Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft 1934 - 1970

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Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft 1934 - 1970

Beitragvon Augustiner » Dienstag 28. April 2020, 16:29

Nachdem im Nebenthread frühe unterirdische Verlagerungen angesprochen wurden, möchte ich das Thema der WiFo hier nochmal rauskramen.
Die Tanks wurden in offener Bauweise ab 1936 hinsichtlich des kommenden Kriegs in großen Gruben verbuddelt - warum eigentlich ? Bei einigen Metern an Erdüberdeckung waren sie nicht wirklich bombensicher und die erforderlichen Gleisanschlüsse bzw. andere notwendige logistische Einrichtungen waren kaum zu tarnen.

Die Tanks waren bzw. sind wohl gigantisch, denn bei einem Fassungsvermögen eines einzelnen Tanks von 4000 m³ und einer Länge von 180 m ergibt sich nach Adam Riese ein Durchmesser von 5,20 m !
Die 180 m Länge habe ich 1974 in Krailling erklärt bekommen, denn da kleidete man mich in seltsame Gewänder und ich durfte dort per Hand Holzbrücken zur Abschreckung der roten Mot-Schützen bauen - Fitness-Studios gab es nämlich noch nicht.
Wir durften immer in dem Gebiet üben, welches von den Amerikanern schon mal vorsorglich nach dem Krieg gesprengt worden war, bis einem etwas schlaueren Obristen wohl aufgefallen war, dass man hier auch eine NATO-Reserve einrichten könnte....uns so war es dann auch. Heute ist das Tanklager in der Hand der Tschechen als deren eiserne Reserve.

Als Besonderheit wäre noch zu erwähnen, dass die Bundeswehr nach dem Krieg noch ein Eisenbahn-Regiment besaß. Die haben dort "richtige" Stahlbrücken gebaut und durften mit der Dampflok spielen.

Ich kenne nur ein Foto vom Inneren eines solchen Tanks, vielleicht hat jemand hier mehr Infos ???

Da man in 2-D nur schwer die Größe einer solchen Grube darstellen kann, kommt nun auch mal der Hund zum Einsatz (-oo-)
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Re: Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft 1934 - 1970

Beitragvon deradel » Dienstag 28. April 2020, 17:13

Solche Tanks in etwa?

https://www.youtube.com/watch?v=ycd5MZM_rQo

Im Prinzip hätte man ab 1935 bei den ganzen Kasernen Neubauten, sowie Wifo Bauten und Bunker Bauten, einfach was mit basteln können und keinen hätte es gejuckt!
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Re: Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft 1934 - 1970

Beitragvon PEKE » Mittwoch 29. April 2020, 05:46

Kohnstein als bekannteste Lager der Wifo, auch Raudnitz an der Elbe bei den Tschechen fehlt, heute Nato Lager
Gruß Peter

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Re: Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft 1934 - 1970

Beitragvon Augustiner » Mittwoch 29. April 2020, 11:28

deradel hat geschrieben:Solche Tanks in etwa ?


Schönes Video - danke, aber dies hat weder in der Dimension noch in der Bauweise mit den vorgenannten WiFo-Lagern zu tun.
Schon einer dieser Tanks der WiFo hatte ein Fassungsvermögen von 4 Millionen (!) Litern, die Fa. Dyckerhoff-Widmann AG hatte wohl ein Patent drauf (Stahl zur Dichtheit und Stahlbeton als Ummantelung für die Stabilität).
Krailling ist mit 110 Mio. Litern ein eher kleineres Lager, dennoch räkeln sich dort rund 28 Tanks im Untergrund. Bei "meinen" 180 m Länge also 5,20 m im Durchmesser, wobei unklar ist, ob rund, oval, eckig oder eine Mischform daraus.

Die WiFo hatte 1936 unter Ingenieur Karl Wilhelm Neu mit 400 Arbeitern zwar auch am Kohnstein begonnen, aber ein herkömmliches Lager, nur unterirdisch verbracht (WiFo I,II und III). Ohne die Vorarbeiten der WiFo wäre dort m.M. 1943 niemals eine Rüstungsproduktion entstanden (umgewidmet in Mittelbauwerke GmbH).

An eine unterirdische Rüstungsproduktion hatte also vor 42/43 niemand gedacht - Gott sei Dank.
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Re: Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft 1934 - 1970

Beitragvon kallepirna » Mittwoch 29. April 2020, 17:35

Die Tanks von @Adel seinem Video sind Russischen Ursprungs, das Tanklager Entstand erst nach dem Krieg. mfg. kallepirna
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Re: Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft 1934 - 1970

Beitragvon deradel » Mittwoch 29. April 2020, 17:51

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Re: Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft 1934 - 1970

Beitragvon Luchs » Mittwoch 29. April 2020, 19:48

deradel hat geschrieben:Solche Tanks in etwa?
https://www.youtube.com/watch?v=ycd5MZM_rQo


Bei diesem Video handelt es sich auch um ein Treibstofflager, aber des Warschauer Vertrages, unter Nachnutzung eines Teils der ehem. U-Verlagerung Zechstein. Diese Tanks hatten einen Durchmesser um die fünf Meter, mit Längen von "nur" 60 bzw. 90 m.
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Re: Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft 1934 - 1970

Beitragvon Augustiner » Donnerstag 30. April 2020, 08:55

Dr. Google war anscheinend auf Fortbildung.............
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Re: Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft 1934 - 1970

Beitragvon kallepirna » Donnerstag 30. April 2020, 16:57

Beachtliche Größe. mfg. kallepirna
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Re: Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft 1934 - 1970

Beitragvon Augustiner » Freitag 1. Mai 2020, 10:52

kallepirna hat geschrieben:Beachtliche Größe. mfg. kallepirna


Ich denke mal, die Höhe (Durchmesser) liegt eher bei 8 m - vgl. 1. Foto.

Mit etwas gutem Willen lässt sich vom Kohnstein, Himmelberg B-3b, Anhydrit, ein wackliger Steg zum S-Bauvorhaben bei Ohrdruf ableiten; B-3b wurde zugunsten des Jonastals (?) aufgegeben.

Ob die WiFo die zivilen Industrie- und Bergbaubetriebe auch bei B-3b weiterhin koordinierte, kann ich nicht sagen.
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Re: Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft 1934 - 1970

Beitragvon kps » Samstag 2. Mai 2020, 08:07

Augustiner hat geschrieben:
kallepirna hat geschrieben:Beachtliche Größe. mfg. kallepirna


Ich denke mal, die Höhe (Durchmesser) liegt eher bei 8 m - vgl. 1. Foto.

Mit etwas gutem Willen lässt sich vom Kohnstein, Himmelberg B-3b, Anhydrit, ein wackliger Steg zum S-Bauvorhaben bei Ohrdruf ableiten; B-3b wurde zugunsten des Jonastals (?) aufgegeben.

Ob die WiFo die zivilen Industrie- und Bergbaubetriebe auch bei B-3b weiterhin koordinierte, kann ich nicht sagen.


An der Stelle bricht dein Steg denke ich bei geringen Belastungen. B3b sowie S III haben beide nichts mit der WiFo zu tun. B3b war bei Appenrode geplant ebenfalls im Himmelberg. [Korrigiert: Ich hatte erst Himmelsberg gelesen und nicht Himmelberg]

Wir haben hier dazu auch eine Diskussion -> viewtopic.php?f=39&t=324

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Re: Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft 1934 - 1970

Beitragvon kps » Samstag 2. Mai 2020, 08:18

Oder doch nicht. In der B3b Diskussion steht: ...B 3b im Mühlberg bei Appenrode, also doch nicht Himmelberg. Ich komme da immer noch etwas durcheinander. Egal für hier. Das sollten wir in der anderen Diskussion weiter betrachten.

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Re: Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft 1934 - 1970

Beitragvon manganer » Samstag 2. Mai 2020, 12:20

Diese Irritation um Mühlberg und Himmelberg kann ich vielleicht aufklären. Eigentlich meinen alle dasselbe, haben aber anscheinend unterschiedliche Karten als Grundlage. Ich sage es ungern, aber hier haben die Kollegen offensichtlich geschlammt oder eben einen alten Fehler korrigiert. Gemerkt habe ich das auch nur durch Zufall, als ich um Woffleben und B3 geforscht hatte. Kurzum, im alten MTB ist der Mühlberg im Westen und der Himmelberg im Osten, also genau umgekehrt wie die heutige Bezeichnung. Deswegen gabs auch immer Diskussionen, wo denn nun eigentlich die kurzzeitigen Stollenversuche vom B3b wirklich stattgefunden haben... Unteres Bild: Ausschnitt vom Ur-MTB 2525 Nordhausen von 1870; Oberes Bild: Ausschnitt vom MTB 4430 Nordhausen-Nord von 1943...
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Re: Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft 1934 - 1970

Beitragvon kps » Samstag 2. Mai 2020, 20:14

Danke - Auch da passt deine Signatur Manganer: "Das größte Rätsel hat manchmal die einfachste Lösung..."

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