwaltung XI mit Sitz in Kassel die Schächte „Sachsen“ und „Preußen“ mit der Absicht, sie als Lagerstätte für Munition und Sprengstoffe zu nutzen, ein Novum in der deutschen Militärgeschichte. Schon 15 Monate nach der „Machtergreifung“ wurde hiermit eine Vorratshaltung von Munition eingeleitet, die weit über den Bedarf eines Hunderttausend-Mann-Heeres, wie dies der Versailler Vertrag gestattete, hinausging und nur als Beginn einer Hochrüstung und Kriegsvorbereitung verstanden werden kann. Nach entsprechenden Versuchen beschloss das Heer, den Bernteröder Schacht mit einer flächenmäßigen Ausdehnung von mehr als einem Quadratkilometer zu einem Modellprojekt unterirdischer Munitionslagerung umzubauen. Während 1934 bei den Vertragsverhandlungen vereinbart worden war, „dass nur die Grubenräume unter Tage für Einlagerungszwecke von der Heeresverwaltung in Benutzung genommen“ werden, setzte die Heeresverwaltung noch vor Baubeginn bei einer Besprechung vor Ort am 29. Oktober 1935 mit der Wintershall AG durch, dass ihr die gesamte Anlage einschließlich der oberirdischen Gebäude überlassen wurde. Im November 1935 begann die Wintershall AG im Auftrag des Heereszeugamtes Kassel mit den Umbauarbeiten, im Spätsommer 1936 waren die unterirdischen Kammern fertiggestellt. Die Einlagerung von Pulverbeständen, fertiger Munition und weiterer Wehrmachtsgüter begann. Zwei Jahre später, am 24. November 1938 war der Schacht voll belegt. Zur Bernteröder Anlage gehörte im nahen Schmalenbachtal ein „Fertigungsgebiet“, mit dessen Bau vermutlich Anfang 1936 begonnen wurde. Dort führten ab Herbst 1937 vor allem weibliche Arbeitskräfte aus der Region um Nordhausen, später auch ausländische Arbeitskräfte, Munitionsarbeiten aus. In fünf räumlich voneinander getrennten Arbeitshäusern und zwei Handmunitionshäusern wurden unter anderem Geschosse mit Zünder und Zündladung versehen sowie Kartuschen hergestellt. Das ging in mehreren Arbeitsschritten vonstatten. Aus Leinenstoff hergestellte Kartuschenbeutel mussten zunächst mit der vorgesehenen und zuvor abgewogenen Pulvermenge gefüllt werden. Nach dem Zunähen und Einlegen in die Pappkartusche wurde der Kartuschedeckel aufgesetzt und zum Abschluss die Zündschraube eingedreht. Um jegliche Funkenbildung zu vermeiden, durften die Arbeitsräume nur mit Filzpantoffeln betreten werden. Nach Durchführung der Endkontrolle und der Verpackung in Transportkisten lagerte die Heeresmunitionsanstalt die fertigen Chargen unter Tage im Schacht ein. Ab 1939 ließ das OKH weitere unterirdische, primitiv in Salz gehauene Munitionsarbeitsräume einrichten. Von einer jungen Frau ist bekannt, dass sie am 14. Januar 1944 bei ihrer Tätigkeit im oberirdischen Produktionsbereich im Schmalenbachtal verletzt wurde. Sie kam mit ihrer Hand in eine Falzmaschine und verlor dabei zwei ihrer Finger.

Den kriegsbedingten Abzug männlicher Arbeitskräfte aus der Produktion kompensierte die Heeresmunitionsanstalt durch den Einsatz ausländischer Fremd- und Zwangsarbeiter, für die sie auf dem Werksgelände unmittelbar an der heutigen Bundesstraße 80 ein aus fünf Baracken (davon drei Wohnbaracken) bestehendes, mit Stacheldraht umzäuntes Lager errichtet hatte.

Im Herbst 1944 wurden 200 Stahlfässer mit „Z-Stoff“ in die Martha-Strecke auf der 540-m-Sohle des Bernteröder Kaliwerkes eingelagert. Dabei handelte es sich um flüssiges Natriumpermanganat (NaMnO4), das in der Raketentechnik als Starthilfsstoff Anwendung fand. Dieser „Z-Stoff“ wurde in Bernterode vermutlich wegen der Nähe zu den geplanten V2-Abschußrampen in Keula und Hüpstedt vorgehalten. Aus Geheimhaltungsgründen brachten ausschließlich Wehrmachtsoffiziere die Stahlfässer an ihren Bestimmungsort unter Tage. Die zivilen Arbeitskräfte der Muna sollten von dem Vorgang keine Kenntnis erhalten. Aus diesem Grund durften die Wehrmachtsoffiziere zum eigenen Schutz beim Transport der Fässer lediglich Gummihandschuhe tragen; weitere Sicherheitsvorkehrungen wären aufgefallen. Nach Kriegsende kam das Gerücht auf, dass die Fässer chemische Kampfstoffe enthielten. Auch an die Alliierten gelangten Hinweise, dass sich in den Grubenbauen „giftige Chemikalien“ befänden. Am 1. Juni 1945 inspizierte daraufhin eine amerikanische Spezialeinheit die Fässer in der Martha-Strecke. Wenige Tage später, am 4. Juni 1945, meldete der Chemie-Offizier seiner vorgesetzten Stelle, dass sich der Verdacht auf Kampfstoffe jedoch nicht bestätigt habe. Am 14. März 1945 schaffte ein Sonderkommando der Wehrmacht unter Leitung von Oberleutnant Peter Kraske die Särge Paul von Hindenburgs und seiner Frau sowie der Preußenkönige Friedrich Wilhelm I und Friedrich II aus dem unterirdischen Befehlsstand des Luftwaffenchefs Göring in Eichen bei Potsdam nach Bernterode, um sie nach Anweisung der Muna-Feuerwerker in einer unterirdischen Kammer einzulagern, die danach zugemauert wurden. Bei diesem Einsatz waren nur einige ausgewählte Mitarbeiter der Muna tätig, der Rest hatte sich in den Speiseraum zu begeben, damit sie von der Einlagerung der Gegenstände keine Kenntnis erlangten. Einige Tage später folgten die Akten des Katasteramtes Kassel, die Preußische Staatsgalerie, die Bibliothek von Sanssouci, der Hohenzollern-Kronschatz, wertvolles Porzellan und 271 Gemälde. Zudem sollen auch Akten des Auswärtigen Amtes eingelagert worden sein. Am 10. April 1945 besetzten amerikanische Truppen die Heeresmunitionsanstalt Bernterode, in der der Betrieb noch bis in die Mittagsstunden aufrecht erhalten worden war. Doch in den Schacht fuhren sie zunächst nicht ein, offenbar, weil die Verantwortlichen den eingelagerten Munitionsbeständen keine Bedeutung beimaßen. Am 27. April 1945 traf dann eine Spezialeinheit der 1. US-Armee in Bernterode ein und inspizierte noch am selben Tag die unterirdischen Grubenbaue. In einem Nebenschacht stieß das Inspektorenteam auf die zugemauerte Kammer mit den Särgen und Kunstschätzen. Am 1. Mai 1945 schaffte die 1. US-Armee den Hohenzollern-Kronschatz zunächst in ihr Hauptquartier und einen Tag später zur Reichsbank nach Frankfurt. Zwischen dem 3. und 9. Mai 1945 barg eine Spezialeinheit die vier Särge und die anderen Kunstgegenstände aus dem Stollen und transportierte sie nach Marburg in das Landgrafenschloss, wo Ende September 1945 eine Aufteilung der in Bernterode geborgenen Kunstschätze stattfand. Die Gemälde, die Bücher und das Porzellan wurden unmittelbar dem Central Collecting Point in Marburg, den die Amerikaner im Kunsthistorischen Seminar sowie dem Staatsarchiv eingerichtet hatten, übergeben. Als die Rückgabe des Marburger Landgrafenschlosses an die Deutschen bevorstand, wurden am 8. Februar 1946 die vier Särge in das Gebäude des Staatsarchivs geschafft. In der Nacht vom 16. zum 17. August 1946 setzte man die Särge in der Marburger Elisabethkirche bei, ehe sie im August 1952 auf die Stammburg der Hohenzollern nach Hechingen überführt wurden.

Viele Grüße
Frank Baranowski
Frank B.
Jonastal-Interessierter
 
Beiträge: 58
Registriert: Montag 22. März 2004, 18:10
Wohnort: Siegen

Beitragvon TÜP » Montag 17. Oktober 2005, 14:55

Hast wohl meine Bücher nicht gelesen?


Klare Ansage Frank!!! :-top)

Hab ich aber auch noch nicht gelesen. Es ist einfach zu viel Literatur die man durchackern müsste - aber der Tag ist zu kurz. Gut das du hier im Forum bist.

Na kps - Bildungslücke erkannt?
Gott hat nicht den Menschen erschaffen, sondern der Mensch erschuf Gott «nach seinem Bilde».
Benutzeravatar
TÜP
Jonastal-Guru
 
Beiträge: 3915
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 08:42
Wohnort: Ohrdruf

Beitragvon SuR » Montag 17. Oktober 2005, 15:58

Kleiner Hinweis, da ja noch nicht erschienen: es heißt Eiche bei Potsdam.
SuR
 

Beitragvon kps » Montag 17. Oktober 2005, 18:48

Nur gut dass es für jeden Bereich Fachmänner gibt - Genau so einen Tipp suchte ich doch und ja, ich habe noch nicht gelesen - wie auch - erscheint ja erst noch :lol:

@ Frank -> Saubere Arbeit!! Hast du die oben erwähnten Reports einsehen können?

MfG
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5926
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Beitragvon Frank B. » Dienstag 18. Oktober 2005, 05:45

Weitere Infos zu Bernterode sind den Büchern

Rüstungsprojekte in der Region Nordhausen, Worbis und Heiligenstadt während der NS-Zeit, Duderstadt 1998

Die verdrängte Vergangenheit, Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit in Nordthüringen, Duderstadt 2000

zu entnehmen.

Die amerikanischen Berichte liegen mir vor. Nur derzeit nicht greifbar, da sie sich noch immer in den nicht ausgepackten Umzugskartons befinden.

Gruß
Frank
Frank B.
Jonastal-Interessierter
 
Beiträge: 58
Registriert: Montag 22. März 2004, 18:10
Wohnort: Siegen

Beitragvon kps » Dienstag 18. Oktober 2005, 07:35

Hallo Frank, die Berichte interessieren einen Freund von mir. Falls irgendwie möglich, hätte ich gern eine Kopie oder die entspr. Archiv Signatur. Die Verbindung kommt über Tannenberg und den/ die Hindenburg Särge. Die Berichte sollen unter dem Namen Hancock im NARA liegen - online habe ich aber dort im Archiv nichts passendes gefunden.

MfG
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5926
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Beitragvon Frank B. » Dienstag 18. Oktober 2005, 08:52

Wie schnell brauchst du die Unterlagen? Wie gesagt, sie sind derzeit noch in Kartons verwahrt, und von denen gibt es viele an der Zahl. In den nächsten Wochen werde ich auch kaum dazu kommen, die Unterlagen zu sortieren, so dass Geduld erforderlich ist.

Es gibt auch Fotos von der Bergung des Sarges und den Räumen unter Tage.

Gruß
Frank
Frank B.
Jonastal-Interessierter
 
Beiträge: 58
Registriert: Montag 22. März 2004, 18:10
Wohnort: Siegen

Beitragvon kps » Dienstag 18. Oktober 2005, 12:56

Hallo Frank, keine falsche Eile... aber auch bitte nicht vergessen. Das Thema ist und bleibt auf jeden Fall interessant und die vielen Einlagerungen in Thüringen muss man mit den vielen anderen Verlagerungen im Zusammenhang betrachten - dies wollen wir tun.

Vielen Dank nochmals für deine Hinweise und die Zusammenarbeit
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5926
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Kalischacht Bernterode

Beitragvon mece » Sonntag 1. Januar 2012, 08:43

KrachivNr.:Hancok, Walker, Bernterode,First Report

DECLASSIFIED - Authority NND 75016


ANNEXURE I CONFIDENTIAL

HEADQUARTERS
FIRST UNITED STATES ARMY
APO 230
CHANGE FIND OF MINE DEPOSITORY AT BERNTERODE - SPECIAL REPORT

12 May 1945.
1. SITE.
The Heeres-Munitionsanstalt at Bernterode (C 9016) Kreis Werbis, is a salt mine, since 1936 used as a munition plant and a storage depot, employing some 2000 men and woman. A shaft 533 meters deep with 2 elevators leads to a system of corridors aggregating approximately 23 kilometers. The water in the sump, 17 meters below the level of the main corridor, rises when pumping ceases. At present about 400,000 tons of ammunition and quantities of other military supplies are stored in the mine. A group of large warehouses adjacent to the entrance into the shaft contain munitions, signal supplies clothing and other military stores. A camp of 700 French, Italian and Russian DPs most of whom had been employed at the plant, is also on the premises. A large store of dynamite was found in relatively close proximity to the depository in the mine. The building at the head of the shaft provided protection against the weather for objects that might be stored there, but the adjacent magazines were a constant hazard. The stores of ammunition, paints, clothing, paper stocks and other inflammable materials were constantly being rifled by DPs and were in great disorder. Even while the contents of the depository were being stored above ground and loaded, the detail of the 172nd F.A. Bn, guarding the promises were unable to keep the DPs out of these buildings.

2. CIRCUMSTANCES OF THE FIND
According to French employees of the mine, German Officers had sent all civilians from the area on or about 16 march 1943. Working with great secrecy and using military personnel only they had brought objects (presumably of great value) into the mine. The entrances of the cache were sealed 2 April. The contents of the mine were inspected on 27 April 1945, by a detail from the 350th Ordnance Depot Co, consisting, of M/Sgt. Louis C. Travers, T/4th Robert G. Townsend, Pfc Iso J. Hache, T/5th Edward Traper, T/4th Henry A. Ernst, T/4th Nagee, and Sgt. Lyle Krueger (of the 232nd Ord. Serv. Bomb Disposal Platoon on detached service with the afore mentioned organization). The non observed a masonny wall built into the side of the main corridor about 500 meters from the elevator shaft. Noticing that the mortar was still fresh, they made an opening and after tunnelling through masonry and rubble to a depth of more than five feet, uncovered, at 1630 hrs, a frame latticed door padlocked on the opposite side. Breaking through this they entered a room divided by partitions into a series of compartements, filled with paintings, books and tapestries, and hung with brilliant banners. The contents were grouped around four caskets, one of which had been decorated with a wreath and red silk ribbons bearing the Nazi symbols and the name ADOLPH HITLER. Posting the other men as guard, Sgt. Travers returned at once to the Company CP at Altmarchen, some 8O miles distant, and reported the find to Captain Greenspan. The following day between 1000 hours and 1430 hours Captain Greenspan and the men inspected the contents of the depository. Among the objects which came to light were a richly jewelled sceptor and orb, two crowns and two swords with finely wrought gold and silver scabbards. Taking the scepter and orb with him to First Army Headquarters, Captain Greenspan reported the find that evening to the Chief of Staff. The following morning, 29 April the MFA&A A Specialist Officer, First U.S. Army inspected the depository.

3. DESCRIPTION OF DEPOSITORY.
The room is a rectangle, 45 feet by 17 feet, parallel to the main corridor and separated from it by 15 feet of rock and masonry. Brick partitions, each extanding 6 1/2 feet into the room, divide both sides into five bays, leaving a passage-way between then about 4 feet wide. The end bays each have an additional depth of 9 feet on the side nearest the main corridor from which they were separated by a wooden door and 5 1/2 feet of rubble and masonry. Entrance was gained through the door farthest from the elevator shaft. The ceiling over the aisle between the six central bays or compartments is 11 feet high. The partitions are solid brick, covered with cement, to a height of six feet. Above this level the bricks were laid with spaces between the ends.
4. CONTENTS.
(a) Caskets: In each of the three central bays on the side nearest the main corridor was a wooden casket placed paralled with the partitions. In the fourth bay on the opposite side a metal casket, larger than the others, lay perpindicular to the partitions. To the cover of each a paper label had been fastened with scotch tape. In the order in which they were approached these read: Feldmarshall von Hindenburg; Frau von Hindenburg; Friedrich Wilhelm I der Soldaten König; Friedrich der Grosse. The names were hastily written in reddish crayon and two of the labels had become loosened. The wreath mentioned above lay on the casket of Friedrich Wilhelm I, a ribbon bearing the words DER KOMMANDATUR, POTSDAM, being near the coffin of Frau Hindenburg.
(b) Banners: Regimental banners were hangig above the coffins, the ends of the staffs resting in the spaces between the bricks of the partitions. The end bay opposite the entrance room was nearly filled with banners hanging unfurled from specially built racks. Still others were stacked beside the casket of Frederick the Great. There were 225 banners in all, both painted and embroidered, dating from the early Prussian wars and including many of the war of 1914-1918. Many of the older ones are torn and mounted upon notting.
(c) Books, China, Textiles: The bays opposite those containing the Hindenburg caskets were filled with cases of books. Other books with the stamp of the Crown Prince's Library, and some China were found in boxes in the end bay. A large heap of tapestrics, altar cloths, etc. lay damp and unwrapped by the door. Leather cases for the banners were piled alongside. There were 65 boxes not counting the Hohenzollern treasure described below. The textilos,when later packed for evacuation made 40 bundles. Two late 18th Century decorative marble busts stood in the central bay on the left.

(d) Pictures: In the entrance room and in every available space along walls and partitions were stached pictures, for the most part unframed and unwrapped. These numbered 271 in all. A large, proportion were 18th Century court portraits and palace paintings apparently from Sanssouci at Potsdam. These were also a number of important works from other proverances. Part of an exhibition of the works of Lukas Cranach (assembled in 1937 in Berlin) was discovered. This included the Adam and Eve from the Uffizi Palace in Florence, a serios of nine panels of the Passion of Christ, a Crucifixion and several portraits. Among the other paintings noted were Boucher's Venus and Adonis, Watteau's Departure for Orthera, Chardin's Femme Cachetant une lettre and La Cuisiniere. There were three or more paintings by Lameret and a large painting of an Armada by von de Velde or a follower. Many scretches and scars were noted, apparently the result of hasty or unskilled handling when the pictures were brought in.

(e) Photographs: A small metal box found near the casket of Frederick the Great contained 24 photographs in color (with copies in black and white) of portraits of Field Marshalls fron the Kriegschule in Potsdam. During their inspection the men had opened this box but the contents were left undisturbed.
(f) Hohenzollern Museum. Treasures. The boxes in which the scepter and orb had been found bolonged to a series of three fron the Hohenzollern Museum in Berlin. They contained the following objects, identified by cards:
1. Crowns for the King and Queen. Made for the coronation of Frederick I and Sophie Charlotte in 1701. The jewels are missing, according to the card, having been sold.
2. The orb or “Reichsapfel”, 1701, in a tooled leather case.
3. The Scepter, 1701, in a tooled leather case.
4. The Great Seal showing King Frederick I on the throne. Made, like all the above mentioned, for the coronation in 1701.
5. A silver and gold box for the seal, 19th Century, by Hubert and Son, Berlin.
6. The Helmet (Totenhelm) over life size. First used in the funeral of the Great Kurfürst in 1638.
7. Sword (Der Reichsschwert) made for Prince Albrecht of Prussia (1540-41) by Jobst Freudner.
8. Sword (The Kurschwert) Given to the Kurfürst Albrecht Achilles in 1460 by Pope Pius II in Mantua, altered in 1540 by order of Joachim II.

5. EVACUATION. Because of the precarious conditions at the depository, the Chief of Staff directed that it should be evacuated.
At the request of the MDFA&A Officer 1st US Army, Lt. George Stout, USMR, MFA&A Officer, 12th Army Group, arrived, 30 April to take part in the work. These Officers went directly to the nine. The following day the MFA&A Officer, First U.S. Army, returned to headquarters with the three boxes from the Hohenzollern Museum. On the morning of 2 May they were opened and contents inspected in the office of the Chief of Staff. The Scepter and Orb were replaced in the boxes from which they had been taken and all three boxes repacked for shipment to Frankfurt. The convoy left Headquarters with escort at 1200 hours and arrived at the Reichsbank, Frankfurt at 1630 hours. Another thorough inspection was made of the objects which were found to have suffered no damage in transit from the nine. The boxes were repacked and deposited in the bank. An itemized receipt was given by Lt. Col. Henry D. Cragan., F.D. Lt. Stephen Kovalyek and Lt. Ray A. Powers, were detailed to assist in the evacuation of the depository and officiently attended to many of the details. Power at the mine was intermittent and the lighting insufficient. A detail from the 3052nd Engineer Combat Bn. under Capt. Horney installed a generator and lights, and remained to help with the packing and moving. With the men of the 350th Ord. Depot Co. they were organized into two shifts working daily from 0800 hours to 2200 hours. Fourteen French laborers were engaged to help in moving the objects from the depository to the elevator shaft. The elevators were operated by two German crews of three each. Packing materials were improvised from German military stores found on the premises. The enlisted men quickly learned the methods of packing and worked in three teams at the entrance of the depository. Each object was checked as it left the depository, at the top of the shaft (note being made of the time hoisted), when loaded into the trucks and when delivered at the destination. The last to be hoisted was the casket of Frederick the Great which weighed at least 1200 pounds and filled the elevator, with not a half inch to spare.
The caskets were wrapped with heavy carpet to facilitate handling and conceal their identity. The Engineers contrived the means of hoisting the caskets as well as some of the pictures which were too large to fit into the elevator. A convoy of 8 trucks from the 413st Truck Co. in Charge of 1st Lt. Schoenbeck left Bernterode 9 May, 0730 hours and arrived at Marburg at 1400 hours. The detail of the 172nd Field Artillery Bn. which was to have escorted the convoy did not appear. All objects arrived undamaged at the destination.
6. DISPOSITION OF OBJECTS
The four caskets were deposited in a room on the ground floor of the castle at Marburg. All other objects were delivered to the Kunsthistorisches Museum, Marburg. Receipt for these delivered at the museum was signed by Dr. von Herhart. Unloading was done by a detail of the 3rd Replacement Depot.
7. DEPOSITORY OF ARCHIVES
In the same mine a depository of archives was discovered some distance farther down the main corridor. The records are in two rooms, one about 40 feet by 150 feet; the other about 40 feet square. In the first are 40 cases of city plans and 100 running feet of open shelves in 2 or 5 tiers, filled with real estate surveys, The second room contains 9 stacks, each the length of the room and about 6 feet high. The records have labelled with the names of many communities, apparently limited to no specific area. Among the more important cities and towns noted are: Marburg, Wiemar, Nordhausen, Kassel, Kirchhain, Breitenbad, Naumburg, Melsungen, Heinfeld, Hersfeld, Homburg, Korbach, Fulda, Witzenahausen, Fritzlar, Frankenburg, and Eschwege.

8. REMARKS
The nature and arrangement of the depository which has been evacuated lead to the conclusion that it was planned to perpetuate the tradition of German military glory. It was given the aspect of a decorated shrine by the use of the banners. The paintings were apparently brought in as an afterthought. It is suggested that the removal from Germany of these banners might be considered. It is further suggested that the detail of the 350th Ordnance Depot Co. which made the discovery be commended for their proper action in reporting the find and helping in its evacuation.

WALKER HANCOCK,
MFA&A Specialist Officer.
blablabla
mece
Jonastal-Interessierter
 
Beiträge: 64
Registriert: Sonntag 21. März 2004, 23:54
Wohnort: Wagadagugu

Re: Kalischacht Bernterode

Beitragvon kps » Sonntag 1. Januar 2012, 21:47

Danke für die Antwort - seit einigen Jahren habe ich andere Schwerpunkte und muss mich erst wieder in die Problematik einlesen.

MfG
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5926
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Kalischacht Bernterode

Beitragvon mece » Montag 2. Januar 2012, 16:01

DIe Geschichte ist recht mysteriös. Das fängt mit dem Umständen der Entdeckung an und setzt sich noch in weiteren Punkten fort.
blablabla
mece
Jonastal-Interessierter
 
Beiträge: 64
Registriert: Sonntag 21. März 2004, 23:54
Wohnort: Wagadagugu

Re:

Beitragvon mece » Mittwoch 14. März 2012, 15:15

Frank B. hat geschrieben:Im Herbst 1944 wurden 200 Stahlfässer mit „Z-Stoff“ in die Martha-Strecke auf der 540-m-Sohle des Bernteröder Kaliwerkes eingelagert. Dabei handelte es sich um flüssiges Natriumpermanganat (NaMnO4), das in der Raketentechnik als Starthilfsstoff Anwendung fand. Dieser „Z-Stoff“ wurde in Bernterode vermutlich wegen der Nähe zu den geplanten V2-Abschußrampen in Keula und Hüpstedt vorgehalten.


Hallo,

ich bin auf der Suche nach Quellen, die eine Einlagerung von Z-Stoff in Bernterode belegen, bzw. die Umstände der Einlagerung erhellen. Vielleicht hat da jemand Informationen ?

Weiterhin wäre für mich interessant, welche Einheiten an welchem Ort und in welcher Unterstellung gegen Ende März mit der Thematik "Mobiler Abschuss" in Verbindung gebracht werden konnten.
blablabla
mece
Jonastal-Interessierter
 
Beiträge: 64
Registriert: Sonntag 21. März 2004, 23:54
Wohnort: Wagadagugu

Re: Kalischacht Bernterode

Beitragvon bobo » Donnerstag 15. März 2012, 21:17

Frage doch mal bei Krut Hänsel an - der müßte meines Wissens nach was darüber haben.
MfG BOBO
bobo
Jonastal-Kenner
 
Beiträge: 759
Registriert: Freitag 18. Dezember 2009, 16:01

Re: Kalischacht Bernterode

Beitragvon mece » Freitag 16. März 2012, 07:15

bobo hat geschrieben:Frage doch mal bei Krut Hänsel an - der müßte meines Wissens nach was darüber haben.


Wer ist das denn ?

Kennt der sich mit Luftbildern und den Einheiten der V2 in den letzten Tagen der Kampfhandlungen aus ?
blablabla
mece
Jonastal-Interessierter
 
Beiträge: 64
Registriert: Sonntag 21. März 2004, 23:54
Wohnort: Wagadagugu

Re: Kalischacht Bernterode

Beitragvon Mercedes-Diesel » Freitag 16. März 2012, 14:48

mece hat geschrieben:Wer ist das denn ?


Kurt Hänsel ist Historiker und Schriftsteller aus Erfurt.
Grüße Andreas

Bild

http://www.team-sigma.de

Für wahre Freunde geh ich durch die Hölle , den anderen zeig ich gern den Weg dorthin .....
Benutzeravatar
Mercedes-Diesel
Moderator
 
Beiträge: 3060
Registriert: Samstag 13. Dezember 2008, 17:43
Wohnort: Kassel

Re: Kalischacht Bernterode

Beitragvon matthias45 » Freitag 16. März 2012, 17:59

Mercedes-Diesel hat geschrieben:Kurt Hänsel ist Historiker und Schriftsteller aus Erfurt.


Das mit Historiker ist doch wohl eher selbsternannt?
Glück Auf!
Matthias

www.imiges.info
matthias45
Jonastal-Interessierter
 
Beiträge: 73
Registriert: Donnerstag 3. Februar 2005, 09:19
Wohnort: Zu weit weg vom Tal. :-)

Re: Kalischacht Bernterode

Beitragvon PEKE » Freitag 16. März 2012, 18:13

Hallo KPS, ich auch noch was.
Bei bedarf als PDF

Veröffentlichungen aus den Archiven Preussischer Kulturbesitz Arbeitsberichte
Ministerium für Handel und Gewerbe
Spezialinventar
bearbeitet von Herbert Buck †
Nachtrag Bd. 1 und 2
herausgegeben von
Christiane Brandt-Salloum
Berlin
Selbstverlag des Geheimen Staatsarchivs PK
2004
Gruß Peter

Team Σ Sigma


Störe meine Kreise nicht ! Archimedes von Syracus
Benutzeravatar
PEKE
GTGJ-Mitglied
 
Beiträge: 1170
Registriert: Sonntag 6. Januar 2008, 22:08

Re: Kalischacht Bernterode

Beitragvon mece » Freitag 16. März 2012, 23:00

Mercedes-Diesel hat geschrieben:
mece hat geschrieben:Wer ist das denn ?


Kurt Hänsel ist Historiker und Schriftsteller aus Erfurt.


Ah, vielen Dank. Den kenn ich nicht. Was hat der denn schon für Bücher geschrieben ? Über die V2 ?
blablabla
mece
Jonastal-Interessierter
 
Beiträge: 64
Registriert: Sonntag 21. März 2004, 23:54
Wohnort: Wagadagugu

Re: Kalischacht Bernterode

Beitragvon Volwo » Freitag 16. März 2012, 23:49

Nein - hat er nicht - und bevor unser bobo den mece völlig verwirrt:

er ist Bernsteinzimmer-Experte und war zu DDR-Zeiten Kulturgutforscher,
kann sein dass er da was über V2´s weiß, wer weiß? Ist aber eher nicht sein Gebiet.
Kurt / Conny schreibt schon lange nicht mehr hier bei uns,
aktuell schreibt er bei explorate seit heute morgen um 5 Uhr wieder nach 7 Wochen Totalabstinenz sehr oft und grantig wie immer seine Kommentare.
Benutzeravatar
Volwo
Ehemaliger
 
Beiträge: 6237
Registriert: Donnerstag 6. November 2003, 18:02
Wohnort: EINBECK

Re: Kalischacht Bernterode

Beitragvon mece » Samstag 17. März 2012, 23:57

Volwo hat geschrieben:Nein - hat er nicht - und bevor unser bobo den mece völlig verwirrt:

er ist Bernsteinzimmer-Experte und war zu DDR-Zeiten Kulturgutforscher,
kann sein dass er da was über V2´s weiß, wer weiß? Ist aber eher nicht sein Gebiet.
Kurt / Conny schreibt schon lange nicht mehr hier bei uns,
aktuell schreibt er bei explorate seit heute morgen um 5 Uhr wieder nach 7 Wochen Totalabstinenz sehr oft und grantig wie immer seine Kommentare.


Ah, danke für die Erklärung. Mein erster Eindruck war eher Forenclown. Aber gut.

Auf einer englischen Seite habe ich die Info gefunden, dass Abschusseinheiten in Kleve und Euskirchen waren. Dies würde zu den Rückzugsbewegungen einer VGD und FD passen, die nach Kämpfen dort später in der Nähe von Bernterode und Hüpstedt angetreten sind.

Kernpunkt meiner Überlegung ist, was ist aus den ganzen Raketen geworden die bereits für den Einsatz bereit waren.
Die Wissenschaftler gingen in den Bereich USA, in Dora wurde Technologie erorbert, die zum Einsatz bereit war, bzw. vorgesehen war. Meine Luftbilder sind von Mitte/Ende März, also kurz bevor US Truppen dieses Gebiet genommen haben.

Wie sind die Regeln für das Einstellen von Luftbildern hier ? Sind Ausschnitte auch ohne Quellen/Ortsangabe erlaubt ?
blablabla
mece
Jonastal-Interessierter
 
Beiträge: 64
Registriert: Sonntag 21. März 2004, 23:54
Wohnort: Wagadagugu

Re: Kalischacht Bernterode

Beitragvon kallepirna » Sonntag 18. März 2012, 09:52

was ist aus den ganzen Raketen geworden

Wurden in die USA verbracht sollen wohl insgesamt 30 Schiffsladungen gewesen sein habe ich mal irgendwo gelesen.
Mfg.kallepirna
P.S. Nicht alles Racketen auch noch Maschienen etc.
Benutzeravatar
kallepirna
Jonastal-Fortgeschrittener
 
Beiträge: 122
Registriert: Mittwoch 10. September 2008, 23:05

Re: Kalischacht Bernterode

Beitragvon mece » Sonntag 18. März 2012, 13:30

Hallo,

ich dachte jetzt nicht an die fertigen oder halbfertigen Raketen in den Fertigungsanlagen.
Meine Überlegung gilt den zum Abschuss einsatzbereiten. Die können doch nur zerstört, erbeutet oder "versteckt" worden sein.
blablabla
mece
Jonastal-Interessierter
 
Beiträge: 64
Registriert: Sonntag 21. März 2004, 23:54
Wohnort: Wagadagugu


Zurück zu Forum für Geschichte

  • VISITORS

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Design by GB