war danach gleichzeitig Symbol für den Sieg auf der einen und das Symbol für die Niederlage und so genannte Schmach auf der anderen Seite zweier europäischer Nachbarn. Am 21. Juni 1940 mussten Regierungsvertreter Frankreichs im gleichen Eisenbahnwaggon die Waffenstillstands-bedingungen des deutschen Reiches entgegen nehmen. Der Waggon wurde als Kriegsbeute nach Berlin verbracht und ging gegen Ende des Zweiten Weltkrieges auf seine letzte Fahrt. Sie endete im Raum Thüringen, der vom nationalsozialistischen Regime als ein letztmögliches Rückzugsgebiet vor den alliierten Armeen angedacht war.

Zu Beginn des Monats April 1945 wurde der Waffenstillstandwaggon, so seine Bezeichnung in vielen Geschichtsbüchern, im Wald zwischen Ohrdruf und Crawinkel zerstört. Zeitzeugen und Sachzeugnisse haben diese Tatsache bestätigt. Zu Recht wird der ursprüngliche Speisewagen und spätere Salonwagen als der berühmteste Eisenbahn-waggon der Welt bezeichnet. Im April 2005 jährt sich zum 60. Mal der Tag seiner Zerstörung und es ist ebenfalls das 85. Jahr seiner wechselnden Zweckbestimmungen. Die französische Nation sieht im Waggon von Compiègne eines ihrer wichtigsten, historischen Monumente. Zur Gedenkstätte des Waffenstillstandes in Compiègne haben sich mittlerweile enge, freundschaftliche Beziehungen entwickelt. Vor Ort im Wald bei Crawinkel gefundene Sachzeugnisse wurden dem französischen Museum der Gedenkstätte übergeben. Gegenüber dem Denkmal von General Foch im Wald von Compiègne wächst heute mittlerweile eine junge Eiche aus dem Wald der ehemaligen Muna Crawinkel. Diese Eiche der Versöhnung wurde dort ausgegraben, wo der Waggon von Compiègne 1945 zerstört wurde und durch Herrn Gerd Kratsch aus Ohrdruf in Frankreich gepflanzt.

So wie die jahrelange Partnerschaft zwischen dem Freistaat Thüringen und der französischen Region Picardie unterhalten auch viele Städte und Gemeinden in der Umgebung, wie z.B. Crawinkel selbst, partnerschaftliche Beziehungen zu französischen Städten und Gemeinden. Unter diesen Gesichtspunkten erachten es die Mitglieder des Jonastalvereins für richtig und wichtig, an diesen bedeutenden, geschichtlichen Sachverhalt der Zerstörung des Waggons an Ort und Stelle dauerhaft zu erinnern. Der Verein erfährt dabei große Unterstützung und in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Crawinkel soll mit dem Aufbau eines festen Anlaufpunktes begonnen werden. Die Gemeinde stellt dazu ein geeignetes Gelände in dem Bereich zur Verfügung, in dessen Nähe der Waggon 1945 stand. Dort soll in einem parkähnlichen Bereich unter anderem ein Gedenkstein mit einer Inschrift an die Zerstörung des Waggons erinnern und eine Schautafel die Geschichte des Waggons kurz beschreiben.

Die Dokumentation der Geschichte des Waggons von Compiègne ist unserer Meinung nach besonders wichtig, da dieser derzeit nachweisbar neben den Stollen im Jonastal und dem Amt 10 als wichtigster, historischer Beleg für die Bedeutung des Gebietes um den Truppenübungsplatz Ohrdruf gegen Ende des Zweiten Weltkrieges steht. Wir sind uns dabei der besonderen Bedeutung dieses Waggons für die europäische Geschichte bewusst und sehen darin ein Chance, diese noch besser kennen zu lernen, um die Gegenwart begreifen und die Zukunft gestalten zu können. Daher wurde bereits eine umfassende Dokumentation zur Geschichte des Waggons erarbeitet, die im Herbst erscheinen soll.

So wollen wir gemeinsam diesen Teil der europäischen Geschichte besonders in das Bewusstsein junger Deutscher und Franzosen und darüber hinaus tragen. Es geht aber am heutigen Tage auch darum, weitere Förderer und Mitwirkende für dieses Projekt zu finden, um so u.a. auch die notwendigen, finanziellen Mittel aufzubringen.


Mit freundlichen Grüßen

die Mitglieder des Jonastalvereins
unterstützt vom französischen Vereins Les Amis de la Armistice Compiègne
und der Gemeinde Crawinkel

sowie von den weiteren Förderern bzw. Projektmitgliedern:
Stefan Schambach (Bürgermeister Crawinkel)
Gerd Kratsch (Schulleiter im Ruhestand aus Ohrdruf)
Dankmar Leffler (Heimat- und Geschichtsforscher Crawinkel)

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