Flugfeld Röhrensee

Beispiele und Fragen zu LuBis

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Beitragvon TÜP » Dienstag 23. Juni 2009, 20:24

SuR -
Und die Antwort auf die zweite Frage ;):
S&E heißt Supply&Evacuation.


Mister Englisch - ich habs mir jetzt selbst übersetzt: So viel wie "Beliefern und Evakuieren". ;-)))
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Beitragvon Silko » Donnerstag 25. Juni 2009, 17:14

Da geht es glatt noch weiter. @SuR: ich weiß nicht, ob das schon auseinander klamüsert wurde.

In "Day by day, significant events in the history of the 4th Fighter Group" findet sich:

ANOTHER AIR JET KILL
February 25, 1945 - Pierce McKennon lead a fighter sweep to the Dessau area, Germany. When they reached the target area, Rohrensee and Kothen Airdromes were hit. Kendall Carlson, while strafing Kothen, mushed in and hit the ground. He got out, stood on the wing and directed the others to targets on the field through the radio before he was captured. The 334th's Blue Section, comprised of Thomas Bell, Carl Payne, Arthur Bowers and Gordon Denson, destroyed seven on the ground and then Payne destroyed a Me-262 in the air near Naunburg. As the four pilots were on the way out, they were bounced by seven FW-190s and Me-109s at 11,000 feet; but no one fired. Both formations were out of ammunition. The 11 fighters joined up as the German leader looked over and waggled his wings. Everyone flew on together until the Germans broke off. This mission also brought the Group to over 800 destroyed.
quelle: http://www.fourthfightergroup.com/resource/tidbits.html

Was genau die Offiziere der 334. Fighter Squadron bei R3 gemacht haben, wird unter "Victories of the 4th Fighter Group" erörtert (Ground bezeichnet die Zerstörung von am Boden befindlichen Maschinen, ganz rechts die Anz. der zerstörten Maschinen):
2/25/45 Arthur Bowers 334 Me-110 Ground Rohrensee A/D, Ger. 1
2/25/45 Arthur Bowers 334 FW-190 Ground Rohrensee A/D, Ger. 1
2/25/45 Arthur Bowers 334 Me-410 Ground Rohrensee A/D, Ger. 1
2/25/45 Carl Payne 334 Me-262 Air 4 mi s/e of Naunburg, Ger. 1
2/25/45 Carl Payne 334 Me-410 Ground Rohrensee A/D, Ger. 0.5
2/25/45 Thomas Bell 334 FW-190 Ground Rohrensee A/D, Ger. 1
2/25/45 Thomas Bell 334 Me-110 Ground Rohrensee A/D, Ger. 2
2/25/45 Thomas Bell 334 Me-410 Ground Rohrensee A/D, Ger. 0.5
2/25/45 Gordon Denson 334 Me-110 Ground Rohrensee A/D, Ger. 2
quelle: http://www.fourthfightergroup.com/resou ... ories.html
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Beitragvon kps » Donnerstag 25. Juni 2009, 19:11

Das ist ja mal eine prima Quelle. Da hat es doch bestimmt auch gebrannt und die Explosionen waren gut von der Wachsenburg aus zu sehen. Erstaunlich finde ich die exakten Angaben über den Zerstötungsgrad. Haben die ihre Angriffe mitgefilmt?

MfG
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Beitragvon SuR » Donnerstag 25. Juni 2009, 19:32

Ja, das kenn´ ich, hatten wir irgendwo auch schon mal diskutiert.

Um so weniger kann ich ja auch verstehen, dass dieses Flugfeld so gar keine Spuren in den Akten hinterlassen haben will.
Die ganzen Maschinen (wie auch die in den G-2 reports bei der Eroberung genannten) müssen doch irgendwo und irgendwem abgegangen sein. Auch muss doch der ganze Schrott nach der Bombardierung vom 25.02.1945 irgendwie von irgendwem entsorgt worden sein...

Und nicht zuletzt spricht das auch signifikant gegen die Thesen des Dr. Karlsch.
Denn keiner kann mir erzählen, dass der geheimste aller Waffentests ausgerechnet in einem Gebiet durchgeführt wurde, der kurz zuvor so vehement bombardiert und daher sicherlich ständig von den Amis luftüberwacht wurde.
Deshalb hatte ich ja im Ohrdrufer Gespräch auch auf das Flugfeld hingewiesen und das LuBi vom Setember 1944 an die Wand geworfen....
SuR
 

Beitragvon Silko » Donnerstag 25. Juni 2009, 20:32

Und das ist der Hammer: In der Osprey-Publikation "4th Fighter Group - Debden Eagles" findet sich auf Seite 111 eine weitere Erläuterung der Zusammenhänge um den 25.02. Da ist die Rede von 60 unter frisch geschnittenem Grünzeug gut versteckten Flugzeugen. Nochmal: 60 !!! Wenn diese Zahl stimmt, dann war dort schon mächtig etwas los. Und dann gab es dort auch Tanklager. Mit ausreichend Treibstoffvorrat. Sonst stünden die Maschinen dort nicht einfach so herum.

Wenn ich das richtig interpretiere, könnte der 25.02. die erstmalige Überfliegung von R3 gewesen sein. Eine solche Masse Flugzeuge war bestimmt in den Focus der Alliierten gerückt. Es ist anzunehmen, dass weitere Überfliegungen mit Angriffen folgten und ganz genau beobachtet wurde.

Sehr schlecht für Karlsch, SuR, korrekt. Nie im Leben hätte sich dort im März derart Behauptetes ereignen können, ohne dass die Amerikaner davon etwas gemerkt hätten. Was Cläre aber am 03.03. (also nur eine Woche später) und am 12.03. gesehen haben könnte: explodierende Tanklager. Das ist mir jetzt klar!

Aber richtig, wo ist der ganze Mist geblieben? Wieso hat keiner etwas von startenden und landenden Flugzeugen mitbekommen? Wieso ist der Fluplatz heute kaum noch bekannt?

Frage, da ich es jetzt nicht einordnen kann. Ist das Flugfeld heute außerhalb des TrÜbPl?
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Beitragvon kps » Donnerstag 25. Juni 2009, 20:41

Silko hat geschrieben:Frage, da ich es jetzt nicht einordnen kann. Ist das Flugfeld heute außerhalb des TrÜbPl?


Leider nein - denke ich. Was du aber auch alles ausgräbst. Das gibt der Tanklager-Geschichte immer mehr Nahrung - ich bin begeistert.

A-Bumbs in der Nähe eines Flugplatzes und kurz über einem der wichtigsten unterirdischen Bauvorhaben - glaube ich auch nicht.

MfG
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Beitragvon TÜP » Donnerstag 25. Juni 2009, 20:46

Frage, da ich es jetzt nicht einordnen kann. Ist das Flugfeld heute außerhalb des TrÜbPl?


Nein, innerhalb! Ich zeigs dir am Samstag.
Wir waren allerdings schon mit der Sonde dort. Dort kannst du nicht sondeln, alles voll Schrott - aber das was wir rausgeholt hatten war nix Flugzeug - alles russisch.

Chronik Holzhausen/Bittstädt 25.02.1945:
Als dunkle Rauchwolken stehen sie am westlichen Himmel und die Explosionen der lagernden Munition erschüttern den ganzen Tag über unsere Häusser und Herzen [...])


Am 27. und 28.Februar gab es dann Angriffe aufs Ohrdrufer Gleis zur Villa Mühlberg. Stehen die auch mit in der Liste?
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Beitragvon Mattzz » Donnerstag 25. Juni 2009, 22:31

Silko hat geschrieben:...60 unter frisch geschnittenem Grünzeug gut versteckten Flugzeugen...Und dann gab es dort auch Tanklager...

Nennenswerte Treibstoffvorräte müssen vorhanden gewesen sein. Sonst ergäbe das ja keinen Sinn.
Sehr schlecht für Karlsch...Was Cläre aber am 03.03. (also nur eine Woche später) und am 12.03. gesehen haben könnte: explodierende Tanklager.

Was dann mal eine der wenigen plausiblen Erklärungen wäre...
Aber richtig, wo ist der ganze Mist geblieben? Wieso hat keiner etwas von startenden und landenden Flugzeugen mitbekommen? Wieso ist der Fluplatz heute kaum noch bekannt?

Nur gedeckter Bereitstellungsraum mit wenig bis keinem Flugbetrieb? Und irgendwann Abtransport der zerstörten Reste zu Lande. Das fände ich nicht so ungewöhnlich.

Gruß
Matthias
Zuletzt geändert von Mattzz am Donnerstag 25. Juni 2009, 23:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon kps » Donnerstag 25. Juni 2009, 22:41

Ich versuche mal eine Verbindung zum Geschwader in Erfurt-Bindersleben zu finden. Um Erfurt gab es Scheinflugplätze und warum nicht auch Ersatzlandebahn und weitere Bereitstellungsräume?

Die deutschen Verluste müßten eigentlich auch einem Geschwader direkt zuordenbar sein.

MfG
kps
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Beitragvon Mattzz » Donnerstag 25. Juni 2009, 23:23

kps hat geschrieben:Um Erfurt gab es Scheinflugplätze und warum nicht auch Ersatzlandebahn und weitere Bereitstellungsräume?

Ist sogar stark anzunehmen, zumal die bekannten Fliegerhorste ständig angriffsbedroht waren.
kps hat geschrieben:Die deutschen Verluste müßten eigentlich auch einem Geschwader direkt zuordenbar sein.

Ich denke schon. Im Normalfall jedenfalls, wenn die Maschinen nicht einer neu aufzustellenden Einheit zugedacht waren. Dann dürfte die Unterstellung direkt beim zuständigen Luftgau-Kdo. gelegen haben.

Gruß
Matthias
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Beitragvon SuR » Freitag 26. Juni 2009, 07:21

Silko hat geschrieben:... Da ist die Rede von 60 unter frisch geschnittenem Grünzeug gut versteckten Flugzeugen. Nochmal: 60 !!! Wenn diese Zahl stimmt, dann war dort schon mächtig etwas los. Und dann gab es dort auch Tanklager. Mit ausreichend Treibstoffvorrat. Sonst stünden die Maschinen dort nicht einfach so herum.

Kann, nicht muss.

Ich glaube da oben nicht so recht an feste Infrastruktur, denn es fehlte ja anscheinend auch alles Weitere wie Pumpstation, Pipeline etc. Daher musste der Treibstoff wohl eh´ mit Kesselwagen oder ähnlichem da hoch. Wieso noch extra ein Tanklager bauen?

Silko hat geschrieben:Wenn ich das richtig interpretiere, könnte der 25.02. die erstmalige Überfliegung von R3 gewesen sein.

No Sir.

Wie schon weiter oben geschrieben, ist das US-Luftbild mit den Eintragungen der 'Dispersal Area' etc. von Mitte Spetember 1944. Spätestens seit damals wussten die Amis Bescheid.

Silko hat geschrieben:Sehr schlecht für Karlsch, SuR, korrekt. Nie im Leben hätte sich dort im März derart Behauptetes ereignen können, ohne dass die Amerikaner davon etwas gemerkt hätten.

Sach´ ich doch. Seit Jahren. :D
Silko hat geschrieben:Was Cläre aber am 03.03. (also nur eine Woche später) und am 12.03. gesehen haben könnte: explodierende Tanklager. Das ist mir jetzt klar!


Tanklager: siehe oben.

Explosion auf dem Flugfeld: sehe ich genau so.
Da verweise ich mal auf eine Diskussion in 2006, damals noch bei Harry (http://www.explorate.de/Forum/unterirdi ... post141658).

Der Kollege TS-Eastrail war damals so freundlich und hat ein virtuelles Bild einer nächtlichen Treibstoffexplosion auf R-3 aus der Perspektive des Turms der Wachsenburg erstellt. Kuckst Du hier:

http://img88.imageshack.us/img88/9127/flugfeldsv9.jpg

Ich denke, da braucht man nicht mehr viel dazu sagen.

Silko hat geschrieben:Aber richtig, wo ist der ganze Mist geblieben? Wieso hat keiner etwas von startenden und landenden Flugzeugen mitbekommen? Wieso ist der Fluplatz heute kaum noch bekannt?

Da müssen die Leute vor Ort halt mal die alten Ommas fragen...

Silko hat geschrieben:Ist das Flugfeld heute außerhalb des TrÜbPl?

Nein, knapp innerhalb, man kann aber legal bis auf ein paar Meter ran. Das Gelände sieht heute aus wie renaturiert.
SuR
 

Beitragvon Mercedes-Diesel » Freitag 26. Juni 2009, 09:19

Ich schieß jetzt mal aus dem Bauch.

Habt Ihr mal daran gedacht, ob es nicht zutreffend ist, daß dieses ganze doch nur ein riesiges Ablenkungsmanöver war ?

Flugplatz: keine Treibstofftanks bei der Masse an Flugzeugen? Wo waren die Hangar`s für Wartungen ? Vielleicht doch nur Holzflugzeuge ?

Stollen hinter dem Berg > Scheinbaustelle um von einem, in der Nähe befindlichen Objekt ab zu lenken.

Das würde für mich Sinn machen. Der "Feind" konzentriert sich auf obiges und wird vom wichtigen in der Nähe abgelenkt.

Aber wie immer....nur Vermutungen sprich "Spekulatius".
Grüße Andreas

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Beitragvon SuR » Freitag 26. Juni 2009, 09:56

> ... daß dieses ganze doch nur ein riesiges Ablenkungsmanöver war ?
Klipp und Klar: NEIN.
SuR
 

Beitragvon Hans-Jürgen Räppold » Freitag 26. Juni 2009, 11:05

Ich könnte mir schon vorstellen, dass man von einem solchen Flugfeld nicht viel mitbekommen hat oder auch mitbekommen wollte. Denn erstens unterlag ja mit Sicherheit eine solche Anlage der Geheimhaltung und zweitens war ja auch die Luft fast ständig erfüllt mit Motorenlärm. Im Hinblick auf die bekannten Anlagen (Truppenübungsplatz usw.) hat man bestimmt mehr darauf geachtet, ob von oben was kommt und einem auf dem Kopf fällt, als auf startende und landende Maschinen.

@Florian: Pipelines wird man mit Sicherheit zu diesem Zeitpunkt für derartige Objekte nicht gehabt haben - das wäre viel zu aufwändig gewesen. Heute rechnet man (als Faustformel) beim Pipelinebau mit einem Baufortschritt - wenn alles "rund" läuft - von 1km pro Tag. Ein solcher Baufortschritt war zu dieser Zeit bei weitem nicht möglich, denn es fehlte ja an den heutigen modernen Maschinen, wie:
Schwere Planierraupen, z. B. Cat D4, D6 oder gar D9; Paywelder (Schweißraupen); Seitenbäume (eine Art Kran auf Ketten), Ditcher (Grabenfräsen); Bagger mit größerer Bodenfreiheit, wie z. B. P&H, Biegemaschinen usw.
Auch sollten wir nicht vergessen, dass sich mittlerweile die Schweißtechnik wahnsinnig verbessert hat. Damals wurde steigend geschweißt, heute wird nur noch mit Fallnaht gearbeitet - das bedeutet nur noch einen Bruchteil der eigentlichen Schweißzeiten. Nur - die hierfür erforderlichen Elektroden wurden per Luftfracht aus Amerika bezogen (als man bei uns mit solchen Arbeiten nach dem Krieg begann) bis dann Böhler in Östereich diese Elektroden herstellte.
Aus den vorgenannten Gründen wird man deshalb die Treibstoffe mit Kesselwagen transportiert haben.
Zur Frage von Tanks: Auch hier liegt das Problem am Herbeischaffen und/oder der Herstellung solcher. Nottanks für Feldtanklager heute bestehen aus Kunststoffmaterial; diese Tanks werden dann in vorbereitete (mit treibstoffsicherem Bitumenmaterial) befestigte Erdmulden verlegt.
LG
Jürgen
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Beitragvon Mercedes-Diesel » Freitag 26. Juni 2009, 11:58

SuR hat geschrieben:> ... daß dieses ganze doch nur ein riesiges Ablenkungsmanöver war ?
Klipp und Klar: NEIN.


Hi, Florian, dann müsstest du zumindest hieb und stichfeste Beweise haben. Nur, wo sind die Tanks ? Betankung per LKW, in Anbetracht der vielen Maschinen, wäre ein riesiger, logistischer Aufwand gewesen (Bhf. Ohrdruf > LKW auf Platz)
Wo sollte dann das Kerosin Depot sein ?
Wo wurden die Maschinen gewartet ? Bei der vielzahl auf den Bildern kann ich mir das, ehrlich gesagt, Feldmäßig nicht vorstellen. Da müssen zumindest 1-2 Hangars gewesen sein. Kein Mechaniker rödelt auf der Wiese rum.
Nur auf den mir vorliegenden Luftbildern sehe ich nichts dergleichen.
Zuletzt geändert von Mercedes-Diesel am Freitag 26. Juni 2009, 12:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Mercedes-Diesel » Freitag 26. Juni 2009, 12:07

Hans-Jürgen Räppold hat geschrieben:Aus den vorgenannten Gründen wird man deshalb die Treibstoffe mit Kesselwagen transportiert haben.

LG
Jürgen


Ja, da wäre dann sicherlich der Bhf Ohrdruf gewesen. Standen da auf irgendeinem Luftbild Kesselwagen ? Transport auf den Platz mit LKW, nur wo soll der Speicher gewesen sein ?
Rohrleitung wäre auch möglich, nur irgendwo muss ein Puffer gewesen sein.
Oberirdisch kann ich mir nicht vorstellen. Wäre bei einem evtl. Crash oder Bombenabwurf viel zu gefährlich.
Betankung direkt vom LKW...?? Bei wenigen Flugbewegungen sicherlich möglich. Aber in Anbetracht der vielen Maschinen auf dem Luftbild, würde ich das Ausschließen. Der Zeitaufwand wäre enorm.
So wie ich das gesehen habe, waren die Flieger schon recht groß. Kennt jemamd den genauen Typ ? Somit hätte man ja den Tankinhalt und nehme den mal die Anzahl der Maschinen....damit wäre der etwaige Kerosinbedarf bekannt.
Tankzüge mit 30 tsd. Litern hatte man damals nicht, meines Wissens waren dass alles Solo LKW....somit könnte man sich Ausrechnen wie viele LKW (ohne Tank Depot) da hätten Pendeln müssen, um eine Betankung sicherzustellen.

Hier in Kassel Rothwesten waren die Hangars unterirdisch. Es wurde sogar erzählt, dass ein Alarmstart direkt aus selbigen möglich war.
Heute sind die allerdings zugeschoben und abgesoffen.
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Beitragvon SuR » Freitag 26. Juni 2009, 12:35

Sagt mal, lest ihr eigentlich auch ab und zu, was hier geschrieben wird????


1.) habe ich mit hier mit den Kesselwagen angefangen und das FEHLEN einer Pipeline als Argument GEGEN Tanks genannt.

2.) speziell @MD: Ich MUSS hier GAR NIX beweisen. Denn ich bin weder Buchautor noch Wirtschaftshistoriker noch beides zusammen.
Die müssen beweisen, was sie behaupten - ich habe die angenehme und einfache Position, deren Behauptungen zu verfizieren (oder zu verwerfen).

Und da hier auch noch einige andere der Meinung sind, dass nach dem Bombenangriff auf R-3 im Februar 1945 ein Test im Dreieck den Amis garantiert aufgefallen wäre, liege ich mit meinr seit Jahren praktizierten Ablehnung der Thesen eines Dr. K. wohl nicht ganz daneben.

3.) Nein, R-3 war KEIN groß angelegtes Ablenkungsmanöver.
Denn 1.) hatte man für so einen Blödsinn überhaupt keine Zeit und keine Ressourcen mehr, und 2.) von was hätte man denn um Himmelswillen ausgerechnet dort ablenken sollen? Und wohin?
Lest nicht so viel Mehner und Co. dann kommt Ihr erst gar nicht auf so einen Quatsch.

4.) Warum sollen denn Kesselwagen (wenn es denn welche waren) "sicherlich" von Ohrdruf gekommen sein? Warum denn nicht von Neudietendorf oder von Arnstadt, oder von wasweißich?

5.) Das war KEIN FlugPLATZ.
Deshalb gab es auch keine Hangars etc. sondern nur einen behelfsmäßigen Tower (südlich der Bahn, sieht man auf den LuBis) und mindestens einen Schuppen (der wird in den G-2 Protokollen erwähnt).

6.) Die Aktenlage zu R-3 ist anscheinend extrem dünn im Vergleich zu anderen Plätzen. Schaut doch mal in den entsprechenden Band von Jürgen Zapf rein - da gibt es zu allen anderen Plätzen deutlich mehr Info.
SuR
 

Beitragvon Augustiner » Freitag 26. Juni 2009, 12:51

SuR hat geschrieben:> ... daß dieses ganze doch nur ein riesiges Ablenkungsmanöver war ?
Klipp und Klar: NEIN.


Du hast recht, und wer recht hat, zahlt a' Mass (-oo-)

Leider gibt es für das 10000er Eingangsbild kein westliches Anschlußbild, worauf eventuelle Wartungsanlagen etc. u.U. dort erkennbar wären. Aufgeschreckt durch die ~ 60 Flugzeuge guck ich in das 40000er Julibild 45 und tatsächlich, der Platz geht westlich weiter.
Dort, wo "unsere" vorher lagen, stehen jetzt die Russen ungetarnt rum(auch in den "Nischen"). Möglicherweise geht der Platz auch nooooch weiter nach Westen, aber so wie von mir angehiaselt, könnte das schon passen. Der Maßstab ist dermaßen schlecht, daß man die Flieger nur erahnen kann, aber eine Vergrößerung versuche ich später dennoch.
Zum Flugbetrieb gibt es übrigens auch eine sehr genaue Zeitzeugenbeschreibung.
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Beitragvon Mercedes-Diesel » Freitag 26. Juni 2009, 12:54

SuR hat geschrieben:
2.) speziell @MD: Ich MUSS hier GAR NIX beweisen. Denn ich bin weder Buchautor noch Wirtschaftshistoriker noch beides zusammen.
Die müssen beweisen, was sie behaupten - ich habe die angenehme und einfache Position, deren Behauptungen zu verfizieren (oder zu verwerfen).



Hey ! nu komm mal wieder runter...Du musst MIR nix beweisen !! Ich hatte lediglich geschrieben, dass Du da scheinbar mehr weißt wie ich.
Außerdem ist dass hier nur eine Diskussion...nicht mehr und nicht weniger. Es tritt dir keiner auf die Füße !!

Wenn dort, wie Silko schrieb, mehr als 60 Flugzeuge waren ??!! dann kannst du dir ziemlich sicher sein, dass da auch ein Tanklager war und zumindest auch Möglichkeiten der Reparatur bzw. Infrastruktur.
Dafür war ich zu lang in der fliegenden Einheit der BW um zu Wissen, welcher Bedarf ect. benötigt wird, um eine Einsatzbereitschaft sicherzustellen.
Kesselwagen von Neudietendorf, Gotha oder weiß der Geier zu Enttanken und per LKW dorthin zu fahren ist absoluter Nonsens.
Warum ? Ganz einfach, weil in Ohrdruf z.b. ein Gleisanschluss war. Auch Arnstadt könnte da in Betracht gezogen werden. Immer der Punkt, der am nächsten liegt.
Den Sprit weiter her zu holen, wären in meinen Augen, ohne Begründung...Schildbürgerstreiche.

Kesselwagen direkt an der Flight ?? Um Gottes Willen !! niemals. Warum ? Bedenke ein Flieger hat Seitenwind...kommt von der Piste ab...oder Fahrwek klemmt ect. und der crasht !! Da geht der ganze Platz hoch. Den Gedanken gleich wieder fallen lassen.
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Beitragvon SuR » Freitag 26. Juni 2009, 13:06

OK Andreas,

Du hast Recht, und ich hab´ meine Ruh. [-I-]
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Beitragvon Augustiner » Freitag 26. Juni 2009, 13:20

Versuch der Vergrößerung, ich denke, man kann es der obigen Übersicht ganz gut zuordnen.
Ich habe bei einigen russischen Fliegern mal einen zarten Pfeil hingepappt - ich hoffe man kann noch was erahnen.

Übrigens: das ganze Gebiet wurde von den Amerikanern sowohl am 19.07.
als auch am 22.07.1945 geknipst - beide Filme sind praktisch deckungsgleich und ideal zum Vergleich etwaiger Änderungen am Boden - und letztere gibt es tatsächlich !
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Beitragvon Mercedes-Diesel » Freitag 26. Juni 2009, 13:21

SuR hat geschrieben:OK Andreas,

Du hast Recht, und ich hab´ meine Ruh. [-I-]



Florian, nun sei doch nicht gleich eingeschnappt :-x Wir versuchen hier doch nur gemeinsam eine Lösung bzw. Erklärung zu erarbeiten. Jeder darf (kann) seine Meinung, seine Erkentnisse einbringen, egal ob richtig oder falsch. In diesem Moment setzen ( zumindest bei mir :D) Denkprozesse ein. Das ist doch so richtig und auch gewünscht.

LG
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Beitragvon Mercedes-Diesel » Freitag 26. Juni 2009, 13:28

@Augustiner

jep, kann man gut Erkennen :-top). Fakt ist jedenfalls dass dieses -zumindest für mich- höcht Interessant erscheint und viele viele Fragen aufwirft.

Hoffe daß uns Peter morgen da doch das ein oder andere drüber Berichten kann.
Ich werde jedenfalls, so weit wie ich offiziell gehen darf, mir das beim nächsten Besuch auf alle Fälle mal ansehen werde.
Morgen wird das, in Anbetracht der wenigen Zeit, wahrscheinlich nichts werden...es gibt noch mehr zu begucken :D
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Beitragvon Under » Freitag 26. Juni 2009, 14:17

schlagt mich!!!!

was wäre mit dem öfters angesprochenen unterirdischen landeplatz??? habe selber eine aussage dazu.[-nich-] [-nich-] [-nich-]
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Beitragvon Mattzz » Freitag 26. Juni 2009, 15:20

@SuR
Da stimme ich mit Dir völlig überein: Kein FlugPLATZ im herkömmlichen Sinn. Und Ablenkungsmanöver: Ebenfalls NEIN.

Wenn es sich aber um echte Maschinen und nicht um Attrappen gehandelt hat, müssen die auch die Möglichkeit gehabt haben, dort wieder weg zu kommen. Es müßte dann also vor Ort wenigstens eine ausreichende, hinreichend sicher zwischengelagerte Minimalbevorratung an Treibstoff gegeben haben, denn die kann ich nicht erst im Einsatzfall von irgendwo herankarren.

@MD
Du bemerkst zu Recht das scheinbare Fehlen der üblichen Infrastruktur. Bei festen Einrichtungen ist die eben üblicherweise vorhanden, im Frieden wohlbemerkt. Dagegen gab es damals genügend hastig improvisierte Feldflugplätze, wo nichts dergleichen vorhanden war. Immerhin existierte ja wohl ein behelfsmäßiger Tower. Bei einer möglichen Scheinanlage läge der Fall dann noch wieder anders...

Gruß
Matthias
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