Entwurf Zeitleiste Amt 10 Teil 2 1936 - 1937

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Entwurf Zeitleiste Amt 10 Teil 2 1936 - 1937

Beitragvon Panzermann » Montag 5. Dezember 2011, 18:07

Entwurf einer Zeitleiste zum Amt 10 Teil II 1936 – 1937

1936

1936 ohne Datum
Der Tr.Üb.Pl, Ohrdruf wird ganzjährig von den Panzerregimentern der 1. Pz.Div. zum Scharfschießen mit Panzern und zur Gefechtsausbildung bis einschl. Abteilungsebene genutzt.

"1936 trafen (beim Pz.Rgt. 1 – Anm. d. Verf.) die ersten Pz. IV (kz) ein, Ende 36 – zunächst als Versuchsfahrzeuge – die ersten 3 Pz. III (Ausf. A). Mitte 1937 folgten Pz.Kpf.Wgn. II (20 mm KwK., 1 MG) Während des ganzen Jahres marschierte man kurzfristig nach Ohrdruf zum Scharfschießen mit Panzern oder zur Gefechtsausbil-dung bis Abt. Rahmen."
Quelle: Stoves, Rolf: Die 1. Panzer-Division 1935 – 1945. Edition DÖRFLER im NEBEL VERLAG GmbH, Eggolsheim. S. 10

Jan. 1936
Baubeginn des "Amtes 10". Das Datum des genauen Baubeginns ist nicht ge-nau bekannt.
Quelle: Kampe, H. G.; Die Heeres-Nachrichtentruppe der Wehrmacht 1935-1945. Edition DÖRFLER im NEBEL VERLAG GmbH, Eggolsheim. S. 82

1936 bis 1944
Das Truppenlager Ohrdruf wird ausgebaut. Dieser Prozeß setzt sich bis 1944 fort.
Quelle: Cramer, P., u.a., Truppenübungsplatz Ohrdruf. Heinrich-Jung-Verlagsgesellschaft mbH, Zella-Mehlis/Meiningen 1995

08. Jan. 1936
"Am 8. Januar 1936 legte die Reichspostdirektion Erfurt dazu (für die Zwischenlö-sung O – Anm. d. Verf.) eine Kalkulation vor, in der die Kosten für die Einrichtung einer jetzt »Amt 10a« genannten Zwischenlösung mit 11.800 RM angegeben wur-den. Art und Umfang der Arbeiten lassen vermuten, daß vorhandene Räume genutzt werden sollten, vermutlich im Keller eines Gebäudes in der Nähe des Bauplatzes. Am 23. Januar 1936 bestätigte das Heer, daß die Kosten für das »Amt 10a« aus Mitteln des Sonderbauprogramm 1935 gedeckt werden sollten, am 03. Februar 1936 wurde dem Bauvorhaben die Nr. 1202/35 zugewiesen."
Quelle: Vereinszeitschrift der Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e.V. Nr. 7. S.12

16. Jan. 1936
Da die bisherigen Bezeichnungen für die Planungen zur nachrichtentechnischen Sicherstellung im Kriegsfall in Zossen und Ohrdruf lediglich mit den Anfangsbuchstaben beider Orte "Z" und "O" getarnt wurden, legt die In 7 / OKH fest, daß im Schriftverkehr künftig folgende Decknamen für die Standorte der geplanten Mob.- bzw. Kriegs-Hauptquartiere des OKH zu verwenden sind:

- Stammlager Zossen "Zeppelin"
- Truppenlager Ohrdruf "Olga"

Die Decknamen "Zeppelin" und "Olga" sind also Bezeichnungen, die ursprünglich von der In 7 / OKH im Zusammenhang mit der Planung und Errichtung von unterirdischen Nachrichtenbunkern geprägt wurden.
Quelle: Vereinszeitschrift der Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e. V. Nr. 6. S. 24

Da zu diesem Zeitpunkt weitere Aktivitäten der Reichswehr in der Umgebung des Tr.Üb.Pl. Ohrdruf ausgeschlossen werden können, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Deckname "Olga" nicht aus der Zusammenfügung der Anfangsbuchstaben der Ortschaften OHRDRUF – LUISENTHAL – GOTHA – ARNSTADT entstanden, auch wenn dies nahe liegt.

23. Jan. 1936
Das Heer bestätigt, daß die Kosten für »Amt 10 a« aus Mitteln des Sonderbaupro-gramms 1935 gedeckt werden sollten. Am 03. Febr. 1936 wurden dem Bauvorhaben die Nr. 1202/35 zugewiesen.
Quelle: Vereinszeitschrift der Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e. V. Nr. 7. S. 12

07. März 1936
Deutsche Truppen besetzen das entmilitarisierte Rheinland. Vorwand ist die Ra-tifizierung des frz.-sowj. Bündnisses im Widerspruch zum Locarno-Vertrag, der durch den neuen Überraschungsschlag Hitlers gleichfalls verletzt wird. Auch diesmal erfolgte kaum Widerstand durch die Ententemächte.

10. März 1936
"Vor dem Hintergrund der am 7. März 1936 begonnenen Remilitarisierung des Rheinlands fand am 10. März eine Referentenbesprechung statt, bei der erörtert wurde, inwieweit Ohrdruf für eine Belegung durch das OKH bereit war. Zur Nachrichtensituation stellte das Allgemeine Heeresamt etwas hölzern fest:

»Zwischenlösung: Für die Zeit bis zum Abschluß der friedensmäßigen Vorbereitung am Ausbau Olga ist für die Mob-Nachrichtenvermittlung eine Zwischenlösung vorgesehen, die ab 15.3.36 jederzeit 48 Stunden nach Ausgabe des Befehls durchgeführt sein kann.
Diese Zwischenlösung umfaßt die Schaltung der Sondernetze und Aufbau der Mob-Vermittlung, aber nur für den Fernsprechbetrieb. Die Einrichtung des Fernschreibbetriebes hängt von dem Aufbau schwieriger Apparaturen ab und läßt sich behelfsmäßig nicht zu diesem Zeitpunkt erreichen.« Bei dieser Besprechung wurde schließlich die Bitte an das Reichpostministerium herangetragen, »zu prüfen, ob auch für die Zwischenlösung die Bereitstellung von Fernschreibverbindungen für Olga möglich ist.«

Im weiteren Verlaufe des Jahres 1936 erhöhten sich die fernmeldetechnischen An-forderungen. Im August wurde vorgeschlagen, eines der von Hohenkirchen kom-menden Hochfrequenzkabel in »Amt 10a« einzuführen. Der Hochfrequenzleiter war dabei weniger interessant, vielmehr sollten die Begleitadern zur Entlastung anderer Fernkabel genutzt werden. Im Oktober 1936 berichtete die Reichspostdirektion Erfurt, daß inzwischen auch der Betriebsraum für eine Fernschreibstelle im »Amt 10a« baulich hergerichtet worden sei. Die Kosten der Zwischenlösung dürften in der Zwischenzeit nicht unerheblich angestiegen sein. Von Seiten des Heeres wurde angeregt, die Zusatzkosten durch 188.000 RM zu decken, die durch Wegfall der Fernseheinrichtung im »Amt 10a« freigeworden waren. Im Mobilmachungskalender mit Stand vom 11. Dezember 1936 ist für die Inbetriebsetzung des »Amt 10a« auch das Durchprüfen von Springschreibern vorgesehen; zu diesem Zeitpunkt war die Zwischenlösung also auch für den Fernschreibbetrieb eingerichtet."
Quelle: Vereinszeitschrift der Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e. V. Nr. 7. S. 12f

11. März 1936
Die In 7 / OKH fordert vom RPM "... aus zwingenden militärischen Gründen ist es erforderlich, daß alle für Bernstadt (Arnstadt) in Auftrag gegebenen nachrichtentechnischen Einrichtungen am 1.4.1936 betriebsfertig sind."
Quelle: Vereinszeitschrift der Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e. V. Nr. 6. S. 24

20. März 1936-1
Beim GenStdH findet eine Besprechung mit dem Ziel zur Klärung der folgender Frage statt, "in wie weit das Truppenlager Ohrdruf im Bedarfsfall als HQu des OKH genutzt werden kann". Man kann mit großer Sicherheit davon ausgehen, daß im Ergebnis dieser Besprechung entschieden wurde, auf "Olga" als Standort des HQu des OKH vorläufig zu verzichten und die Führung der Truppen im Mobilmachungsfall von Zossen aus sicherstellen zu lassen.
Quelle: Vereinszeitschrift der Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e. V. Nr. 6. S. 24

20. März 1936-2
Im Anschluß an die erste Bohrung (siehe 26.11.1936) erteilt die RPD Erfurt ebenfalls der Fa. H. Anger's & Söhne einen zweiten Auftrag mit der Nr. 11074 zur Durchführung einer Brunnenbohrung auf dem Tr.Üb.Pl. Ohrdruf an einer ca. 2.500 m entfernten Stelle. Diese Bohrung wurde im Zeitraum vom 20. März bis zum 18. Juli 1936 durchgeführt. Diesmal wurde bis zu einer Tiefe von 218 m gebohrt. Der Pumpversuch über 44,5 Std. zeigte eine Leistung von 24 cbm/h.
Quelle: http://www.gtgj.de./forum/viewtopic.php?f=38&t=1320 (abgerufen am: 04. Nov. 2011 16:49)

26. März 1936
Das RPM orientiert die RPD Erfurt zum Amt 9:
"Für das Amt 9, das aus als Ausweiche für das Amt 8 gedacht ist, waren lediglich Vorarbeiten in Form von Kostenberechnungen durchzuführen. Der Ausbau des Amtes 9 ist vorläufig nicht beabsichtigt."
Quelle: Beitrag von ssch auf viewtopic.php?f=5&t=1188

In diesem Beitrag erläutert ssch weiter:
"Es gab nämlich Planungen für ein »Amt 9« als Ausweiche für »Amt 8«. »Amt 9 « hätte sich in Gotha befunden, der Deckname war »Goberg«. Der Fall »Goberg« stellte eine Schaltungsvariante des Hektornetzes dar. Dabei handelte es sich aber immer nur um theoretische Überlegungen. Zwar waren Anfang 1936 in Hektor-Verbindungsübersichten auch zahlreiche Verbindungen nach Gotha vorgesehen. Die von der Reichspostdirektion Erfurt (Postbaurat Kaspar) entworfenen Pläne für den Ausbau des Gewölbekellers (Schloß?) zum »Amt 9« haben aber nur auf dem Papier bestanden.

16. April 1936
Die RPD Erfurt konnte dem RPM mitteilen:
"Anliegend wird je eine Abnahmeverhandlung über die fernsprechtechnische Einrichtung, die WT-Einrichtung und die Handvermittlungseinrichtung des Amtes 8 vorgelegt.
Die technischen Einrichtungen stehen ab 8.4. bzw. 9.4 betriebsbereit. Die Stromver-sorgungsanlage wird voraussichtlich am 21.4 bis auf den Anschluß der Netzersatzanlage an die Schalttafel endgültig fertiggestellt sein. Unabhängig davon kann der Betrieb jederzeit aufgenommen werden.
Die Netzersatzanlage wird nach Angabe der Firma voraussichtlich bis zum 25.4.36 geliefert werden. Nach deren Aufstellung wird mit der endgültigen Fertigstellung der Räume (Gasschleusen, Malerarbeiten und Linoleumbelag) begonnen werden."
Quelle: viewtopic.php?f=5&t=1188 (abgerufen am 04. Dez. 2011 17:00)

Das Amt 8 bzw. Bernstadt war die Ausweichnachrichtenzentrale für den Chef des Heerestransportwesens (HTrspW) im Arnstädter Schloß seit Mitte April

23. April 1936
Die RPD Erfurt legte einen Kostenvoranschlag für den in Planung befindlichen Nachrichtenbunker Ohrdruf – ohne technische Ausrüstung vor:

Hauptgebäude (unter Tage) 875.000 RM (Hauptbunker)
Versorgungsgebäude (unter Tage) 215.000 RM (Nebenbunker)
Dienstgebäude Vermittlung 112.000 RM
Wohngebäude für einen Pfleger 32.000 RM
Wohngebäude für den Heizer 25.000 RM
Stollen 550.000 RM
Außenanlagen 86.000 RM
Planung, Bauleitung und Ausführung 55.000 RM
Gesamt 1.895.000 RM
Quelle: Ständer, M.; Schmidt, P., 100 Jahre Truppenübungsplatz Ohrdruf 1906 – 2006. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006. S. 186

28. April 1936
Das RPM übergibt der Insp. d. Nachr.Tr. des OKH eine Baufortschrittsmeldung zum Nachrichtenbunker Ohrdruf: " Das Gebäude für die Endlösung wird ... im August fertig sein. Für Aufbau des Orts- und Fernamtes benötigt die Firma Zwietusch u. Co etwa 6 Monate. Unter Zuhilfenahme von Schichtdienst und Überstunden wird sich der Termin für den Aufbau der technischen Einrichtungen etwas verkürzen lassen, doch kann mit der endgültigen Fertigstellung der Endlösung Olga nicht vor dem 31.1.1937 gerechnet werden."
Quelle: Vereinszeitschrift der Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e. V. Nr. 6. S. 25

Bemerkung:
Das Gebäude für den unterirdischen Nachrichtenbunker im Truppenlager Ohrdruf wurde in einem Zeitraum errichtet, in dem das Leben auf dem Tr.Üb.Pl. Ohrdruf durch eine intensive Übungstätigkeit und durch die Aufstellung neuer Truppenteile und Einheiten geprägt war. Eine bessere Tarnung für die Errichtung eines geheimen unterirdischen Nachrichtenbunkers konnte man sich gar nicht wünschen.

11. Juni 1936
Die RPF Erfurt konnte dem RPM von weiteren Baufortschritten berichten:
"Bau und Einrichtung des Amtes 8 sind bis auf die im Erdgeschoß liegenden Räume (Lager und Aufenthaltsraum) beendet.
Quelle: viewtopic.php?f=5&t=1188 (abgerufen am 04. Dez. 2011 17:07)

12. Juni 1936
Das RWM übergibt der RPM die Forderung für das neue Störungsnetz "Otto-kar", welches vom 06. Okt. 1936 bis 01. April 1934 gültig ist.
"Die am 26. Juni 1936 erlassene »Weisung für die einheitliche Vorbereitung eines möglichen Krieges durch WA (Wehrmachtamt – Anm.d.Verf.), Heer, Marine und Luftwaffe« löste für die Führungsverbindungen des Heeres eine neue Netzplanung aus. Die dazu dem Reichpostministerium am 12 .Juni 1936 übergebenen Vorgaben betrafen vorerst nur den Westteil. Der Ostteil des Netzes erfuhr seine Änderung mit einer dementsprechenden Forderung vom 2. Juli 1936. Die Schaltbereitschaft des gesamten Netzes war zum 15. September 1936 gefordert worden.
In dieser Netzplanung tauchte erstmals eine für das Oberkommando der Heeres-gruppe 2 in Bad Nauheim vorgesehene Führungsstelle auf. Für die von ihr geführten Armeen sollten die fernmeldemäßigen Voraussetzungen in Siegburg, Wiesbaden und Winnenden geschaffen werden. Für das in Siegburg geplante Armeeoberkommando war in Euskirchen eine Ausweichführungsstelle vorzubereiten. Weitere Armee-Führungsstellen waren wie bisher in Coburg und Neumarkt sowie in Müncheberg und Baruth und in Königsberg sicherzustellen.
Bis auf wenige Fernschreibleitungen waren die Verbindungen zum festgelegten Termin schaltbereit. "
Quelle: Kampe, H. G.; Die Heeres-Nachrichtentruppe der Wehrmacht 1935-1945. Edition DÖRFLER im NEBEL VERLAG GmbH, Eggolsheim. S. 86

23./26. Juni 1936
"Am 23./26. Juni 1936 wohnte der Oberbefehlshaber des Heeres, Gen.-Oberst Frhr. v. Fritsch dem Dienst des Regiments (Anm. d. Verf. - Pz.Rgt. 4) bei. Es war erstmals, daß das Regiment sein Können vor höchsten Herren unter Beweis stellen konnte. Schon am 10. August weilte erneut hoher Besuch beim Regiment..."
Quelle: Strauß, Franz-Josef: Die Geschichte der 2. (Wiener) Panzer-Division. Edition DÖRFLER im NEBEL VERLAG GmbH, Eggolsheim. S. 392

29. Juli 1936
Die Diskussion über den Standort des HQu des OKH erreicht mit einem Schreiben der Zentralabteilung an die Operationsabteilung (1. Abt. des GenStdH) und an die Organisationsabteilung (2. Abt. des GenStdH), die an der Standortdiskussion betei-ligt waren, einen Höhepunkt. In diesem Schreiben schlug die Zentralabteilung den Bau eines gas- und luftschutzsicheren festen HQu an einem dritten Ort vor, der noch festgelegt werden sollte. Bis zur Fertigstellung des dritten HQu sollten sowohl Zossen-Wünsdorf als auch Ohrdruf lediglich als provisorische Ausweichunterkünfte beibehalten werden. Dabei wies man Zossen-Wünsdorf die Funktion des Mobilmachungsstandortes und einer vorübergehenden Ausweichunterunterkunft zu, das spätestens nach vier Tagen vom Führungsstab des OKH und nach acht Tagen vom Rest des Oberkommandos in Richtung Ohrdruf verlassen werden sollte. Ohrdruf dagegen wurde jetzt als Haupt-Ausweichunterkunft bezeichnet, die ab 01. April 1937 vom 4. Mob.-Tag an zur Aufnahme des in Zossen-Wünsdorf mobilgemachten Generalstabes des Heeres bereit sein sollte.
Quelle: Kampe, Hans Georg: Deckname "Zeppelin". Die Bunker im Hauptquartier des OKH in Zossen. Projekt + Verlag Dr. Erwin Meißler. Hönow b. Berlin, 2003. S. 13

10. Aug. 1936
Erbprinz Gustav Adolf von Schweden, der spätere König, Gen.d.Pz.Tr. Oswald Lutz, der gerade zum GM beförderte Heinz Guderian (Kdr. der 2. Pz.Div.) und Oberst Max von Hartlieb gen. Walsporn (Kdr. der 2. Pz.Brig.) wohnten einer Übung des Pz.Rgt. 4 auf dem Tr.Üb.Pl. Ohrdruf bei, die unter dem Befehl des zum Oberst beförderten Rgt.Kdr. Kühn stand und an der auch Teile des Schtz.Rgt. 2 und der Pz.Abw.Abt. 37 teilnahmen.
Quelle: Strauß, Franz-Josef: Die Geschichte der 2. (Wiener) Panzer-Division. Edition DÖRFLER im NEBEL VERLAG GmbH, Eggolsheim. S. 392

14. Aug. 1936
Die strikte Ablehnung des am 29. Juli 1936 von der Zentralabteilung geäußerten völlig neuen Gedankens führte schließlich am 14. Aug. 1936 zu einer längst fälligen Grundsatzentscheidung des Chefs des GenStdH, Gen.d.Art. Ludwig Beck,:

1. "Z bzw. W-Dorf (Zossen-Wünsdorf) und O (Ohrdruf) werden auch in Zukunft als Ausweichunterkünfte beibehalten,
2. die Frage des Ausbaues einer dritten Ausweichunterkunft ist vorerst zu-rückzustellen,
3. die Frage einer Verlegung des beweglichen Führungsstabes ist aus Tar-nungsgründen nicht mehr schriftlich zu erörtern...

Sowohl in Z bzw. W-Dorf wie in O müssen bombensichere Luftschutzanlagen (Luftschutzkeller usw.) geschaffen werden. Der Schwerpunkt des Ausbaues liegt auf O. Der Ausbau muß sofort in Angriff genommen werden."
Quelle: Kampe, Hans Georg: Deckname "Zeppelin". Die Bunker im Hauptquartier des OKH in Zossen. Hönow b. Berlin, 2003. S. 14

Bemerkungen:
1. Die monatelange Standortdiskussion um das HQu des OKH könnte eine Erklä-rung dafür sein, weshalb die Planung an dem unterirdischen Nachrichtenbunker in Zossen-Wünsdorf (seit dem 29. Mai 1935) mehr als ein Jahr stagnierten.
2. Die Entscheidung des Chefs des GenStdH provoziert Frage: "Wurden auf dem Tr.Üb.Pl. Ohrdruf außerdem unterirdischen Nachrichtenbunker noch weitere unterirdische Anlagen geschaffen?"

War es im Aug. 1936 möglich, daß Angehörige des GenStdH ausgerechnet die o. g. Entscheidung des Chefs des GenStdH nach der Schaffung "bombensicherer Luftschutzanlagen in O" nicht befolgt haben? Jeder auch nur mit geringen militärhistorischen bzw. militärischen Kenntnissen ausgestattete Mensch wird diese Frage aufs Entschiedenste verneinen. Entweder hat Gen. Beck seine Festlegung bezüglich der Schaffung bombensicherer Luftschutzanlagen aufgehoben oder es wurden welche gebaut.

01. Sept. 1936
Im Zusammenhang mit der Errichtung der Ämter 8 und 10 wurde ab Mitte der dreißi-ger Jahre auch der Ausbau der deutschen Fernkabelnetze betrieben, die aus dem Militäretat finanziert wurden:

- FK 202 – 01.09.36
Gotha – Schwabhausen – Ohrdruf (Hotel "Deutscher Kaiser") – Amt 10 – Tam-buchshof – Bittstädt – Arnstadt – Dornheim – Erfurt
- FK 220 – 15.04.37
Leinefelde – Eisenach – Tabarz – Friedrichroda – Georgenthal – Stutzhaus – Abzweig Oberhof – Eisfeld
- FK 502 – 06.08.37
Berlin – Trebnitz (501) – Seebergen – Wechmar – Schwabhausen – Petriroda – Hohenkirchen – Abzweig Amt 10 – Georgenthal – Tambach-Dietharz – München
- Flk – 31.12.37
Amt 10 – Hundsbrunn (Tr.Üb.Pl. Ohrdruf) – Wechmar – Wandersleben – Apfels-tädt – Kornhochheim – Molsdorf – Rhoda – Erfurt
- Fk 224 – 01.08.38
Stutzhaus – Crawinkel – Gossel – Espenfeld – Siegelbach – Arnstadt

Quelle: Geheimnis Jonastal. Vereinszeitschrift der GTGJ Jonastal e. V. Nr. 6 – August 2006. S. 27

22. Sept. 1936
In einer vom RPM an die RPDn übergebenen Anweisung für die Bereitstellung der Fernsprech- und Fernschreibverbindungen des Störungsnetzes Hektor (einschließ-lich Zusatznetzes Bernstadt) heißt es einleitend:

"Netztechnisch betrachtet, gliedert sich das Gesamt-Störungsnetz Hektor in das ei-gentliche Netz Hektor, dessen Netzmittelpunkte die Zentralen Berlin – Voßstraße und W'dorf sind und in ein kleineres Zusatznetz, das als »Zusatznetz Bernstadt« bezeichnet wird. Das Zusatznetz wird je nach Lage der Verhältnisse als Ergänzung deseigentlichen Hektornetzes mit diesem zusammen oder später geschaltet. Welche F- und T-Verbindungen zum »Zusatznetz Bernstadt« gehören, wird den in Frage kommenden RPDn vom RPZ mitgeteilt."
Quelle: viewtopic.php?f=5&t=1188 (abgerufen am 04. Dez. 2011 12:13)

Im Begleitschreiben zu der Anweisung heißt es erklärend:

"Es kann möglich sein, daß im Bedarfsfalle, wenn der Netzmittelpunkt W'dorf ausfällt, das gesamte W'dorf gestützte Hektornetz nach Bernstadt umgeschwenkt werden muß. Damit dann keine Schwierigkeiten auftreten, ist vom RPZ jetzt schon zu prüfen, wie die in W'dorf endigenden Verbindungen nach Bernstadt durchzubringen sind."
Quelle: viewtopic.php?f=5&t=1188 (abgerufen am 04. Dez. 2011 12:13)

03. Okt. 1936
Der VO des Heeres zur DRP, OSL Schindke, informiert das RPM davon, daß für das "Amt 8" in Arnstadt "... das Personal... durch einen Zug der Fernschreibkompanie... mobmäßig sichergestellt ist... Übungen sollen aus Tarnungsgründen nicht stattfin-den."
Quelle: Vereinszeitschrift der Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e. V. Nr. 6. S. 25

05. Okt. 1936
Das zur 2. Pz.Div. gehörende Pz.Rgt. 4 wird Zeitraum vom 05. bis 12. Okt. 1936 von Ohrdruf unter Zurücklassung der 2. und 7. Kompanie mit Fahrzeugen und sechs Offizieren nach Schweinfurt verlegt. Beide Kompanien wurden im Rahmen des Pz.Rgt. 4 wieder aufgestellt.
Quelle: Strauß, Franz-Josef: Die Geschichte der 2. (Wiener) Panzer-Division. Edition DÖRFLER im NEBEL VERLAG GmbH, Eggolsheim. S. 392

06. Okt. 1936
Das Pz.Rgt. 7 wird mit Friedensstandort Vaihingen/Stuttgart mit zwei Abt., bestehend aus je vier Pz.Kp., aufgestellt, aber auf Grund der noch nicht fertiggestellten Kasernen vorläufig auf dem Tr.Üb.Pl. Ohrdruf stationiert.
Quelle: Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, DRITTER BAND: Die Landstreitkräfte 6-14. Verlag E. S. MITTLER & SOHN GMBH, FRANKFURT/MAIN, 1970. S. 62

Zur Aufstellung werden Abgaben der Pz.Rgt. 1 (Erfurt), 2 (Eisenach) und 4 (Ohrdruf) verwendet. Das Rgt. wurde vorläufig der zur 1. Pz.Div. (Weimar) gehörenden 1. Pz.Brig. (Erfurt) unterstellt und bezog Garnison auf dem Tr.Üb.Pl. Ohrdruf. Bis zur Verlegung in seine geplante Garnison nach Vaihingen/Filder, im WK V (Stuttgart), im Herbst 1938 verblieb das Rgt. auf dem Tr.Üb.Pl. Ohrdruf.

30. Okt. 1936
Im Laufe des Jahres 1936 wurden die Planungen für das »Amt 9« komplett fallen gelassen. So hieß es am 30. Oktober 1936 in einem Schreiben an das Reichs-kriegsministerium zu Änderungen im Hektornetz:
"Die Leitungen lfd. Nr. 79 und 80 können fortfallen, da der Fall Goberg künftig nicht mehr in Erscheinung tritt. Die gem. Bezugsschr. vorzusehenden Arbeiten für den Fall Goberg sind daher nicht mehr erforderlich."
Quelle: Beitrag von ssch auf viewtopic.php?f=5&t=1188

09. Nov. 1936
Die Insp. d. Nachr.Tr. des RKM richtet an den Staatssekretär des RPM, Karl Wilhelm Ohnesorge, die schriftliche Bitte zur Übertragung der Ausführung des Gesamtbau-vorhabens in Zossen an die RPD Erfurt, in deren Zuständigkeit bereits die Oberbau-leitung für den Nachrichtenbunker "Olga" lag. Dieses Schreiben ist ein Hinweis da-rauf, daß die Planungsarbeiten für den Nachrichtenbunker "Zeppelin" im Stammlager Zossen wieder aufgenommen worden waren. In diesem Schreiben heißt es wörtlich: "...Um die Auswertung der in Olga gemachten Erfahrungen sicherzustellen, wäre das RKM dankbar, wenn das RPM die bauliche Oberleitung für die 3 Bauten dem Postbaurat Kasper von der RPD Erfurt übertragen würde."
Quelle: Kampe, Hans Georg: Deckname "Zeppelin". Die Bunker im Hauptquartier des OKH in Zossen. Hönow b. Berlin, 2003. S. 15

Anm.d.Verf.:
Dieses Schreiben bestätigt, daß der Bau des Amtes 10 – "Olga" in Ohrdruf eher be-gonnen wurde als der Bau des Amtes 500 – "Neu-Zeppelin" in Zossen.

Hinter den drei Bauten verbergen sich die drei unterirdischen Nachrichtenämter:

- "Amt 500", militärische Tarnbezeichnung: "Neu-Zeppelin", für den Führungsstab des OKH, d. h., für den GenStdH im Raum Zossen-Wünsdorf.
- "Amt 501", militärische Tarnbezeichnung: "Hektor", für den Chef des HTrspW im OKH im Raum Zossen-Wünsdorf.
- "Amt 800", militärische Tarnbezeichnung: "Bernstadt", für den Chef des HTrspW im OKH am Eulenberg, 2 km westl. von Arnstadt.

Bemerkung:
Chef des Transportwesens der Wehrmacht war von Juni 1935 bis April 1945 der Gen.d.Inf. Rudolf Otto Ernst Gerke.

04. Dez. 1936
Der Reichspostminister Paul Freiherr von Eltz-Rübenach erklärt seine Zustimmung zur Übernahme der Oberbauleitung für die vom GenStdH geplanten drei unterirdi-schen Nachrichtenbunker (siehe 09.11.1936).
Quelle: Kampe, Hans Georg: Deckname "Zeppelin". Die Bunker im Hauptquartier des OKH in Zossen. Hönow b. Berlin, 2003. S. 15

07. Dez. 1936
Erneutes Treffen von Beamten der DRP sowie von Offizieren der In 7 und anderer Abteilungen des OKH im Stammlager Zossen zu einer Beratung über den hier ge-planten Bau zweier unterirdischer Nachrichtenanlagen, an der auch der Oberbauleiter des unterirdischen Nachrichtenbunkers "Olga" vom Truppenlager Ohrdruf, Postbaurat Kaspar, teilnahm.
Quelle: Kampe, Hans Georg: Deckname "Zeppelin". Die Bunker im Hauptquartier des OKH in Zossen. Hönow b. Berlin, S. 16

1937

10. Febr. 1937
Wie TÜP am 02. Dez 2011 um 15:33 Uhr im Forum geschrieben hat, steht ein Datum der Zeitleiste AMT 10 ganz fest. Der Grundstein ist auf den 10.02.1937 datiert.
Quelle: Beitrag von TÜP viewtopic.php?f=38&p=47872#p47872
Quelle: Ständer, M.; Schmidt, P., 100 Jahre Truppenübungsplatz Ohrdruf 1906 – 2006. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006. S. 189

11. Febr. 1937
Das RWM übergibt der RPM die Forderung für das Störungsnetz "Ottokar", welches vom 01. April 1934 bis zum Krieg gültig sein soll.
"Im Februar 1937 ergaben sich für den Westteil des Netzes geringfügige Änderun-gen, die durch geplante Ortswechsel der Armeeoberkommandos hervorgerufen wurden. Das AOK 5 ging von Siegburg nach Euskirchen (Ausweiche Bonn), das AOK 1 von Wiesbaden nach Bad Kreuznach und das AOK 7 von Winnenden nach Calw."
Quelle: Kampe, H. G.; Die Heeres-Nachrichtentruppe der Wehrmacht 1935-1945. Edition DÖRFLER im NEBEL VERLAG GmbH, Eggolsheim. S. 86

15. Febr. 1937
Die RPD Erfurt konnte dem RPM schließlich melden:
"Der Bauauftrag 1055/35 (Amt 8 – Anm.d.Verf.) ist nahezu abgeschlossen. Die Rechnungslegung kann in einiger Zeit erfolgen. Im Ganzen wurden bei diesem Bauauftrag der RPD 315 000 RM bereitgestellt. Vf vom 18.9.35, 19.11.35 und 16.1.36 St r 3557-0/h G. bisher wurden rd. 268 000 RM verbraucht, so daß 47 000 RM unverausgabt bleiben werden."
Quelle: viewtopic.php?f=5&t=1188 (abgerufen am: 04. Dez. 2011 17:14)

Der Stab des Chefs des Heerestransportwesens sollte in zwei Arnstädter Schulen untergebracht werden. Zum Lyzeum in der Lindenallee wurden 50 Aderpaare, zur Fürst-Günther-Schule am Schloßplatz 100 Aderpaare gelegt. Die Leitungen endeten an Kabelverzweigern außerhalb der Gebäude. Für beide Schulen lagen detailliere Raumbelegungspläne vor. Das RKM forderte am 12. Jan. 1938 mit Blick auf die Schulgebäude:

"(…) die im Frieden unter Berücksichtigung der Geheimhaltung möglichen materiellen und persönlichen Vorbereitungen (sind) so zu treffen, daß der Ausbau im Bedarfsfall sofort in Angriff genommen und in einer möglichst kurzen Frist durchgeführt werden kann."
Quelle: viewtopic.php?f=5&t=1188 (abgerufen am: 04. Dez. 2011 17:14)

07. Mai 1937
Das RPM informiert die Insp. d. Nachr.Tr. des OKH über den Beginn der Einrichtung der Baustellen für die drei geplanten unterirdischen Nachrichtenämter im Stammlager Zossen und im Bereich des Eulenberges bei Arnstadt (siehe 09.11.1936).
Quelle: Kampe, Hans Georg: Deckname "Zeppelin". Die Bunker im Hauptquartier des OKH in Zossen. Hönow b. Berlin 2003, S. 19

19.05.1937
In einem Schreiben der RPD Erfurt an das RPM die Zwischenlösung Olga betreffend heißt es:
"Die technische Einrichtung im Amt 10 ist soweit fertiggestellt, daß die Zwischenlö-sung (Amt 10a) am 10.5. aufgehoben werden konnte. Von diesem Zeitpunkt ab sind die Fernsprech- und Telegraphenverbindung für das Ottokarnetz in der endgültigen Führung geschaltet, soweit das RPZ uns die Leitungsunterlagen übersandt hat und die vorhandenen Einrichtungen die angeforderten WT-Verbindungen aufnehmen konnten. Die übrigen T- und WT-Verbindungen werden nach Eingang der Schaltunterlagen bzw. nach Fertigstellung der WT-Erweiterung geschaltet. die endgültige Bereitstellung sämtlicher Verbindungen wird zu gegebener Zeit gemeldet."
Quelle: Vereinszeitschrift der Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e.V. Nr. 7. S. 12

Anm. d. Verf.:
1. Die Zwischenlösung Amt 10a wurde am 10.05.37 aufgehoben. Wo befand sich die Zwischenlösung? Wozu wurde die Zwischenlösung nach ihrer Aufhebung genutzt?
2. Lt. diesem Schreiben war das Amt 10 zum größten Teil im Mai 1937 fertigge-stellt. Wer hat die Anlagen bedient?

25. Mai 1937
Im RPM findet wenige Tage nach der Meldung über die Einrichtung der Bunkerbau-stellen im Stammlager Zossen und im Bereich des Eulenberges bei Arnstadt (siehe 07.05.1937) eine Krisensitzung statt, zu der auch Vertreter des OKH eingeladen worden waren. Der Staatssekretär und Stellvertreter des Postministers informiert die Beratungsteilnehmer über die zunehmenden Schwierigkeiten bei der Beschaffung der staatlich bewirtschafteten Rohstoffe und der Auslieferung bestellter Ausrüstun-gen. Als wahrscheinliche Konsequenzen wurde nicht nur die Reduzierung des militärisch beeinflussten Kabelbauprogramms um fast 2.000 km, sondern auch eine erhebliche Verschiebung des ursprünglich geplanten Baubeginns der unterirdischen Nachrichtenbunker in Zossen, Wünsdorf und Arnstadt genannt.
Quelle: Kampe, Hans Georg: Deckname "Zeppelin". Die Bunker im Hauptquartier des OKH in Zossen. Hönow b. Berlin 2003. S. 19

Zu diesem Zeitpunkt war offensichtlich das Gebäude für den unterirdische Nachrichtenbunker "Olga" im Truppenlager Ohrdruf bereits fertig (siehe 28. April 1936), während die Arbeiten zum nachrichtentechnischen Ausbau zum größten Teil ausgeführt waren.

29. Mai 1937
Der Inspekteur der Nachrichtentruppen im OKH, Oberst Erich Fellgiebel, bittet den Staatssekretär des RPM, Dr. Jakob Nagel, die Arbeiten an den beiden Bunkerpro-jekten in Zossen unter allen Umständen fortzusetzen. Dagegen wollte man auf das Bunkerprojekt "Bernstadt" vorerst verzichten. Dem Staatssekretär wurde in diesem Zusammenhang mitgeteilt, daß die Projektierungsarbeiten für das "Amt 800" bei Arnstadt allerdings nicht einzustellen, sondern nur zu unterbrechen seien. Zum gegebenen Zeitpunkt sollten sie weitergeführt werden. Über dieses Gespräch existiert ein nachträglicher Aktenvermerk vom 02. Juni 1936.
Quelle: Kampe, Hans Georg: Deckname "Zeppelin". Die Bunker im Hauptquartier des OKH in Zossen. Hönow b. Berlin, 2003. S. 20f

Bemerkung:
Dr.-Ing. Jakob Nagel löste Dr.-Ing. Karl-Wilhelm Ohnesorge als Staatsekretär im RPM ab. Dieser wur-de am 02. Febr. 1937 zum Reichspostminister ernannt.

24. Juni 1937
Der RKrMin u. ObdW, GFM Werner von Blomberg erläßt die "Weisung für die ein-heitliche Kriegsvorbereitung der Wehrmacht". Diese Weisung hatte auch Auswir-kungen auf den Ausbau des Tr.Üb.Pl. Ohrdruf, insbesondere zur Errichtung der Ausweichunterkunft für das OKH.

In dieser Weisung heißt es:

"Die allgemeine politische Lage berechtigt zu der Vermutung, daß Deutschland mit keinem Angriff von irgendeiner Seite zu rechnen hat. Hierfür spricht in erster Linie neben dem fehlenden Kriegswillen bei fast allen Völkern, insbesondere bei den Westmächten, auch die mangelnde Kriegsbereitschaft einer Reihe von Staaten, vornehmlich Rußlands. Ebenso wenig besteht von Seiten Deutschlands die Absicht, einen europäischen Krieg zu entfesseln."

GFM von Blomberg fordert in dieser Weisung, trotz des fehlenden Kriegswillen bei fast allen Völkern auf Grund der politisch labilen und überraschende Zwischenfälle nicht ausschließende Weltlage, "... eine stete Kriegsbereitschaft der deutschen Wehrmacht, a) um Angriffen jederzeit entgegenzutreten und b) um sich etwa erge-bende politisch günstige Gelegenheiten militärisch ausnutzen zu können".

In dieser Weisung wird die Vorbereitung folgender Kriegs- und Sonderfälle behan-delt:

a) ein möglicher Zweifrontenkrieg mit Schwerpunkt West unter der Bezeichnung Aufmarsch "Rot" mit Frankreich als Hauptgegner. Bereits am 01. Nov. 1935 war eine Anweisung zur Sicherung der Reichsgrenzen für einen Zweifrontenkrieg gegen Frankreich und Polen in Kraft getreten.

b) ein möglicher Zweifrontenkrieg mit Schwerpunkt Südost unter der Bezeich-nung Aufmarsch "Grün" mit der Tschechoslowakei als Hauptgegner;

c) der Sonderfall "Otto", der den Einmarsch in Österreich für den Fall einer Res-tauration der Monarchie vorsah;

d) der Sonderfall "Reichard", für den Fall der kriegerischen Verwicklung mit Rot-spanien und

e) der Sonderfall "Erweiterung Rot/Grün", für den Fall einer Beteiligung Großbri-tanniens, Polen und Litauens an einem Krieg gegen Deutschland.

Quelle: Absolon, Rudolf: Die Wehrmacht im Dritten Reich. Band IV 5. Februar 1938 bis 31. August 1939. © 1998 HARALD BOLDT VERLAG IM R: OLDENBOURG VERLAG. 2. Aufl. München. S. 141

24. Juli 1937
Offenbar im Zusammenhang mit der am 01. Juli 1937 in Kraft gesetzten "Weisung für die einheitliche Kriegsvorbereitung der Wehrmacht" setzte die Insp. d. Nachr.Tr. im OKH ihre Änderungsforderungen vom 11. Febr. 1937 außer Kraft und verlangte vom RPM die Bereitstellung eines völlig neuen Führungsnetzes des OKH "Störungsnetz Ottokar" mit den Schaltvarianten für einen Zweifrontenkrieg mit Schwerpunkt West ("Aufmarsch Rot") oder für einen Zweifrontenkrieg mit Schwer-punkt Südost ("Aufmarsch Grün"). Die Schaltbereitschaft wird zum 02. Nov. 1937 gefordert. Netzmittelpunkt: Zossen (Stammlager) "Zeppelin / Amt 5" und Netzmittel-punkt: Ohrdruf (Truppenlager) "Olga/Provisorien bzw. Amt 10".
Quelle: Vereinszeitschrift der Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e. V. Nr. 6. S. 25

03. Aug. 1937
Der am 01. Juli 1937 in Kraft gesetzten "Weisung für die einheitliche Kriegsvor-bereitung der Wehrmacht" Rechnung tragend forderte, wie bereits dargelegt, die Insp. d. Na.Tr im OKH am 24. Juli nicht nur eine Präzisierung der Netzplanung son-dern am 03. Aug. 1937 neben dem bestehenbleibenden Störungsnetz »Ottokar« die Vorbereitung eines neuen Netzes »Hermann«."
Quelle: Kampe, H. G.; Die Heeres-Nachrichtentruppe der Wehrmacht 1935-1945. Edition DÖRFLER im NEBEL VERLAG GmbH, Eggolsheim. S. 86

14. Okt. 10.1937
Das RPM meldet der In 7 / OKH auf der Grundlage einer Meldung der RPD Erfurt die personelle Sicherstellung der Inbetriebnahme der Nachrichtenanlagen in Ohrdruf: "...Die Bedienung der Anlage (gemeint ist das Amt 10 – Anm. d. Verf.) erfolgt durch 2 Fernsprech-Betriebskompanien, die sich im Wesentlichen aus Personal der DRP zusammensetzen und zum größten Teil am 1. Mob. Tag bis 12.00 Uhr im Amt 10 eintreffen, wie es vom RKM festgelegt ist... Die Zusammensetzung dieser Kompanien ändert sich ab 2.11.37 entsprechend den wirklichen Verhältnissen im Amt 10...".
Quelle: Vereinszeitschrift der Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e. V. Nr. 6. S. 25

11. Nov. 1937
"Zur Sicherstellung einer provisorischen Unterbringung des Hauptquartiers des OKH im Bedarfsfall Ohrdruf erteilte das RPM am 11. November 1937 der Reichspostdirektion Erfurt eine Weisung zur Durchführung der folgenden Arbeiten:

»1. Ausbau von 2 OB 14 Schränken als Mob.Vermittlung im Postamt Ohrdruf und Vorbereitung von 75 Stabsanschlüssen in der Stadt Ohrdruf, davon 45 im Hotel 'Deutscher Kaiser' und 30 im Hotel 'Anker';
2. Ausbau von 2 OB-14 Schränken als Mob.Vermittlung im Kulturhaus 'Schützenhof' in Georgenthal und Vorbereitung der Aufschaltung von 90 Stabsanschlüssen, davon 80 im 'Kulturhaus' und 10 im Hotel 'Deutscher Hof'«."
Quelle: Ständer, M.; Schmidt, P., 100 Jahre Truppenübungsplatz Ohrdruf 1906 – 2006. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006. S. 187

07. Dez. 1937
Gemäß dem "1. Nachtrag zur Weisung für die einheitliche Kriegsvorbereitung der Wehrmacht vom 24.6.1937" ließ die Weiterentwicklung der außenpolitischen Lage den Fall "Rot" (Zweifrontenkrieg mit Schwerpunkt im Westen immer mehr ge-gen den Fall "Grün" (Tschechoslowakei) zurücktreten. Wenn sich im Laufe des Jahres 1938 die politische Gesamtlage nicht grundlegend zu Ungunsten Deutschlands änderte, wollte Blomberg den Fall "Rot" mit dem Ende des Mob.-Jahres 1937/38 (30. Sept. 1938) fortfallen lassen. Dagegen hatten sich "nach den Weisungen des Führers und Reichskanzlers" die politischen Voraussetzungen für die Auslösung des Falles "Grün" geändert und die Ziele eines derartigen Krieges erweitert. Der Schwerpunkt aller Mob.- und Aufmarschvorbereitungen waren schon jetzt auf den Fall "Grün" zu legen. Blomberg verbot jedoch zugleich alle Maßnahmen, die bei Stäben und Truppe die Vermutung hätten auslösen können, als ob schon im Jahre 1938 mit einem Krieg zu rechnen sei. Ebenso waren alle Maßnahmen zu unterlassen, die den planmäßigen Aufbau der Wehrmacht und ihrer Mobilmachung schädigten oder unterbrachen.
Quelle: Absolon, Rudolf: Die Wehrmacht im Dritten Reich. Band IV 5. Februar 1938 bis 31. August 1939. © 1998 HARALD BOLDT VERLAG IM R: OLDENBOURG VERLAG. 2. Aufl. München. S. 142

31. Dez. 1937
Das RPM erhält Kenntnis von der mit dem Chef des GenStdH abgestimmten Festle-gung des Inspekteurs der Nachrichtentruppen beim OKH, wonach auf Grund der anhaltenden Schwierigkeiten bei der Bereitstellung der notwendigen Baumaterialien und Ausrüstungen die Arbeiten am "Amt 501", der unterirdischen Nachrichtenzentrale "Hektor" für den Chef des HTrspW im OKH, sofort einzustellen sind. Damit blieb von den ursprünglich geplanten drei unterirdischen Nachrichtenbunkern des OKH nur noch das "Amt 500" – "Neu-Zeppelin" übrig. Auf Grund dieser Festlegung änderten sich schlagartig alle fernmeldetechnischen Vorgaben für das "Amt 500". Deshalb gab das OKH, das erst am Vortag erhaltene Fernmeldeprojekt des RPM für den Nachrichtenbunker "Neu-Zeppelin" zwecks grundlegender Überarbeitung zurück. Damit verbunden war eine weitere Verzögerung der Fertigstellung des "Amtes 500".
Quelle: Kampe, Hans Georg: Deckname "Zeppelin". Die Bunker im Hauptquartier des OKH in Zossen. Hönow b. Berlin, 2003. S. 21

Panzermann
[wer.der.]
Zuletzt geändert von Panzermann am Dienstag 6. Dezember 2011, 11:59, insgesamt 2-mal geändert.
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Nur wer die Geschichte kennt, der versteht auch die Gegenwart. Die Geschichte ist keine Schiefertafel auf der man beliebig etwas hinzuschreiben oder wegradieren kann.
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Re: Entwurf Zeitleiste Amt 10 Teil 2 1936 - 1937

Beitragvon geige » Dienstag 6. Dezember 2011, 19:14

Das ist ja der helle Wahnsinn,Du glaubst ja garnicht wie diese Informationen bei den Führungen helfen.
vielen Dank,für diese Fleißarbeit.
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geige
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Re: Entwurf Zeitleiste Amt 10 Teil 2 1936 - 1937

Beitragvon wernir » Dienstag 6. Dezember 2011, 19:21

Wirklich tolle Arbeit.

MfG wernir
Gruß Werner
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Re: Entwurf Zeitleiste Amt 10 Teil 2 1936 - 1937

Beitragvon Edgar » Dienstag 6. Dezember 2011, 21:42

So sieht für mich konsequente Literaturauswertung und Archivstudium aus. Meine Hochachtung. Zumal das nicht einmal Deine Hauptschiene ist.

Anfügung: Der "Kampe" gehört zu meiner Lieblingslektüre (wenn auch die Beiträge des Sohnes in anderen Foren umstritten sind).

Gruß vom @gar
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