Freileitung Crawinkel - Dosdorf; Baustab VII ?

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Freileitung Crawinkel - Dosdorf; Baustab VII ?

Beitragvon Augustiner » Mittwoch 17. März 2021, 14:16

Ausgehend von einer mündlichen Aussage: "Da geht eine Freileitung von Sophienbrunn quer über den TrÜbPl nach Crawinkel",
kann ich eine Freileitung (ELT und/oder Telefon) von Crawinkel über Liebenstein/ Plaue nach Dosdorf ausmachen. Nördlich von Crawinkel bzw. oben bei Dosdorf verliert sich aber jeweils die Spur.
Vielleicht diente die Leitung der Stromversorgung des Zeltlagers, allerdings hätte es da sicher einen kürzeren Weg gegeben (Crawinkel-Gossel-Espenfeld).
M.M. könnte diese Freileitung dem "Baustab VII" zugeschrieben werden. Ich hoffe, der Verlauf ist einigermaßen nachvollziehbar, ist nicht ganz einfach darzustellen.

Nachtrag: Oldeboershuis hat wohl die Bezeichnung SIII "mitgebracht" ? Duck, zisch und weech........
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Re: Freileitung Crawinkel - Dosdorf; Baustab VII ?

Beitragvon PEKE » Donnerstag 18. März 2021, 06:41

Augustiner, SIII steht für Sonderbauvorhaben, deshalb bestimmt auch Sonderinspektion III der SS. Sie haben sich doch
nach dem Attentat auf Hitler überall hinein gedrängt, wo es vom Reich Geld zu verdienen gab. Sonderbauvorhaben mit
Hilfe von KZ Häftlingen besonders.
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Re: Freileitung Crawinkel - Dosdorf; Baustab VII ?

Beitragvon Augustiner » Donnerstag 18. März 2021, 11:39

Geht man mal von der Richtigkeit o.g. Aufstellung der Baustäbe aus, so wäre Baustab VII dann auch für die Zuleitung Arnstadt-Jonastal zuständig. Ferner die Zuleitung von Wechmar zum Bittstädter Eulenberg mit dortigem 90°-Knick zum TrÜbPl; d.h. am dortigen Eulenberg sollten sich Relikte finden lassen.
"Unsere" Leitung über Crawinkel/ Liebenstein/ Plaue nach Dosdorf scheint dort möglicherweise in einem Trafohäuschen zu verschwinden. Da könnte nämlich ein Graben sein, wahrscheinlich gibt es da irgendeine Vorschrift von Friedrich Barbarossa.

So gesehen kann man dem Baustab III (Wasserversorgung MUNA vom Goldberg) sicher auch die Ringleitung Jonastal vom WW Schönbrunn zuschreiben. Eingespielte Bautrupps hätte man sicher nicht getrennt.

Oldeboershuis (Oldenburg) war SS-Hauptsturmführer und Hesse (Baustab I) eventuell Architekt Heese ?
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Re: Freileitung Crawinkel - Dosdorf; Baustab VII ?

Beitragvon Chlotar » Donnerstag 18. März 2021, 13:23

@ Augustiner´

Eventuell, wenn nicht schon bekannt, findest Du hier etwas:
https://www.ak-stromgeschichte-thuering ... edit&id=17

Wechmar wurde 1908 an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Versorgt wurde vom Kraftwerk Wandersleben, wobei ich keine Idee habe, wo dieses Kraftwerk stand oder die Gebäudehülle heute noch steht.
Ob Sophienbrunn je an das öffentliche Netz angeschlossen war, was ja Sinn gemacht hätte, wenn von dort eine Freileitung abgeht, ist mir nicht bekannt. Seit geraumer Zeit versorgt sich Sophienbrunn über ein recht leistungsstarkes (Not-, Bau-) Stromaggregat selbst.

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Re: Freileitung Crawinkel - Dosdorf; Baustab VII ?

Beitragvon Augustiner » Donnerstag 18. März 2021, 17:09

Servus Chlotar,

als einfacher Mörteltragermensch habe ich vom Elektrischen nur so viel Ahnung, dass man tunlichst nicht mit einem Draht in diesen in der Wand eingemauerten Schweineschnäuzchen rumstochern sollte.

Tatsächlich findet man in den topografischen Karten von damals keine Freileitungen o.ä., deshalb lege ich mal den Artikel der GTGJ von 2004 bei. Die dort gezeigten Doppelmasten 50 KV haben wir aber hier sicher nicht.
Vielleicht ist es lesbar.
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Re: Freileitung Crawinkel - Dosdorf; Baustab VII ?

Beitragvon Chlotar » Donnerstag 18. März 2021, 19:00

Sicherlich steht N. Voß in Sachen Energie voll in der Materie.

Andererseits schreibt er selbst "W=Wechmar" und "L=Liebenstein" sei spekulativ oder interpretiere ich das falsch?
Eine Leitung die keiner gesehen hat und die in keinem Netzplan verzeichnet ist aber der Leitungsverlauf ist auf einer Karte zu verfolgen? Warum stellt sich dann die Frage, Zitat: "Wer hat den Leitungsverlauf gesehen?" Zeigt das eingestellte Foto die betreffende Leitung oder handelt es sich um ein Beispielfoto?
Die Leitung wurde kurz vor dem Eintreffen der US-Army wieder abgebaut - prima, dass das so gut zu planen war.

Mir persönlich geht das wieder in die Richtung unterirdische Energieerzeugung welcher Art auch immer, und als Abnehmer riesige unterirdische Anlagen auf dem Platz, welche am liebsten von Wechmar aus zu befahren sind. Noch zu mal mir der Verfasser des Artikels einmal versicherte, dass er persönlich schon einmal auf dem Platz in einer solchen unterirdischen Halle gestanden hätte und spätestens da stehen bei mir die Nackenhaare.

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Re: Freileitung Crawinkel - Dosdorf; Baustab VII ?

Beitragvon PEKE » Freitag 19. März 2021, 07:14

Teilplan Einspeisung mit 6KV 1935 und das neue Trafohaus 1937 zur Zweiteinspeisung des TRÜpl. Das Trafohaus
wurde auf einer kurzfristig enteigneten Grundstück errichtet. Es gab Streit wegen der Enteignug zum nutze des
Staates und man landete vor Gericht.
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Re: Freileitung Crawinkel - Dosdorf; Baustab VII ?

Beitragvon Augustiner » Freitag 19. März 2021, 09:30

@ Chlotar

Da der Autor vom Bauvorhaben 128 von W nach L mit 50 Arbeitern unterschiedlicher Nationalitäten spricht, ist für mich als unbedarften Leser keinerlei Spekulation erkennbar. Die Namen der deutschen Mitarbeiter sind nämlich bekannt, was allerdings unwillkürlich an 2 andere Jonastalreisende denken lässt. Die genannten Quellen wären von Interesse.

Jetzt habe ich aber tatsächlich so eine "frische" Leitung von Crawinkel direktdamang über Liebenstein/Plaue nach Dosdorf entdeckt, die aber m.M. nichts mit der Versorgung des Zeltlagers zu tun haben kann. Also drehe ich den Spieß um und behaupte, dass in Crawinkel wegen Überbelegung die Lichter ausgegangen sind und deshalb eine mögliche Überkapazität in Dosdorf angezapft worden ist.

@ Peter
Das Trafohäuschen hat aber nichts mit Dosdorf zu tun !
Danke für die Pläne.
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Re: Freileitung Crawinkel - Dosdorf; Baustab VII ?

Beitragvon Augustiner » Freitag 19. März 2021, 16:08

Ich überlege noch:

Nachdem ich gestern den Diskussionen von Kekule, Lauterbach, Maischberger und Co. bis in die Tiefe der Nacht gelauscht habe, so möchte ich dann doch auch hier die angeregt kontroverse Diskussion zu einem runden Abschluss bringen [c-c-c], und bleibe weitestgehend ratlos zurück.

"Möglicherweise" ist man wegen den punktartigen Bildfehlern eines Luftwaffenbildes in die Falle getappt. Betrachtet man das Folgebild sind die Pünktchen verschwunden.

P.S. und "OffTopic": südlich von Plüskow ist noch keine quadratische Hecke; guckst Du GE und blättere die Jahre durch !

Lt. Luftbilddatenbank sind die Aufnahmen eher von 1941, macht auch total Sinn.
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Grund: erklärt sich von selbst
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Re: Freileitung Crawinkel - Dosdorf; Baustab VII ?

Beitragvon Chlotar » Freitag 19. März 2021, 19:06

Ich bin heute Nachmittag mal in der Dosdorfer Flur spazieren gegangen. Eine Freileitung aus Richtung Plaue verläuft da heute noch, allerdings quert diese Leitung bereits kurz vor Dosdorf (südwestlich) die Straße und die Gera.
Hinsichtlich des Carls-Foto vom 25.03.1945 glaube ich nicht, das dort im eingezeichneten Bereich in einem Graben verlegt wurde bzw. sich dort überhaupt ein Graben befand, da es sich um einen fast senkrecht abfallenden (ca.20m) Berghang handelt.
Das eventuelle "Trafo-Häuschen" ist nicht mehr zu entdecken bzw. liegt heute auf einem Privatgrundstück mit anderer Bebauung.
Einzig der "Kasten" ist heute kein Kasten mehr, sondern ein aus einem halb eingelassenen Betonring (1m Durchmesser) und einem darauf sitzenden Betonkonus bestehender Brunnenschacht(?), Schacht, Grube, oder was auch immer. Der Konus ist mit einem Betondeckel abgedeckt, dieser ist mit 2 Metalllaschen am Konus verschraubt (ausgerechnet heute hatte ich keinen 10er Schlüssel einstecken, sonst immer ;-)), somit blieb mir verborgen was und wie tief es darunter weitergeht.
Letztlich aber alles sehr unspektakulär.

Hinsichtlich der Leitung im Umfeld von Sophienhof, fällt mir lediglich noch ein, dass an der Südflanke der Langen Hain in diverse Eichen Isolatoren eingeschraubt waren (ggf. noch sind), allerdings würde ich diese Art der Leitungsverlegung eher den Nachnutzern ab 1945 zuschreiben wollen.

P.S. Den rechteckigen, durch Wälle begrenzten Bereich (CA-Lager) bei ehemals Plüskow, gibt es nun seit ca. 3 Jahren nicht mehr. Der Bereich wurde mit der Beräumung plan gezogen.
Dafür kann man nun die freigelegten Reste/Trümmer von Plüskow besichtigen.

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Re: Freileitung Crawinkel - Dosdorf; Baustab VII ?

Beitragvon PEKE » Samstag 20. März 2021, 16:36

Liebenstein, Gosselerstrasse - Abzweig am Ender der Bebauung, dort kommt eine Freileitung glaube 15KV und dort beginnt
eine Freileitung Richtung Gossel - ursprünglich mit Holzmasten - Stempelung 1936
Gruß Peter

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Re: Freileitung Crawinkel - Dosdorf; Baustab VII ?

Beitragvon Augustiner » Montag 22. März 2021, 14:09

Chlotar hat geschrieben:Ich bin heute Nachmittag mal in der Dosdorfer Flur spazieren gegangen. Eine Freileitung aus Richtung Plaue verläuft da heute noch, allerdings quert diese Leitung bereits kurz vor Dosdorf (südwestlich) die Straße und die Gera.
VG


Servus Chlotar (-oo-)

herzlichen Dank für Deine Feststellungen. Falls unsere gewählten Bedenkenträger*innen vielleicht mal für einen Impfstoff sorgen könnten, würde ich auch gern mal wieder vor Ort rumgurken.
Anbei TK 10 Ausschnitt von ca. 1995 - vor der Digitalisierung wahrscheinlich eine der besten Karten, wobei unser "Häusle" bereits in der TK 25 von 1935 vermerkt ist.
Unser "Häusle" ist in heute in GE nicht mehr zu finden, der Transformator in TK 10 etwas nordöstlich sollte aber noch existent sein.
Merkwürdigerweise werden hier die Luftbilder ~ 150x abgesaugt - und das war es auch schon.

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Re: Freileitung Crawinkel - Dosdorf; Baustab VII ?

Beitragvon manganer » Dienstag 23. März 2021, 13:19

Merkwürdig ist das leider nicht, eher bezeichnend... Mich beschäftigen die Stromverläufe auch schon lange, sind sie doch auch Grundvorraussetzung für bedeutsame Bauvorhaben...
Hier mal ein kleiner und bescheidender Beitrag zur Thematik. es gibt da so ein merkwürdiges Grundstück in den alten Katasterplänen... Leider hab ich keinen direkten Zugriff mehr, zu dem alten Zeug, aber in dem Bereich roter Kringel muß was sein... Leider mußte ich die Grafik unglaublich eindampfen, damit sie durchkommt... Zeitgemäß sind die Beschränkungen nicht mehr...
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Re: Freileitung Crawinkel - Dosdorf; Baustab VII ?

Beitragvon Augustiner » Dienstag 23. März 2021, 14:56

1981 existierte das Häusle noch - für mich sicher Trafohäuschen und angezapft für Crawinkel.
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Re: Freileitung Crawinkel - Dosdorf; Baustab VII ?

Beitragvon Augustiner » Dienstag 23. März 2021, 16:46

manganer hat geschrieben: Mich beschäftigen die Stromverläufe auch schon lange, sind sie doch auch Grundvorraussetzung für bedeutsame Bauvorhaben...


Hinzu kommen kilometerlange Wasserversorgungen, kilometerlange Reichsbahn- und Kleinbahngleise, Brücken- und Wegebau etc..
Und all dies unter verheerenden Bedingungen bei Schnee und Kälte innerhalb nur weniger ~ 4 Monate.

Ich warte immer noch auf die Freigabe von Sputnik V, Johnson & Johnson....... - ja san die alle deppert ?!
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