Folgende Begründungen für die Umverlegung wurden an diesem Abend vorgebracht:
- Die Landesstrasse durch das Jonastal verliert durch den Autobahnbau immer mehr an Bedeutung und im Rahmen der Untersuchung aller Landesstrassen bzgl. Nutzen und Effektivität soll die Landesstrasse zur Verbindung der beiden Kreise (Gotha & Ilmkreis) an die Kreise übergeben werden (übliche Unterscheidung/ Trennung: Bundesstrasse -> Landesstrasse -> Kreisstrasse -> "Dorfstrasse")
- Die 4 Brücken auf dem Weg nach ARN befinden sich in einem katastrophalen Zustand.
- Die Erhaltungs- bzw. Umbaukosten des bisherigen Verlaufes von kalkuliert 12.000.000 Euro übersteigen jedes Jahresbudget des Straßenbauamtes und stehen im Gegensatz zu möglichen Einsparungen bei eine Verlegung.
- Es ist mit großem Widerstand bzgl. Entfernung aller oder auch nur eines Teiles der Alleebäume (Strasse ist zu eng und Gräben würden Wurzelwerk zusätzlich gefährden) durch Umweltschutzämter etc. zu rechnen und weitere Umweltaspekte bzgl. Naturschutzbereichen und schutzwürdiger Kreaturen wurde am Rande angesprochen -> Zauberwort UVS = Umweltverträglichkeitsstudie.
- Als Hauptgrund wurden aber aus meiner Sicht trinkwasserschutzrechtliche Bestimmungen zur Verteidigung der Pläne aufgefahren, da das Tal als Trinkwassereinzugsgebiet der Stufe 2 für das Wasserwerk Arnstadt/ Schönbrunn klassifiziert wurde und bei Beginn der Arbeiten alle notwendigen Schutzbestimmungen in diesem Fall in Kraft treten, so dass jegliches Oberflächenwasser aufgefangen, umgeleitet und erst hinter dem Einzugsgebiet bei ARN wieder eingeleitet werden könnte.

Nach meinem Empfinden bestand aus Sicht der Planer keine Lösungsmöglichkeit für den Erhalt und den Ausbau der vorhandenen Strasse, auch wenn diese Lösungsvariante 1 von allen direkt Beteiligten als die BESTE hervorgehoben wurde. Unterschriftensammlungen und Umfragen sprachen für sich, die aber an diesem Abend nicht angesprochen wurden. Hingegen wurden von den Leuten des Kreises und des Straßenbauamtes unterschiedlichste Zahlen für den täglichen Autoverkehr ins Spiel gebracht. Wenn das Straßenbauamt von 2000 Fahrzeugen täglich sprach, waren es auf der anderen Seite 4000 und umgekehrt und ein gemeinsamer Standpunkt dies bzgl. wurde nicht gefunden und lediglich eine neue Zählung nach endgültiger Verlängerung der A 71 in Aussicht gestellt. Der Schnitt für Landstrassen soll übrigens bei 7000 bis 8000 liegen und im Tal sollen es nur noch 2000 bis 2500 sein. Von einem Notar beglaubigte Zahlen gab es leider nicht

Vorstellung der Planungsvarianten:
1. Ausbau und Erneuerung des bisherigen Straßenverlaufes

2. Schließung der Brückenüberfahrten von ARN aus - Verlauf über Arnstadt B4 in Richtung Plaue über Espenfeld, runter ins Tal und weiter bis Crawinkel wie gewohnt

3. ... von ARN aus - Verlauf über Arnstadt B4 in Richtung Plaue über Espenfeld, direkt nach Gossel, runter ins Tal bis zum Parkplatz und von da weiter bis Crawinkel wie gewohnt

4. ... von ARN aus - Verlauf über Arnstadt B4 in Richtung Plaue über Espenfeld, direkt nach Gossel und auf der alten Verbindung nach Crawinkel, am Flugplatz vorbei und ab der großen Kurve am Ortsausgang weiter bis Crawinkel wie gewohnt

Weiter mit den so genannten Stummelvarianten!!
5. Die direkte Verbindung zwischen Espenfeld und Gossel wird ausgebaut und die Gossler fahren zukünftig über Siegelbach nach ARN; Eine Verbindung in den Kreis Gotha über Crawinkel fällt ersatzlos weg.

6. Es besteht zwischen Gossel und Espenfeld zukünftig keine Verbindung mehr und die Espenfelder fahren wie 5 nach ARN und die Gossler über Crawinkel, Frankenhain, Gräfenroda etc. in die Kreisstadt. Als Zuckerstück wurde dann noch einmal vom Straßenbauamt die kostengünstigste Variante 6+ mit einen "geheimen, leicht ausgebauten" Variante zwischen Gossel und Espenfeld vorgestellt.

Zusammenfassung:
Variante 1 = Interesse Anwohner
Variante 2, 3 & 4 = Interesse Vertreter des Kreises (Ersatz der Strasse durch Strasse war die Meinung des Landrates)
Variante 6+ = Billigste und umweltschonendste Lösung im Sinne des Straßenbauamtes

Die alte Strasse soll natürlich in jedem Fall zurückgebaut werden, wofür laut Nachfrage 700.000 Euro veranschlagt werden. Der Rest fällt unter die Rubrik Panikmache, da ständig die schlimmsten Szenarien bzgl. sofortiger Schließungsmöglichkeit ohne Ersatz gemeinsam heraufbeschworen wurden. Das die Planung nun aber schon über Jahrzehnte andauert, jede Menge Kosten verschlungen hat und die Erhaltung der vorhandenen Strasse seit dem fast zum Erliegen gekommen ist, wurde ebenfalls nicht angesprochen.

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