Luftbilder der US Army vom DDR-Gebiet

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Luftbilder der US Army vom DDR-Gebiet

Beitragvon MunaUede » Samstag 6. August 2011, 20:16

Laut einer Sendung im MDR in der letzten Woche (1.08. bis 07.08.2011) haben die Amis zwischen 1945 und 1990 ca. 25.000 Luftbilder vom DDR-Gebiet geschossen. Letzteres erfolgte u.a. aus dem für die Amis reservierten Luftkorridor nach Berlin.

Wißt ihr mehr davon? Eventuell könnte man hier über Veränderungen zu DDR-Zeiten im Jonastal suchen.
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Re: Luftbilder der US Army vom DDR-Gebiet

Beitragvon Augustiner » Sonntag 7. August 2011, 16:31

Der Hauptkorridor war wohl Frankfurt/Main, die anderen kenne ich nicht (Hamburg ?).
Ich könnte gelegentlich Dr. Carls mal ausdrücklich nach solchen Fotos befragen. Die Fotos wurden (verbotenerweise) auch von "zivilen" Flugzeugen geknipst. Um die Reichweite der Kameras zu erhöhen, wurde am Rand der Korridore auch Kurvenflug "geübt". Dabei hat man gelegentlich den Korridor auch verlassen und wurde von russischen bzw. Abfangjägern der NVA wieder zurück auf den Weg der Tugend gestupst.
Wenn ich jetzt nicht alles durcheinander bringe, war eine britische Passagiermaschine sogar kurz davor, von einer MIG abgeschossen zu werden.
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Re: Luftbilder der US Army vom DDR-Gebiet

Beitragvon Luchs » Sonntag 7. August 2011, 20:54

Die Luftaufklärung über Feindesland ist so alt wie der kalte Krieg selbst. Und die DDR dürfte mehr als flächendeckend abgelichtet worden sein. Neben den "legalen" Knipsern, welche die Luftkorridore und die Tempelhof-Zone in vollem Umfang ausnutzten, gab es auch jede Menge Luftraumverletzer. In den 80ern war es schon zur Regel geworden, daß etwa einmal wöchentlich ein Überflug einer SR-71 stattfand. Der Flieger kam meist von Bayern her rein und hat unser Territorium binnen weniger Minuten über die Ostsee wieder verlassen. Allein aus dem Zeitraum müßten hunderte bis tausende Aufnahmen vorliegen. Funktechnisch wurden die mit etwa mach3 und in großer Höhe operierenden Aufklärer schon weit vor unserer Grenze erfasst (Oborona :-) Und obwohl es seit Aufstellung des Wega-Systems technisch kein Problem gewesen wäre, einen solchen Vogel abzuschießen, wurde außer einem Alarm und der Aufzeichnung des Fluges von unserer Seite (natürlich nicht ohne Einwilligung des großen Bruders) nichts unternommen. Zum einen wäre das Risiko sehr groß gewesen, daß Raketensplitter oder Trümmer auf eigenem Territorium Schaden anrichteten, zum anderen hatte das Gebiet der DDR trotz des eisernen Vorhangs strategisch längst nicht die Brisanz, die ihm immer angedichtet wird (Manche Gebiete Nord- und Ostrusslands hätte hingegen kein Flugzeug der Welt unbehelligt erreicht, geschweige überflogen). Hier kann sicher der Edgar noch etwas dazu sagen.

Die Luftaufklärung über Osteuropa im großen Stil begann wahrscheinlich seit dem regelmäßigen Einsatz der U-2. Gegen Ende der 80er wurde mit zunehmender Präzision der Satellitenaufklärung die Spionagefliegerei weitgehend unattraktiv. Und wenn man wirklich mal ein Makro braucht, wird meist eine Drohne ausgesetzt. Die SR-71 hat bis heute keinen serienmäßigen Nachfolger, der ihr technisch das Wasser reichen könnte. Noch heute bin ich von dem Flieger mehr als fasziniert.

Um zur Eingangsfrage zurück zu kommen: Die Suche ist eigentlich nur in dem Zeiträumen sinnvoll, wo die Jonastalstraße nicht öffentlich befahrbar war, insofern mag ich nicht glauben, daß direkt im Tal großartiges passiert ist. Anders wahrscheinlich im Sperrgebiet.
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