nd die Größe mit 0,8 x 0,3m bestimmt. Aus diesem Grund war es zunächst unwahrscheinlich, dass es sich um einen kompletten Motor handeln könnte - möglich war alles von einem Propeller bis hin zu einem landwirtschaftlichen Gegenstand, der beim Tiefflügen liegengeblieben war. Aufgrund der geringen Tiefe hatten wir vor Ort beschlossen, am kommenden Montag den 08.08. ab 09:00Uhr mit einer Handschachtung zu beginnen, um auch dieses Rätsel endgültig zu lösen. Alle notwendigen Genehmigungen lagen parat und alle involvierten Fraktionen wurden kurzfristig über den Bergungsversuch informiert.

So erfolgte parallel zum Ausfahren von Mist und dem Pflügen des Feldes die Suchgrabung. Nach ca. 0,5m fanden wir erste Kleinteile, die eindeutig dem Absturz zugeordnet werden konnten. In einer Tiefe von 0,9m legten wir zunächst Holz frei, dass an einer Art Radnabe befestigt schien – nur ein altes Wagenrad? Die Enttäuschung wich dem Forscherdrang und die Freilegung wurde fortgesetzt – auch zwischenzeitlicher Regen konnte nichts daran ändern. Nachdem weitere Einzelteile und Teile des großen Fundstückes freigelegt waren, erkannten wir, dass es sich um die Stummel von Holzpropellern handeln musste, die wir gerade freilegten. Die Suchgrabung erfolgte so präzise, dass wir mit geringstem Aufwand direkt auf den Hauptteil des Bodenfundes gestoßen waren. Für die endgültige Bergung und Begutachtung war der schmale Graben aber nicht geeignet und so hatten wir kurzum die auf dem Feld arbeitenden Mitarbeiter der Agrargesellschaft gebeten, mit Bagger und Traktor auszuhelfen – natürlich erst nach Abstimmung mit dem Chef.

Heute können wir nun sagen: „Die Zeitzeugen hatten Recht. Auf dem Feld bei Gossel lagen noch Überreste eines Motors und weitere Teile vom Flugzeugabsturz im Frühjahr 1944.“ Was haben wir gefunden? Es handelt sich dabei um eine Propellernabe samt Planetengetriebe zur Kraftübertragung des Motors. Nach der Reinigung und Restauration finden diese Fundstücke nun einen angemessenen Platz im Dokumentationszentrum Jonastal. Die Arbeiten wurden vor Ort vom Landesamt für Archäologie begleitet und der Fund angezeigt und dokumentiert. Das Auffinden von vielen weiteren Kleinteilen betrachten wir als Zufall. Das Flugzeug soll bereits vor dem Aufschlag gebrannt haben und in der Luft explodiert sein. Die vorgefunden Reste des Propellers hatten sich dabei vermutlich tiefer in die Erde eingegraben und ein großes Loch hinterlassen. Da die Bergung nicht erfolgte, wurden vrmtl. weitere Kleinteile auf dem Feld aufgelesen und einfach in das vorhandene Loch geworfen. Nach und nach wurde dann nach Aussage eines Zeitzeugen das Loch mit allem gefüllt, was nicht direkt auf das Feld gehörte (Steine, Unkraut etc.)

Auch wenn der Fund gerade noch in einen Kofferraum passt, so ist dieser doch um so wichtiger für unsere weiteren Forschungen im Jonastal. Manchmal ist eben auch der Weg das Ziel und dieses Projekt stellte unter Beweis, dass durch Kooperation und intensive bzw. gründliche Messungen sowie Vorbereitungen erfolgreich zusammengearbeitet werden kann. Es gehörte mit Sicherheit auch etwas Glück dazu, dass alles so reibungslos abgelaufen war. Wir hoffen nun, dass sich ggf. weitere Details ergeben und wir irgendwann exakt bestimmen können, welcher Bomber bei Gossel abgestürzt war, wer zur Besatzung gehörte, welches Schicksal diese erleiden musste, welches Angriffsziel an diesem Tag angeflogen wurde und was schlußendlich zum Absturz führte. Die Arbeit an diesem Projekt ist daher zunächst nur als Außenarbeit abgeschlossen. Es gibt noch viel zu tun und jetzt folgt die Fundreinigung, Dokumentation und Berichterstattung.

Ich möchte mich im Namen der Mitglieder des Jonastalvereins vor allem bei den Angestellten der Agrargenossenschaft Gossel mbH, bei Herrn Hennig, bei Herrn Gundermann, bei Herrn Dr. Grasselt, bei der Freiwilligen Feuerwehr Gossel und den Mitarbeitern der GPI für die vielfältige Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen innerhalb der letzten 2 Jahre bedanken. Natürlich danke ich auch den Vereinsmitgliedern, welche diesen Projektstatus erst ermöglichten. Sollten Sie über weitere Informationen oder sogar Überreste des Absturzes verfügen, so bitten wir um Kontaktaufnahme mit uns. Jedes Teile könnte bei der weiteren Aufklärung helfen. Im September 2005 folgt die Ausgabe 05/2005 unserer Vereinszeitschrift und wir wollen darin auch wieder ausführlich über Go II berichten.

Klaus-Peter Schambach

Fotos von der Bergung finden Sie hier:

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