Schweres Wasser

Alles über die Technologie bis 1945

Moderator: Under

Schweres Wasser

Beitragvon Lordman » Samstag 22. Dezember 2007, 21:55

Hallo. Da ich auf dem Gebiet der Atomforschung keine Ahnung habe mal eine Frage. Was benötigte man zur Herstellung von "Schwerem Wasser" bzw. welche technische Voraussetzungen brauchte man?
Lordman
Jonastal-Anfänger
 
Beiträge: 33
Registriert: Donnerstag 12. Juli 2007, 20:14

Beitragvon Silko » Sonntag 23. Dezember 2007, 09:19

Nun, da könnte Google oder selbst Wikipedia ein wenig weiterhelfen :-top)
Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen. (Erasmus von Rotterdam)
Benutzeravatar
Silko
Jonastal-Guru
 
Beiträge: 2730
Registriert: Samstag 18. September 2004, 13:01
Wohnort: Leipzig

Beitragvon Lordman » Sonntag 23. Dezember 2007, 10:21

Hab mich bei Google und Wiki schon schlau gemacht. Aber irgendwie versteh ich nur Bahnhof. Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, dann kann man aus Bleiweiß Schwefelwasserstoff herstellen und aus dem wiederum "Schweres Wasser". Korriegiert mich bitte wenn ich damit falsch liege.
Lordman
Jonastal-Anfänger
 
Beiträge: 33
Registriert: Donnerstag 12. Juli 2007, 20:14

Beitragvon Silko » Sonntag 23. Dezember 2007, 14:19

Ein Verfahren ist die (fraktionierte Destillation) aus Wasser, Schwefelwasserstoff oder Ammoniak, ein anderes die Elektrolyse, welche aber sehr wenig effizient ist.
Die Stoffkette Bleikarbonat --> Schwefelwasserstoff --> Schwerwasser erschließt sich mir SO nicht!

@Lordmann
Darüber ist doch aber in allen einschlägigen Foren schon endlos diskutiert worden [wer.der.]
Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen. (Erasmus von Rotterdam)
Benutzeravatar
Silko
Jonastal-Guru
 
Beiträge: 2730
Registriert: Samstag 18. September 2004, 13:01
Wohnort: Leipzig

Beitragvon hurryup » Montag 24. Dezember 2007, 03:11

Hi,

anbei ein Link zu einem Artikel der FAS, der die Verwendung und die Produktion von schwerem Wasser erlaeutert:

http://www.fas.org/nuke/intro/nuke/heavy.htm


Gruesse

Joerg
Wenn ich die Folgen geahnt hätte, wäre ich Uhrmacher geworden.

Albert Einstein
hurryup
Jonastal-Fortgeschrittener
 
Beiträge: 190
Registriert: Donnerstag 25. Januar 2007, 09:50
Wohnort: Darwin

Beitragvon bagger » Mittwoch 26. Dezember 2007, 22:12

Silko hat geschrieben:Ein Verfahren ist die (fraktionierte Destillation) aus Wasser, Schwefelwasserstoff oder Ammoniak, ein anderes die Elektrolyse, welche aber sehr wenig effizient ist.
Die Stoffkette Bleikarbonat --> Schwefelwasserstoff --> Schwerwasser erschließt sich mir SO nicht!

@Lordmann
Darüber ist doch aber in allen einschlägigen Foren schon endlos diskutiert worden [wer.der.]


die stoffkette bleicarbonat --> schwefelwasserstoff --> siliziumsulfat --> führt je nach fraktionierungsstufe und molekühlkette aber zu mehr oder minder langen silizium (brom oder germanium tuns auch) -wasserstoffverbindungen (silane, bromane, germane). bleicarbonat an sich ist in fachkreisen unter dem "decknamen" bleiweiß bekannt. jetzt lasse man die mähr vom schweren wasser mal aussen vor und denke in einem neuen ansatz.

was mich langsam stutzig macht, ist die rein zufällige anhäufung von eigentlich artfremden chemikalien´...
bagger
 

Beitragvon Mac58 » Freitag 14. März 2008, 18:00

Hallo,

schweres Wasser besteht nicht aus Wasserstoff-, sondern Deuteriumatomen, die sich chemisch (fast) wie Wasserstoff verhalten.
Entsprechnd gibt es "normales" Wasser (H2O) und schweres Wasser (D2O).

Da das D2O in Spuren in Quellwasser auftritt, kann es durch mehrfache Destillation aus Quellwasser gewonnen werden.
Ein anderes Verfahren ist, das Quellwasser zu elektrolysieren, wodurch man dann eine Anreicherung von schwerem Wasser im Destillationssumpf erhalten kann.

Heutzutage kann man Deuterium in Flaschen kaufen und schweres Wasser selbst herstellen.
Allerdings ist schweres Wasser in konzentrierter Form für den Menschen giftig, da es in den Stoffwechsel eingreift und dort einige Abläufe in den Zellen gründlich durcheinanderbringen kann.

In den 30er Jahren war schweres Wasser ein Weg, um zur Atombombe zu gelangen, da man auf die Anreichung von Uran verzichten konnte (und auch noch nicht die Technologie dazu hatte ).
Allerdings braucht man für die Elektrloyse sehr viel Strom.
Daher wurde noch vor dem II.Weltkrieg in Rjukan in Norwegen an einem Stromkraftwerk, welches die Energie eines Wasserfalles zur Stromerzeugung nutzte, eine Einrichtung zur Erzeugung von schwerem Wasser gebaut, aber dann nach der Besetzung Norwegens durch deutsche Truppen durch norwegische Widerstandskämpfer mit englischer Hilfe zerstört.

Die von Silko angesprochen Route über Bleiverbindungen ist sicherlich eine Möglichkeit um von festen Verbindungen zu einem Wasserstoff/Deuteriumgesmisch zu kommen, aus dem man dann aber wieder das Deutrium isolieren muß, um daraus dann das schwere Wasser zu machen.
Ein umständlicher Weg, der möglicherweise gegangen wurde, weil man Rjukan nicht mehr hatte, aber absolut nicht effektiv.

Man muß sagen, glücklicherweise, denn wer weiß was noch alles passiert wäre, wenn die Nazis die Bombe in die Hand bekommen hätten.
Mac58
 


Zurück zu Technologie bis 1945

  • VISITORS

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Design by GB