Wann gab es Luftangriffe auf Crawinkel, Frankenhain und Gräf

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Wann gab es Luftangriffe auf Crawinkel, Frankenhain und Gräf

Beitragvon Joe » Montag 24. Oktober 2011, 15:24

Wann gab es Luftangriffe auf Crawinkel, Frankenhain und Gräfenroda, bei denen auch die Eisenbahn in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Ausgehend von dem Thread
viewtopic.php?f=35&t=5026
suche ich nun Hinweise, wo bei Luftangriffen die Strecke oder ein Bahnhofsgebäude getroffen wurden.

Gruß
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Re: Wann gab es Luftangriffe auf Crawinkel, Frankenhain und

Beitragvon kps » Dienstag 25. Oktober 2011, 08:40

Am 6. Februar 1945 war ein größerer Luftangriff auf die Bahnhofsbereiche Ohrdruf, Gotha und Arnstadt. Da wurden auch Gleise getroffen. Ab den 1. April 1945 wurde Crawinkel angegriffen (1. Bombe auf eine Wiese am Ortsrand), verstärkt aber erst ab 7. April und dann mit wenig Pausen.

Zügen wurden sicher immer angegriffen, sobald sie auf den Schienen ausgemacht wurden. Für die Golanie Betrachtung sollte man ggf. auch Angriffe auf die Feldbahnverbindung zwischen Crawinkel und Jonastal in Betracht ziehen.

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Re: Wann gab es Luftangriffe auf Crawinkel, Frankenhain und

Beitragvon Augustiner » Dienstag 25. Oktober 2011, 15:47

kps hat geschrieben:Zügen wurden sicher immer angegriffen, sobald sie auf den Schienen ausgemacht wurden. Für die Golanie Betrachtung sollte man ggf. auch Angriffe auf die Feldbahnverbindung zwischen Crawinkel und Jonastal in Betracht ziehen.
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Von vielen "Blindgängern" auf dem Acker abgesehen, hat Ohrdruf am 04.04.1945 im Ortskern bereits verheerende Bombentreffer; TÜP sprach in seinem Buch vom Februar/ März 45 (??) - Bahnhof etc..
Crawinkel hingegen scheint am 04.04.1945 praktisch noch unzerstört.....da ich den Feldbahnverlauf ins Jonastal mittlerweile gut nachvollziehen kann, würde ich einen Angriff auf die Feldbahn definitiv ausschließen - mal abgesehen von diesem einen Trichter "auf der Wiese".
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Re: Wann gab es Luftangriffe auf Crawinkel, Frankenhain und

Beitragvon Joe » Dienstag 25. Oktober 2011, 17:35

Erstmal :-x und danke! Ich werde da jetzt drüber nachdenken und mich später wieder melden!
Gruß
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Re: Wann gab es Luftangriffe auf Crawinkel, Frankenhain und

Beitragvon Volwo » Dienstag 25. Oktober 2011, 18:01

Augustiner hat geschrieben:Crawinkel hingegen scheint am 04.04.1945 praktisch noch unzerstört.....


Am 4. April standen in Crawinkel deutsche Panzer und zwei Flakbatterien (eine in der Waldstraße hinter dem Sägewerk Köth und die andere an der Ohrdrufer Straße zwischen den letzten Häusern linksseitig in Richtung Ortsausgang), die allerdings noch am gleichen Tag abrückten. (Nach Dankmar Leffler, Zweiter Weltkrieg um Crawinkel, S. 21).

Am 5. April gab es am Eisenberg zwischen Crawinkel und Oberhof ein Gefecht. In Crawinkel sind verschiedene Teile von dt. Einheiten eingerückt und werden am folgenden Tag von amerikanischen Jadgfliegern angegriffen
»Es gab viele Tote und zahlreiche zerstörte Fahrzeuge blieben liegen«
(derselbe S. 20).
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Re: Wann gab es Luftangriffe auf Crawinkel, Frankenhain und

Beitragvon Augustiner » Dienstag 25. Oktober 2011, 18:29

Volwo hat geschrieben:
»Es gab viele Tote und zahlreiche zerstörte Fahrzeuge blieben liegen«
(derselbe S. 20).


Auf einer Gemeindehomepage (Luisenthal ??) stand/ steht nachzulesen, daß ein amerikanischer Panzer am Gabelhorn (-Teich) zusammen geschossen worden ist. Ich frage mich, warum der dort am Kienberg durch den Wald kriecht........
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Re: Wann gab es Luftangriffe auf Crawinkel, Frankenhain und

Beitragvon Volwo » Dienstag 25. Oktober 2011, 18:55

Das war wohl eine der Kampflinien - 5.April:

»In der Nähe des bekannten Ausflugspunktes “Lizens Ruh“ brannte der Wald an mehreren Stellen gleichzeitig«.

In einem mit Granatwerfermunition beladenen Panzerwagen explodieren stundenlang die Granaten.

»Erst am Abend waren alle Brände gelöscht und der Rückzug der deutschen Truppen ging weiter«
derselbe S. 19.
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Re: Wann gab es Luftangriffe auf Crawinkel, Frankenhain und

Beitragvon kps » Mittwoch 26. Oktober 2011, 05:59

Augustiner hat geschrieben:
Volwo hat geschrieben:
»Es gab viele Tote und zahlreiche zerstörte Fahrzeuge blieben liegen«
(derselbe S. 20).


Auf einer Gemeindehomepage (Luisenthal ??) stand/ steht nachzulesen, daß ein amerikanischer Panzer am Gabelhorn (-Teich) zusammen geschossen worden ist. Ich frage mich, warum der dort am Kienberg durch den Wald kriecht........


Viele Wege führen nach Crawinkel - was denkst du denn?

Dieser Abschuß soll durch einige fanatische Jungendliche erfolgt sein. Der Panzer wurde dann die Jahre darauf zerlegt und unter Umständen könnte ich dieses Jahre Teile davon erhalten haben.

Bild

Die Diskussion dazu findest du hier -> viewtopic.php?f=25&t=4888

In der Nacht vom 10. zum 11. April 1945 rückten amerikanische Einheiten mit belgischer Unterstützung auf verschiedenen Wegen nach Crawinkel vor. Der Panzer wurde glaube Tage vorher zerstört. Die ersten amerikanischen Soldaten wurden im Bahnhofsbereich und gleichzeitig im Friedrichsanfang gesichtet, als sie sich vorsichtig von Haus zu Haus vorarbeiteten. Zu diesem Zeitpunkt war der deutsche Rückzug aus dem Rennsteiggebiet weitestgehend abgeschlossen - Crawinkel kein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mehr und ungeschützt bzw. ohne Verteidigung. Ca. 76% der Wohngebäude und Scheunen waren zu diesem Zeitpunkt zerstört, einige auch durch Phosphor. Gibt es eigentlich noch weitere bekannte Phosphorabwürfe in Thüringen? Nur zwei weitere Orte in Thüringen wiesen ähnliche Zerstörungsgrade auf - Creuzburg an der Werra sowie Nordhausen.

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Re: Wann gab es Luftangriffe auf Crawinkel, Frankenhain und

Beitragvon Augustiner » Donnerstag 27. Oktober 2011, 19:14

kps hat geschrieben:Viele Wege führen nach Crawinkel - was denkst du denn
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War eben nur so ein Gedanke - für einen Panzer ist ein dichter Wald sicher kein sonderliches Betätigungsfeld.
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Re: Wann gab es Luftangriffe auf Crawinkel, Frankenhain und

Beitragvon PEKE » Donnerstag 27. Oktober 2011, 19:40

Es sei denn, mann benötigt mobilen Feuerschutz.
zB. um Bunkerschießscharten zu knacken
War das Dein Gedanke, Augustiner?
Gruß Peter

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Re: Wann gab es Luftangriffe auf Crawinkel, Frankenhain und

Beitragvon Joe » Freitag 28. Oktober 2011, 12:10

Der Panzer wird wohl einfach den Weg genommen haben, der um den Berg führt.


@Klaus: Geht da wohl eine Kleinbahn vom "Sportplatz" zum Steinbruch? I

Gruß
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Re: Wann gab es Luftangriffe auf Crawinkel, Frankenhain und

Beitragvon Augustiner » Montag 31. Oktober 2011, 19:46

Joe hat geschrieben:Der Panzer wird wohl einfach den Weg genommen haben, der um den Berg führt.


@Klaus: Geht da wohl eine Kleinbahn vom "Sportplatz" zum Steinbruch? I

Gruß
Joe

Servus Joe,
anhand der mir vorliegenden Fotos kann ich keinerlei Feldbahn erkennen - und bessere Fotos gibt es nicht, definitiv :D
Beim Bau der Lütschetalsperre wurde eine Kleinbahn verwendet, dies sieht man auf den Fotos unserer Altvorderen.
Des weiteren wurde eine Wieder-Inbetriebnahme des "Alten Flößergrabens" (weit vor dem Bau der Sperre, aber mit Transport bis nach Luisenthal - Rudi Ratlos) angestrebt.
Für mich persönlich ist ein "Alter Flößergraben" gleichbedeutend mit Kleinbahn - ich habe so ein dämliches (Feldbahn-)Gleis leider selbst gesehen, aber nie mehr gefunden;
mehr kann ich dazu momentan leider nicht beisteuern.
KLaus
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Re: Wann gab es Luftangriffe auf Crawinkel, Frankenhain und

Beitragvon Augustiner » Montag 31. Oktober 2011, 20:34

PEKE hat geschrieben:Es sei denn, mann benötigt mobilen Feuerschutz.
zB. um Bunkerschießscharten zu knacken
War das Dein Gedanke, Augustiner?


"Leider" durfte ich nicht allzu oft mit so Panzerchen mitfahren :D
Immerhin war es doch sehr beeindruckend keinerlei Bodenwelle mehr zu spüren, sondern einfach über alles hinweg "zu brettern" - die Beklemmung kommt dann erst sehr viel später.
Die "Große Rochade" (1975 oder 76 ?) war von daher für mich eine heilsame Abkehr von diesem menschenverachtenden Tun. Wir waren die "Roten" und starteten 15 km westlich der tschechischen Grenze (man muß sich das mal wirklich vorstellen !!), wir schlugen bei Nacht Brücken über die Donau (Schlauchbootbrückengerät, Pontonbrückengerät, Schüzenschnellstege) und waren relativ schnell über die Donau gen Süden unterwegs. "Unsere" Truppe bestand zusammengewürfelt aus Franzosen, Amerikanern und BRD'lern; wenn ich mal so sagen darf.........
Ein Panzer fährt nicht durch den Wald ;-) , niemals - die hätten mich erwürgt - wie einen Truthahn............
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