Flugplatz Röhrensee

Beispiele und Fragen zu LuBis

Moderator: Augustiner

Flugplatz Röhrensee

Beitragvon Beldar » Samstag 16. Juli 2011, 10:43

Liebe Jemeinde,
Als ich das erstemal das Luftbildforum besucht hatte, war ich überrascht über die doch große Zahl qualitativ hochwertiger Luftbilder. HUT AB!!!

Doch gleich zur Sache:
Das Luftbild 4255 vom 13.9.44 am Platz Röhrensee mit abgestellten und getarnten Flugzeugen ( u.a. Nachtjäger vom He 219 bzw. die auch als Kurier und Spionageflugzeuge eingesetzte He 111) könnten auch Mock-up´s sein, um eine Flugtätigkeit vorzutäuschen.
Außerdem wurden vom Typ He 219 nicht allzuviel gebaut, um diese für besondere Aufgaben der SS fliegen zu lassen.
Die Flugzeuge auf der oberen rechten Seite und unteren linken Seite sehen eher aus wie antrieblose Flugzeuge.
Die im oberen linken Bereich abgestellte Maschine sieht aus wie ´ne echte He 111.
Die angebliche He 219 kann man zwar an den langezogenen Motorgondeln erkennen, doch läßt sich der Doppeleitwerksträger nicht erkennen.
Ich halte es eher für eine Ju 88/188/388, denn die Flügel sehen in der Draufsicht ähnlich aus wie bei der He 219.
Außerdem fehlen Verlängerungen der Motorgondeln im hinteren Flügelbereich.

In dem Buch von L.Freundt "Rote Plätze" steht unter Ohrdruf, das der Platz als Feldflugplatz in den Unterlagen der ehemaligen Kräfte der USSR als Naturflugplatz zu meist von Hubschraubern genutzt wurde.
Übrigens ist noch zu erfahren, das bei Rudisleben es auch noch einen Flugplatz ohne Start und Landebahnen gegeben hat,
wo nach Ende WKII das meiste demontiert wurde und danach um den Platz von den sowjetischen Freunden hohe Sichtblenden installiert wurden.

In "Einsatzhäfen der deutschen LW im WKII" von Ries/Dierich steht unter Röhrensee nur das der Platz als Schattenplatz
benutzt wurde.

Das merkwürdige daran ist, das sich gerade Ende´44 bis zur Einnahme durch die 89.Infantrie Divison, es wohl verstärkten Flugverkehr gegeben haben muß. Ich glaube durch die andauernde Präsenz von SS und anderen Gruppen des OKH zur Leitung und Beaufsichtigung der Baustellen und ihrer Abschnitte, daß diese nicht mit Zügen an und abgereist sind.
Es war ja nicht die einzige Baustelle!

Was auch merkwürdigen Gedankengängen führt, ist die Tatsache daß auch die Engländer sich für die Gegend interessiert haben. Haben die im Auftrag der Amerikaner fotogafiert?
Gibt es außer der Hinweise bzw. Luftbilder bei der TARA noch andere, die auf Einsätze am Boden und in der Luft schließen können?
Gibt es Angaben wie lange die Engländer diese Gebiet abgelichtet haben?
Gibt es freigegebene Akten des britischen Militärs, die sich mit Aufklärung von U-Anlagen der Nazis beschäftigt?
Grüße aus Berlin
Beldar

P.S.: Darf ich mal ´ne Vermutung vermuten? So ganz nebenbei! Es riecht förmlich danach, daß SS und die Amerikaner
kurz vor Ende gemeinsame Sache machten und damit es zu einer raschen Übergabe von bestimmten Anlagen, Produktionsstätten und Unterlagen kam. Warum sonst wird bis heute alles unter Verschluß gehalten, von allen!
Beldar
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Re: Flugplatz Röhrensee

Beitragvon Watten » Samstag 16. Juli 2011, 14:17

Beldar hat geschrieben:
P.S.: Darf ich mal ´ne Vermutung vermuten? So ganz nebenbei! Es riecht förmlich danach, daß SS und die Amerikaner
kurz vor Ende gemeinsame Sache machten und damit es zu einer raschen Übergabe von bestimmten Anlagen, Produktionsstätten und Unterlagen kam. Warum sonst wird bis heute alles unter Verschluß gehalten, von allen!


Diese Theorie wird auch in dem Buch von M. Schmitzberger "Was die US Army in der Alpenfestung wirklich suchte" betrachtet.
Gruß Watten

...un wo nix is, na ja, da werden wir so lange suchen, bis wir etwas finden!
Watten
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Re: Flugplatz Röhrensee

Beitragvon Luchs » Samstag 16. Juli 2011, 21:11

Beldar hat geschrieben:Das merkwürdige daran ist, das sich gerade Ende´44 bis zur Einnahme durch die 89.Infantrie Divison, es wohl verstärkten Flugverkehr gegeben haben muß. Ich glaube durch die andauernde Präsenz von SS und anderen Gruppen des OKH zur Leitung und Beaufsichtigung der Baustellen und ihrer Abschnitte, daß diese nicht mit Zügen an und abgereist sind.

Haben muss? Ein gewagter Schluss, wenn selbst Himmler und Konsorten bei ihrem Besuch November 44 noch mit der Bahn bis Schönau getuckelt sind. Jürgen Zapf, seit 1979 Geschichtsforscher der deutschen Luftwaffe, ist da ganz anderer Meinung. Demnach wurden hier im September 44 weitgehend Ju 188 des aufgelösten bzw. zur Umrüstung vorgesehenen Kampfgeschwader 6 abgestellt und getarnt. Röhrensee fehlte - auch das zeigen die Luftbilder gut - jegliche Gebäude- und Infrastruktur. Auch zeigt die Wiese keine Spuren wie beispielsweise bei typischen frequentierten Einsatzhäfen. Und letztendlich sollte ein erhöhter Traffic auf dem Platz Mühlberger oder Röhrenseer Bürgern in Erinnerung geblieben sein. Ist es aber erst für die Zeit nach Kriegsende.
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Re: Flugplatz Röhrensee

Beitragvon Beldar » Sonntag 17. Juli 2011, 09:48

Luchs schrieb:
Haben muss? Ein gewagter Schluss, wenn selbst Himmler und Konsorten bei ihrem Besuch November 44 noch mit der Bahn bis Schönau getuckelt sind. Jürgen Zapf, seit 1979 Geschichtsforscher der deutschen Luftwaffe, ist da ganz anderer Meinung. Demnach wurden hier im September 44 weitgehend Ju 188 des aufgelösten bzw. zur Umrüstung vorgesehenen Kampfgeschwader 6 abgestellt und getarnt. Röhrensee fehlte - auch das zeigen die Luftbilder gut - jegliche Gebäude- und Infrastruktur. Auch zeigt die Wiese keine Spuren wie beispielsweise bei typischen frequentierten Einsatzhäfen. Und letztendlich sollte ein erhöhter Traffic auf dem Platz Mühlberger oder Röhrenseer Bürgern in Erinnerung geblieben sein. Ist es aber erst für die Zeit nach Kriegsende.


Moin Luchs,
ist es nicht sowieso alles gewagt was diese Thema betrifft?
Mein Gedankengang geht aus der Vorstellung hervor, das Himmler und Konsorten ja nicht nur eine Baustelle hatten.
Aber es liegt naturlich nahe, da die Alliierten Ende´44 die Luft über deutschem Gebiet beherrschten.
Was ich mit "regem Flugverkehr" meinte war, das es öfter zu Starts und Landungen von einzelnen Maschinen gekommen sein dürfte.
Dies könnte auch nachts oder in der Dämmerung passiert sein, so daß es bei der Bevölkerung gar nicht so aufgefallen sein dürfte.
Bis bald
Beldar
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Re: Flugplatz Röhrensee

Beitragvon Augustiner » Montag 18. Juli 2011, 13:31

Servus Beldar,

schön, daß Dir die LuBis gefallen. "Röhrensee" setzt im August 43 in mieser Qualität ein und endet mit amerikanischen Fotos im Juli 1945; d.h. da waren dann schon "russische" Flieger drauf.
Ausgangspunkt war die Frage nach einem Scheinflugplatz (sicher nicht) bzw. der Identifizierung. Aufgrund der Vielzahl der gebauten Flugzeugtypen m.M. ein hoffnungsloses Unterfangen.
Wie Luchs schon schreibt in der Hauptsache wohl Ju188, aber sicher auch andere, denn so ein Kampfgeschwader verfügte auch über andere Typen.
Jürgen Zapf hatte meiner Erinnerung nach, in einem Internet-Forum auch über nagelneue Flugzeuge (AGO-Werke ???) berichtet - sie wären hier zur "Sicherheit" bzw. fehlendem Benzin abgestellt worden. Kann dieses Forum aber nicht mehr finden.
Ergänzung: ich glaube in Bad Langensalza wurden in Lizenz auch Ju 188 gefertigt und "ausgelagert", ist aber nicht so wichtig.
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