U-Bauvorhaben B3a/b

Arogonit, Malachit, Dora, Riese, Obersalzberg, Asse, Georgenthal, Luisenthal, Rothenstein, Benshausen, B3 a und b, Gisela, Taler, Erfurt, Neusollstedt usw.

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U-Bauvorhaben B3a/b

Beitragvon Frank B. » Montag 29. März 2004, 05:25

In Woffleben, auf halber Strecke zwischen Niedersachswerfen und Ellrich, war geplant, ein weiteres unterirdisches Junkers-Flugzeugwerk zu errichten. Dies unter dem Decknamen B 3. Häftlinge der umliegenden Dora-Außenkommandos sollten ein künstliches Höhlensystem für Großserien des Dessauer Flugzeugbauers anlegen. Der erste dokumentierte Hinweis auf das geplante Bauvorhaben findet sich in einem Schreiben der Wifo an ihre Außenstelle Niedersachswerfen vom Januar 1944, das die Problematik des Erwerbes von Grundstücken zum Gegenstand hatte, um die Möglichkeit der Unterbringung weiterer unzähliger KZ-Arbeiter zu schaffen. So war vorgesehen, im Norden von Woffleben (Himmelberg) und an der Straße Woffleben-Rudersleben (Kammerforst) zwei Arbeiterlager zu errichten und das „Sträflingslager“ auf der Salza-Seite zu erweitern. In der weiteren Korrespondenz zwischen der Wifo und den beteiligten Stellen des Kammler-Stabes findet der Name „Anhydrit“ für das Bauvorhaben erstmals Ende Februar 1944 Verwendung. Anfang März 1944 trat Himmler an Luftwaffenchef Hermann Göring heran und teilte ihm unter dem Betreff „Einsatz von Häftlingen in der Luftfahrtindustrie“ mit: „Als weitere Einsätze wurden in diesen Tagen vereinbart: Buchenwald: Anhydrit; vorgesehen 10.000 Häftlinge; Fertigung für Junkers im Stollen“.

Am 10. März 1944, einen Tag nach diesem Schreiben, erhielt die Arge Woffleben, ein Zusammenschluss zahlreicher Baufirmen der Region den Auftrag zur Errichtung der Anlage. Mit den Arbeiten wurde noch Ende März 1944 begonnen. Insgesamt sollte eine Stollenfläche von 320.000 qm geschaffen werden. Der „Ausbau Mitte“, wie das Projekt Anhydrit oder B 3 auch genannt wurde, hätte im Falle seiner Fertigstellung die Fläche des mit der V2-Fertigung und später teilweise auch von Junkers belegten Stollenanlage im Kohnstein um das Dreifache übertroffen. Am 17. August 1944 waren 2.894 KZ-Häftlinge auf der Baustelle tätig.

Noch im September 1944 ging Junkers davon aus, die Stollenanlage Hydra mit zwei Abteilungen belegen zu können. 42.208 qm waren für die Großteilefertigung und die Montage von Junkers-Motoren der Baureihe 213 vorgesehen. Es sollten 5.000 Arbeitskräfte Beschäftigung finden. Ein geringerer Platzbedarf von 14.705 qm hatte der Flugzeugbauer für die Fer-tigung von Spezialteilen bei einer Belegschaft von 3.280 Personen einkalkuliert. Beide Betriebsteile sollten der Nordwerke AG unterstellt werden. Scheinbar blieb Junkers allerdings unberücksichtigt. Anfang März 1945 soll die Henschel-Flugzeugwerke GmbH Berlin-Schönefeld 5.500 qm in Nutzung gehabt haben, um dort mit einem Bedarf von 1.100 Personen die Flugabwehrrakete Hs 117 („Schmetterling“) in Serie zu fertigen.

Das Projekt B 3 war aufgegliedert in B 3a und B 3b. Neben der vorgenannten Anlage B 3a wurde im Spätsommer 1944 bei Appenrode, wenige Kilometer nördlich des KZ Dora, unter Einsatz von Häftlingen des Außenkommandos Harzungen mit dem Bau des Stollensystems B 3b begonnen, mit dem eine unterirdische Produktionsfläche von 100.000 qm geschaffen werden sollte, die in den für B 3 genannten 320.000 qm bereits enthalten war. Die Aufteilung in zwei separate Baustellen, nämlich B 3a im Himmelberg bei Woffleben und B 3b im Mühlberg bei Appenrode, ging Ende Juli 1944 vonstatten, wie eine Notiz des Arbeitseinsatzes der SS-Standortführung an die Kommandantur des Stammlagers Buchenwald vom 28. Juli 1944 belegt. Zu diesem Zeitpunkt waren die ersten Häftlinge für die neue Unternehmung bereits abgestellt worden, deren Anzahl in der Statistik von nun ab separat ausgewiesen wurde. Mitte August 1944 belief sich ihre Zahl auf 103 und am 20. August 1944 auf 27. Am 1. September 1944 meldete das zuständige Oberbergamt Clausthal-Zellerfeld dem Reichswirtschaftsministerium, dass das Projekt b 3b „in Planung und im Anlaufen“ sei. Es war eine Verbindung über einen Fahrstollen mit der benachbarten Anlage B 3a bei Woffleben vorgesehen. Anscheinend stellte man die Arbeiten jedoch einige Wochen später bereits wieder ein. Einem Bericht über den Fortschritt der Arbeiten der Arbeitsgemeinschaft Woffleben auf der Baustelle B 3a vom 20. Februar 1945 lässt sich entnehmen, dass die Bauleitung die Vortriebsarbeiten an der benachbarten Anlage im Mühlberg bereits Ende Oktober 1944 eingestellt hatte.

Nach Bornemann soll die Baustelle B 3b zugunsten von SIII eingestellt worden sei. Es wird leider keine nachprüfbare Quelle genannt. Dies halte ich persönlich für nicht nachvollziehbar. In Unterlagen der Arge Woffleben (werden im Archiv der Gedenkstätte Mittelbau-Dora verwahrt) ist die Rede davon, dass die nicht mehr benötigten Materialien nach Berga/Elster únd nicht nach SIII gingen.

Wer kann mehr zu dieser Thematik sagen?

Gruß
Frank
Frank B.
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Beitragvon Frank B. » Montag 29. März 2004, 21:01

Keine Reaktion? :cry: Liegt es am Thema?

Gruß
Frank
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Beitragvon Volwo » Dienstag 30. März 2004, 10:53

Ich kann die Literatur nennen, die ich zum Thema Südwestharz (Ellrich, Niedersw., Harzungen etc) habe:

Vielleicht ist ja was dabei, was du gebrauchen könntest, ich lese dann mal nach.

- AG Spurensuche Südharz /Verein Spurensuche Goslar:
Das Wegzeichenprojekt Westharz- Eine Spurensuche auf den Routen der Todesmärsche... Goslar 2002

- F. Vladi:
Der Bau der Helmetalbahn, Ein Bericht von der Eisenbahngeschichte,...der SS-Baubrigaden...., Duderstadt 2000

- J. Neander: Hat in Europa kein annäherndes Beispiel, Berlin 2000

- Y. Le Manier / A. Sellier:
Bilder aus Dora, München 2001

- D. A. Hacket (Hrsg.):
Der Buchenwald-Report, München 1996

- I. Hennberg: Niedergefahren zur Hölle-Aufgefahren zum Himmel - W. v. Braun und die Produktion der V2 Raketen im KZ Mittelbau-Dora, Bremen 2002

- W. Struve:
Aufstieg und Herrschaft des NS in einer industriellen Kleinstadt, Augsburg 1992

Bei Bedarf kann ich weitere Literaturhinweise reinstellen
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Beitragvon kps » Dienstag 30. März 2004, 19:49

Frank B. hat geschrieben:Keine Reaktion? :cry: Liegt es am Thema?

Gruß
Frank


Es liegt daran, dass du schon so viel hast :-top) Außerdem kann man/ ich nicht immer gleich sofort antworten. Sinnlosposting wie "habe nichts" etc. brauchen wir doch auch nicht. In der Ruhe liegt also die Kraft.

Anbei zu dem was ich dir schon an Archivsignaturen bzgl. B3* geschickt habe noch Folgendes -> Hast du aber evtl. schon und hoffentlich kommt es nicht zu spät:

(Bestand alt R7/1178) neu R3101/31178
Blatt 152: Schreiben vom 28.02.44 über Besprechung am 27.02.1944 beim Amt Bau (2. Sitzung des Arbeitsstabes); Auf Seite 2heißt es unter Lfd. Nr. 7:
„Festlegung des Verlagerungsraumes für SSW, Hydra und AEG -> Prof. Rimpl"


Blatt 232/233: Betrifft Unterirdische Verlagerung innerhalb 1. und 2. Welle RLA, Schreiben vom 23.03.1944; Auf Seite 4 heißt es:
„zu 7. SSW, Hydra, und AEG. Vorschlag durch Prof.Rimpl am 27.3.1944“


Blatt 266: Betr. Verlagerung in unterirdische Räume (berichtigte und erweiterte erste Welle); Schreiben vom 3.3.1944;Auf Seite 2 heißt es:
Firma Nr. 14 = Junkers Dessau
benötigte Fertigungsfläche i/qm: 80000
Fertigung: TL-Gerät
vorgesehener Raum:Anhydritzug Niedersachswerfen (Gen.Kammler)


Mein Standardwerk zum Thema ist "Produktion des Todes" von Dr. Wagner. Dies hast du aber bestimmt schon mehrfach durch - achte immer besonders auf die Quellenangaben (look-)

MfG und viel Spass
kps
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Beitragvon Frank B. » Dienstag 30. März 2004, 20:07

Hallo KPS,

vielen dank für die sehr hilfreichen Hinweise. Einige der Dokumente liegen mir vor. Andere waren aber neu !!! :-multi) Ganz herzlichen Dank. Es war noch früh genug.

Gruß
Frank
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Beitragvon kps » Dienstag 30. März 2004, 20:50

... das freut mich doch. Da war das "Augenverderben" nicht ganz umsonst. Ab sofort bin ich noch wachsamer dies bzgl., da ja B3* auch Auswirkungen auf S III hatte/ haben soll. Bzgl. des gesuchten Baubüros habe ich nichts gefunden :%) bzw. ich habe es hier wohl zum ersten Mal gehört.

Viel Spass und MfG
kps
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B3b

Beitragvon Anonymous » Mittwoch 31. März 2004, 00:08

Hallo Frank,
die Materialien gingen nach Berga/Elster, aber Personal und Technik gingen am 24.12.1944 nach Ohrdruf. Seh einmal bei Fred Dittmann nach. Der muß es wissen, sein Verwandter ist der Bauleiter von B3b. Eigene Aussage Dittmanns mir gegenüber.

MfG
conny
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Beitragvon Frank B. » Mittwoch 31. März 2004, 04:53

@ Conny,

das war mir bislang nicht bekannt. Hast du engeren Kontakt zu Michel? Hat er noch weitere Unterlagen? Eventuell sogar einen Plan von B 3b?

Hat sich Herr Michel dazu geäußert, wie der Verwandte heißt? Er kann ja nur aus dem Umfeld des Baustabes der Wifo oder der Arbeitsgemeinschaft Dr. Born & Richter stammen. Letztere war zunächst ausschließlich für B 3a zuständig. Nach Einstellung der Planungen im November 1944 (?) übernahmen Born & Richter die weitere Planung und Bauüberwachung von B 3a.

Wenn die Baustelle B 3b tatsächlich im November 1944 eingestellt wurde, so stellt sich für mich allerdings die Frage, aus welchem Grund die SS-Sonderinspektion II noch Mitte Februar 1944 davon ausging, das Bauvorhaben B 3b mit einer Fläche von 81.300 qm zu realisieren. Auch das Baubüro der Dortmunder Firma Hanebeck war bis Februar 1945 noch im Bereich Nordhausen tätig, bevor es nach SIII verlegt wurde. Eigentlich ein Widerspruch.

Gruß
Frank
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Beitragvon Anonymous » Mittwoch 31. März 2004, 09:03

Hallo Frank,
Anfang der 90er Jahre war ich mit meiner Frau bei Dittmann, aber im Zusammenhang mit Verlagerungen von Kulturgut. Danach habe ich Ihn noch einmal Mitte der Neunziger angerufen und ihn gefragt, wie es denn zu der Aussage kam, dass zur Jahreswende 44/45 B3b zu Gunsten SIII geräumt wurde. Im Laufe des Gespräches kam er darauf zu sprechen, dass der Bauleiter aus der Verwandschaft stamme und er auch ihm gegenüber keine konkreteren Angaben gemacht habe. Ersatzweise würde ich noch einmal vorschlagen die britischen Berichte der Underground Installations anzusehen, ob dort noch etwas vermerkt ist. Wenn es meine Zeit erlaubt, gehe ich noch einmal in meine Unterlagen, ob ich dort etwas finde. Eine zu den Rüstungsmaßnahmen gezielte Archivrecherche habe ich nicht betrieben, da ich auf die Verlagerung von Kulturgut spezialisiert bin. Daher habe ich mein Augenmerk auch nur auf die Dokumente gelegt, die allgemeine Schlüsse zulassen bzw. für mein Arbeitsgebiet von Interesse waren oder aber Sachverhalte darstellten von denen ich noch keine Kenntnisse besaß.
Da B3b, so die Aussage von Hernn Z. eine Reseveplanung FHQ war, erscheint mir alles möglich. Außerdem kann man davon ausgehen, dass Sauer hier im Rahmen der Jägerstabsplanung noch einmal umdisponiert haben könnte. Das würde ein Weiterarbeiten erklären.
MfG

conny
Anonymous
 

Beitragvon Harry » Samstag 3. April 2004, 00:14

>ist die Rede davon, dass die nicht mehr benötigten

Es gibt genügend Unterlagen die eine Verbringung nach S III bzw. Ohrdruf belegen. Dies betrifft vor allem Material und Machinen, aber auch Einsatzänderungen von Personen.
Harry
 

Beitragvon Frank B. » Samstag 3. April 2004, 13:18

@ Harry,

welche Dokumente meinst du? Trotz intensivster Suchen bin ich bislang nur auf die Unterlagen der Fa. Hanebeck aus Dortmund gestoßen. Weitere sind mir unbekannt. Die Dokumente der Fa. Hanebeck sagen letztendlich auch nur aus, dass sie sowohl im Jonastal als auch in Nordhausen ein Baubüro unterhielt.

Welchen Grund gab es tatsächlich für die Einstellung von B 3a? Und wann wurde die Baustelle stillgelegt? Darüber gibt es unterschiedlichste Angaben. Vermutlich dürfte dies im November 1944 geschehen sein. Aber aus welchem Grund verblieben die Planungsabteilungen noch weiterhin in Nordhausen? Auch die Sonderinspektion II ging noch im Februar 1945 davon aus, dass Projekt B 3b mit einer Stollenfläche von etwa 81.000 qm in Angriff nehmen zu können. Das endgültige Aus dürfte Anfang März 1945 angeordnet worden sein. Wieso diese zeitliche Verzögerung?

Gruß
Frank
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Beitragvon Harry » Samstag 3. April 2004, 14:22

>Welchen Grund gab es tatsächlich

Naja, ein spekulativer könnte doch eine schlichte Verlegung gewesen sein :D bspw. B3 Niente, lets start SIII ...
Harry
 

Beitragvon Frank B. » Samstag 3. April 2004, 15:45

Möglicherweise bestand ja auch ein funktionaler Zusammenhang, nämlich high-tec-Fertigung.

Gruß
Frank
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Beitragvon Harry » Samstag 3. April 2004, 22:10

>nämlich high-tec-Fertigung.

Das wohl. Wenn ich mal Serien Atombomben weglasse scheint es im Umfeld des Jonastales sehr wohl um "Nuklearirgendwas" gegangen zu sein.

>Vermutlich dürfte dies im November 1944

Ebent... und da begann S III offiziell.

>Wieso diese zeitliche Verzögerung

Möglicherweise weil etwas zwischen die ursprüngliche Planung kam. Es deutet alles in eine Richtung, aber ich werde diesmal sicher nicht den Fehler begehen und wieder Hypothetisch werden, damit andre den Reibach machen.
Harry
 

Beitragvon Frank B. » Donnerstag 8. April 2004, 05:10

Erst einmal ganz herzlichen Dank für die bisherigen Antworten. Mit einer solchen Resonanz hätte ich gar nicht gerechnet. [:Res]

Was die benachbarte Anlage B 3a im Himmelberg bei Woffleben angeht, so war ich bis dato davon ausgegangen, dass sie ausschließlich der Fertigung der Flugabwehrraketen "Schmetterling" und "Taifun" gedient habe. Dies unter völliger Verdrängung von Junkers.

Dies scheint unzutreffend sein. In einem Schreiben der Junkers-Rechtsabteilung an die Industriekontor GmbH vom 5. Februar 1945 heißt es auszugsweise:

"Als weiterer OT-Bau kommt die Stollenanlage Nordhausen, Objekt Nr. 500. Deckname Hydra infrage. Eigentümer der Stollenanlage ist die Mittelwerk GmbH, die teils die Anlage selbst benutzt, teils aufgrund eines noch abzuschließenden Pachtvertrages uns für Fertigungszwecke überläßt."

Dies korrespondiert mit den Demontageunterlagen. Vgl. Zakharov, Die SMAD und die unterirdischen Rüstungsbetriebe, S. 111. Dort heißt es unter der laufenden Nr. 27: Woffleben (Himmelberg), Junkerswerke, Filiale des Werkes Dora Mittelbau, demontiert und zerstört. Auch die amerikanischen/englischen Unterlagen sprechen von einer Flugzeugfertigung in Woffleben.

Hat jemand weitergehende Unterlagen? Kann jemang sagen, welche Firmen gegen Kriegsende in B 3a tätig waren?

Gruß
Frank
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Beitragvon indy » Freitag 9. April 2004, 00:55

Erstmal HALLO!

Nach mehrwöchiger Abstinenz bin ich wieder da.

Die Junkerswerke hatten in Wolffleben mehre 1000m² zugesagt bekommen - nur war das B 12 'Kaolin' und nicht 'Hydra'!

Und da sollten nicht nur ein paar Turbinen gebaut werden.
Nein - es sollte dort die Ju 287 entstehen - die ende Febr.(bzw. März) 1945 (von Kammler) aus dem Dornröschenschlaf erweckt worden war.


Was gab es eigentlich noch im 'Mittelraum'?
B 3A Hyrda _ FlaRak (vormals Junkers - ende Febr. abgegeben?)
B 3B ???
B 11 Eber, Kuckuck Niedersachswerfen - Ofenanlage
B 12 Kaolin Mittelwerk I - Junkers
B 13 Nordhausen Lager Ellrich
B 14 ???
B 15 Nordhausen, Halle/Saale ???
B 16 ???
B 17 Kuckuck II Ellrich/Klippen Ofenanlage

Wenn ich jetzt noch wüsste wo 'Schildkröte' war :-sky)

Ich müsste hier vielleicht mal aufräumen :%) )-8-( :music)
indy
 

Beitragvon kps » Freitag 9. April 2004, 07:24

Laut "Produktion des Todes" von Dr. Wagner (Anlage 3 auf Seite 636)
B3a Anhydrit, Hydra -> Flugzeuge Junkers
B3b Anhydrit, Hydra -> Flugzeuge Junkers
B4 Melaphyr, Lava -> Presswerk und Werkzeugbau Junkers
A5 Anhydrit, Heller -> Fahrwerksbau, Federkerntechnik Junkers
B11 Zinnstein -> DHD-Anlage (Kuckuck I) Sauerstofferzeugung (Eber), Düsenjäger Junkers
B12 Kaolin -> Strahtriebwerk und Flugzeuge Junkers
B13 Infrastrukturmaßnahmen-> Helmetalbahn
B15 Infrastrukturmaßnahmen
B17 Argentit, Gneis -> DHD-Anlage (Kuckuck II)
B18 ??
Z12 Turmalin Messgeräte für Fa. Schäfer und Budenburg
?? Porphyr -> Fa. Krupp AG
?? Basalt, Diabas -> Raffinerie für Rhenania Ossag
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Re: U-Bauvorhaben B3a/b

Beitragvon Sucher » Sonntag 14. September 2014, 14:07

Kurzer Hinweis.

B3a am 31.03.45 55000qm / B3b am 31.3.45 25000qm in Nutzung -meinte Kammler am 25.9.44.Sein zuständiger Kopf dort war der HSTF.Dipl.Ing.Geissen ,ghörte zur Sonderinspektion II.
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Re: U-Bauvorhaben B3a/b

Beitragvon deradel » Freitag 15. Juli 2016, 19:23

B 8, 3.9, B11, B12 tauchen in einem Us Report auf wo die Sonderinspektion II der SS mit eine Rolle spielt. Ab August 1944 soll Leitmeritz Vorrang gehabt haben.

Bei B3 soll es große Problem mit unterirdischen Wasserverläufen etc gegeben haben.

@ Sucher, Geissen war Kopf der Sonderinspektion II

Viele Grüße
deradel
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Re: U-Bauvorhaben B3a/b

Beitragvon kps » Samstag 2. Mai 2020, 08:23

Eine denke ich gute Zusammenfassung zum Schwerpunkt - B3b wurde zugunsten S III eingestellt.

Frank B. hat geschrieben:...Das Projekt B 3 war aufgegliedert in B 3a und B 3b. Neben der vorgenannten Anlage B 3a wurde im Spätsommer 1944 bei Appenrode, wenige Kilometer nördlich des KZ Dora, unter Einsatz von Häftlingen des Außenkommandos Harzungen mit dem Bau des Stollensystems B 3b begonnen, mit dem eine unterirdische Produktionsfläche von 100.000 qm geschaffen werden sollte, die in den für B 3 genannten 320.000 qm bereits enthalten war. Die Aufteilung in zwei separate Baustellen, nämlich B 3a im Himmelberg bei Woffleben und B 3b im Mühlberg bei Appenrode, ging Ende Juli 1944 vonstatten, wie eine Notiz des Arbeitseinsatzes der SS-Standortführung an die Kommandantur des Stammlagers Buchenwald vom 28. Juli 1944 belegt. Zu diesem Zeitpunkt waren die ersten Häftlinge für die neue Unternehmung bereits abgestellt worden, deren Anzahl in der Statistik von nun ab separat ausgewiesen wurde. Mitte August 1944 belief sich ihre Zahl auf 103 und am 20. August 1944 auf 27. Am 1. September 1944 meldete das zuständige Oberbergamt Clausthal-Zellerfeld dem Reichswirtschaftsministerium, dass das Projekt b 3b „in Planung und im Anlaufen“ sei. Es war eine Verbindung über einen Fahrstollen mit der benachbarten Anlage B 3a bei Woffleben vorgesehen. Anscheinend stellte man die Arbeiten jedoch einige Wochen später bereits wieder ein. Einem Bericht über den Fortschritt der Arbeiten der Arbeitsgemeinschaft Woffleben auf der Baustelle B 3a vom 20. Februar 1945 lässt sich entnehmen, dass die Bauleitung die Vortriebsarbeiten an der benachbarten Anlage im Mühlberg bereits Ende Oktober 1944 eingestellt hatte.

Nach Bornemann soll die Baustelle B 3b zugunsten von SIII eingestellt worden sei. Es wird leider keine nachprüfbare Quelle genannt. Dies halte ich persönlich für nicht nachvollziehbar. In Unterlagen der Arge Woffleben (werden im Archiv der Gedenkstätte Mittelbau-Dora verwahrt) ist die Rede davon, dass die nicht mehr benötigten Materialien nach Berga/Elster únd nicht nach S III gingen.

Wer kann mehr zu dieser Thematik sagen?

Gruß
Frank


Gibt es hierzu Neuigkeiten bzw. Unterlagen, die Frank damals noch vermisste?

VG
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Re: U-Bauvorhaben B3a/b

Beitragvon Augustiner » Samstag 2. Mai 2020, 15:42

Quelle: "After the Battle 1998", Editor: Karel Margry, http://www.afterthebattle.com

Heft 101: "Damals und Heute Nordhausen"
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