Metalldetektor, wer kann mich darüber Aufklären?!

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Metalldetektor, wer kann mich darüber Aufklären?!

Beitragvon Kapitaen_Joachim » Mittwoch 1. Juli 2009, 21:32

Guten Tag Community,

wollte man anfragen ob sich einer mit Metalldetektor auskennt, und mir evtl. eine kleine Hilfestellung geben kann. Würde mir gerne eins kaufen, und würde gerne wissen auf was ich achten muss.

Mkg
Kapitaen_Joachim
 

Beitragvon Mercedes-Diesel » Freitag 3. Juli 2009, 23:15

Interessantes Thema. Suche da auch immer in anderen Foren quer. Hättest Du aber in der Technik Ecke posten sollen.

@Kapitaen_Joachim
Was ich bisher gelesen habe, Finger weg von den billig Teilen. Brauchbare Geräte fangen da ab 250 Euronen an (Einsteiger Gerät) ...nach Oben wie immer...gibts keine Grenzen.
Wichtig zu Wissen (gebe jetzt nur gelesenes wieder), wuselst Du damit über ein Feld, ein lieber Bürger schwärzt Dich bei der Trachtengruppe an, würde dir gleich Grabräuberei unterstellt und eine Geldstrafe winken.

Die Sondengänger fragen angeblich immer den Besitzer der Liegenschaft (Bauern) um nach verlorenen Werkzeugen :D zu suchen, um jeglichen Ärger aus dem Weg zu gehen. -()-

Nur soviel, gern gesehen scheinen die "Sondler" nicht zu sein.

Vielleicht kann ja der ein oder andere dazu berichten. Ich habe so ein Gerät leider nicht....trage mich aber mit dem Gedanken.
Grüße Andreas

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Beitragvon burion » Samstag 4. Juli 2009, 05:26

Wichtig zu Wissen (gebe jetzt nur gelesenes wieder), wuselst Du damit über ein Feld, ein lieber Bürger schwärzt Dich bei der Trachtengruppe an, würde dir gleich Grabräuberei unterstellt und eine Geldstrafe winken

Ich frage mich, in welchem Gesetz steht, dass man nicht mit Metalldetektoren "spielen" darf.
Vielleicht kennt jemand ein Gesetz oder eine Verordnung, in der explizit drin steht, dass Metalldetektoren verboten sind.

HerzlGrüße
Jürgen
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Beitragvon carf » Samstag 4. Juli 2009, 07:43

Welcher Detektor? Es kommt drauf an, was du suchen willst.

Große Teile findest du auch mit einem 50 EUR Detektor. Alerdings wird dir mit einem Billiggerät ganz schnell der Spaß vergehen, wenn dir nämlich nach dem 30. ausgebuddelten Nagel der Rücken weh tut. Die Finger weg von der Firma Seben, die dir sicher bei deiner Suche unterkommen wird.

Günstige Einsteigermodelle sind, da ist man sich ziemlich einig, der Garret Ace 150 oder 250.

Auf jeden Fall solltest du darauf achten, dass du eine Metallunterscheidung am Detektor hast. Dann weisst du vor dem Buddeln schon, um welches Metall es sich handelt. Ein Diskriminator sollte dran sein, damit du Kleineisen (Nägel etc.) rausfiltern kannst. Die werden dann gar nicht erst angezeigt.

Es gibt Detektoren die funktionieren rein nach Tonunterscheidung. Dies bedarf daher einiger Übung bevor es richtig klappt. Ich selbst suche lieber mit grafischer Anzeige. Anhand der angezeigten Leitwerte lassen sich die Metalle unterscheiden. Ist halt Geschmackssache.

Die Suche auf Bodendenkmälern ist grundsätzlich verboten.
Such dir am Besten einen Acker und hol dir die Erlaubnis des Eigentümers ein. Dann kann dir nichts passieren, da Äcker gestörter Boden ist und ein Fundzusammenhang nicht mehr hergestellt werden kann. Allerdings bist du nach Gesetz verpflichtet deine Funde herauszugeben, da sie laut Schatzregal dem Land gehören.

http://www.thueringen.de/denkmalpflege/pdf/gvbl.pdf

Um eine Grabungsgenehmigung brauchst du dich nicht bemühen. DIe bekommst du bei uns nicht.

Das jetzt mal auf die Schnelle. Ich erhebe natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit!
carf
 

Beitragvon Mercedes-Diesel » Samstag 4. Juli 2009, 09:53

burion hat geschrieben:
Wichtig zu Wissen (gebe jetzt nur gelesenes wieder), wuselst Du damit über ein Feld, ein lieber Bürger schwärzt Dich bei der Trachtengruppe an, würde dir gleich Grabräuberei unterstellt und eine Geldstrafe winken

Ich frage mich, in welchem Gesetz steht, dass man nicht mit Metalldetektoren "spielen" darf.
Vielleicht kennt jemand ein Gesetz oder eine Verordnung, in der explizit drin steht, dass Metalldetektoren verboten sind.

HerzlGrüße
Jürgen


Hallo Jürgen,

es kommt ja immer darauf an, wo ich suche. Am Strand oder im eigenen Garten ist dass sicherlich egal. Es ist vielmehr Interessant für was ich das "Spielzeug" verwende. Da dürfte aber das Interesse sich Teilen.

In (für) unseren Wissens-Bereich z.b. habe ich folgendes gelesen :

Die Gesetzeslage ist in Deutschland nicht endgültig geklärt und dazu noch von Bundesland zu Bundesland verschieden. Prinzipiell kann man jedoch sagen, daß das Suchen in öffentlichen Anlagen und an den meisten (deutschen) Stränden erlaubt ist. Schwieriger wird es dann schon auf Privatbesitz, hier sollte man sich nach Möglichkeit immer die Erlaubnis des Eigentümers besorgen. Aber selbst mit solcher Genehmigung darf man nicht überall suchen und graben. Befindet sich auf diesem Privatgelände zusätzlich noch ein Bodendenkmal, (Burgen, Siedlungsreste etc.), so ist in jeden Fall die Erlaubnis des zuständigen Landesdenkmalamtes einzuholen. Diese sind auch bei den Landesmuseen zu erfragen.

....Dasselbe gilt auch für Gelände auf denen Kampfhandlungen stattgefunden haben.
Schwerpunktmäßig 1. und 2. Weltkrieg. Diese Gebiete unterliegen in vielen Fällen einem Sondenverbot, hier darf nicht gesucht und erst recht nicht gegraben werden. Prinzipiell gibt es für Privatpersonen hier keine Ausnahme.

Hier der Link http://www.eifelsucher.de/html/verhaltensregeln1.htm

Andererseits, habe ich ja schon viel über Dich gelesen. Du scheinst Dich in diesem Bereich sehr gut auszukennen. Mit welcher Technik kann man Anomalien bis in ca. 30 mtr. Tiefe ausmachen...Hohlräume z.b.
Bodenradar geht mir da gerade durch den Kopf. Gibt es solche Gerätschaften im Handel ? Was kostet so etwas ? Was kann man empfehlen ?
Viele Fragen die mich Interessieren.

Würde mich freuen, wenn Du darüber etwas schreiben könntest.

Liebe Grüße

Andreas

@carf

Vielen Dank für Deinen Beitrag. Es wird sehr viel Schrott bei diesen Geräten angeboten. Ich finde es super von Dir, dass Du Deine Erfahrungen hier weiter gibst. Klasse :-top)

Wer hier solch ein Gerät sucht....mal bei ebay nachschauen. Weiter habe ich auch gelesen, dass z.b. ein Benzinkanister (US) bis auf max. 110 cm ortbar ist.
Grüße Andreas

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Beitragvon Silko » Samstag 4. Juli 2009, 10:23

ACE 150 ist mein pers. Favorit. Günstiges Einsteigermodell. Reicht völlig aus, für ganz normale Funde. Mit Ton-Diskriminator. Anzeige nur digital - LCD-Display. ACE 250 hat noch einen eingebauten PinPointer, den ich persönlich allerding nicht besonders hilfreich finde - ist ne Frage der Aushub-Sondierungstechnik. Da hat so jeder seine Spezialtechnik. Gibt noch optional ne größere Suchspule für den ACE. Ebenso nen Spulenschutz, der sehr oft unabdingbar ist. Wasserdicht isser auch - natürlich nur bis Gestänge.
ACE hat auch einen Kopfhörer mit bei und einen entsprechenden Anschluss, damit die Emmissionen in die Natur sich in Grenzen halten. -[nix]-

Kabelgebundener Kopfhörer ist jedoch lästig. Hatte mich oft drin verheddert. Ich hab daher ne Funklösung mit nem kleinen Sender und nem Empfänger umgesetzt :-top)

http://www.garrett.com/hobby/hbby_ace_150_key.htm

Zum Thema Rechtliches gibts mit Masse Ausführungen in den Spezial-Foren (wo mir gleich mindestens 5 einfallen), da muss man sich einfach mal durchwühlen. Eine gute Erläuterung (m.E. die Beste) zur Problematik Bodendenkmal findet sich hier:

http://www.bvboden.de/downloads/Ermert.pdf

Aber ich denke Captain Joachim's Frage ging eher Richtung Technik.
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Beitragvon Mercedes-Diesel » Samstag 4. Juli 2009, 13:59

Supi :-top) Danke Silko.

Schönes sonniges We

Andreas
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Beitragvon burion » Sonntag 5. Juli 2009, 07:13

Zur Technik:
Der Garret Ace 250 ist m.E. gerade für den Einsteiger gut, da er einen Pin Pointer integriert hat, mit dem eine sehr genaue Lokalisierung möglich ist.
Die Reichweite im Boden ist je nach Bodenverhältnis sehr unterschiedlich und reicht vielleicht 50 cm tief, wenn gute Verhältnisse (trocken, geringe Leitfähigkeit des Bodens, keine Störungen etc.) vorliegen.

Die Ortung von Hohlräumen (z.B. Gräber) kann m.E. gut über Georadar erfolgen (GPR = ground penetrating radar). Allerdings sind solche Geräte sauteuer, wenn sie was taugen. Die Reichweite im Boden liegt bei ca. 15 m.
Herstellerlink: http://www.sensoft.ca/products/pulseekk ... kopro.html

Weiterhin gibt's noch die Geoelektrik. Je nach angewandtem Verfahren eignet sich die Geoelektrik für eher flächige Erkundung (Wenner) oder Tiefensondierung (Schlumberger).
Bei beiden Verfahren ist die Interpretation der angezeigten Messwerte das eigentlich komplizierte und erfordert ein gerüttelt Maß an Erfahrung.
Wenn's dann noch tiefer gehen soll, helfen m.W. nur noch die Gravimetrie bzw. seismische Verfahren.

Zur Gesetzeslage:
Die einschlägigen Denkmalschutzgesetze kenne ich. Auch weiß ich, wie man mit sog. Bodendenkmalen umgeht. Das ist schon klar! ;)
Aber bisher habe ich in keinem Gesetz das explizite Verbot der Suche mit Metalldetektoren gelesen. Möglicherweise ist mir da einige entgangen? Was überlesen?

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Beitragvon Silko » Sonntag 5. Juli 2009, 07:53

burion hat geschrieben:Aber bisher habe ich in keinem Gesetz das explizite Verbot der Suche mit Metalldetektoren gelesen. Möglicherweise ist mir da einige entgangen? Was überlesen?

Es dürfte auch Dir klar sein, dass es so etwas nicht gibt, oder?! Das Suchen mit einem Metalldetektor ist nirgendwo explizit verboten.
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Beitragvon burion » Sonntag 5. Juli 2009, 07:58

Demnach ist eine Aussage, die ich hier in Thüringen gelesen haben, dass die Suche mit Metalldetektoren in Thüringen generell verboten ist, schlichtweg falsch. Oder?

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Beitragvon carf » Sonntag 5. Juli 2009, 08:14

burion hat geschrieben:Demnach ist eine Aussage, die ich hier in Thüringen gelesen haben, dass die Suche mit Metalldetektoren in Thüringen generell verboten ist, schlichtweg falsch. Oder?

HerzlGrüße
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Das Suchen mit einem Detektor ist nicht verboten. Aber das Graben!
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Beitragvon Mercedes-Diesel » Sonntag 5. Juli 2009, 09:18

carf hat geschrieben:
Das Suchen mit einem Detektor ist nicht verboten. Aber das Graben!


Na, da beißt sich die Katze in den Schwanz...kommt ja dann fast aufs selbe raus. Suchen ja...Graben nein. :D
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Beitragvon Silko » Sonntag 5. Juli 2009, 12:05

burion hat geschrieben:Demnach ist eine Aussage, die ich hier in Thüringen gelesen haben, dass die Suche mit Metalldetektoren in Thüringen generell verboten ist, schlichtweg falsch. Oder?

Genau! Das ist falsch. Die (gezielte) Suche aber nach Bodendenkmalen ist - wie in vielen anderen Ländern - auch hier verboten. Ob mit oder ohne Detektor. Mir ist jedenfalls nichts bekannt, dass explizit Detektoren irgendwo generell verboten sind. Ich denke, das wäre rechtlich auch nicht haltbar. Das würde ja noch mehr zum Himmel stinken, als die Schatzregale an sich.

carf hat geschrieben:Das Suchen mit einem Detektor ist nicht verboten. Aber das Graben!

Sowas tut man ja auch nicht mit seinem Lieblingsgerät! Das schadet nur der Spule, und da hilft auch der beste Spulenschutz nicht. xD
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Beitragvon Kapitaen_Joachim » Dienstag 7. Juli 2009, 18:14

Ich bedanke mich erstmal für die schnellen und Ausführlichen Rückmeldung,
ich werde mich wohl für einen der beiden Garretts entscheiden.

Und denn endlich, bei uns im schönen Schleswig Holstein, zu sondeln anfangen. Wenn ich was finde werde ich es hier posten, ..... hoffentlich nicht nur Getränkedosen und einige rostige Nägel. xD

Mkg, Kapitän
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Beitragvon carf » Dienstag 7. Juli 2009, 20:05

Joah, mit dem Garrett machste nix falsch!

Getränkedosen sind bei uns allerdings eher die Ausnahme. Was ich bei uns aber an leeren Fischbüchsen finde, ist nicht zu glauben. >:-)

Aber das sollte bei euch im Norden ja kein Problem sein. Ihr esst ja eh nur Frischfisch. xD


Gruß carf
carf
 


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