Nach dem Zweiten Weltkrieg stationierte die sowjetische Armee über 25.000 sowjetische Soldaten mit ihren Familien in Ohrdruf. Abgeschottet in einer eigenen Stadt. Zu sehen ist davon heute nichts mehr. Nach der Wende wurden die Gebäude abgerissen. Übrig blieb eine kleine Liegenschaft mit Kommandantur, Unterkunftsgebäuden und technischem Bereich für die übende Truppe, die Platz für mehr als 500 Soldaten bieten. Qualitativ ist der Truppenübungsplatz "up to date". "Nachdem sich die Bundeswehr 1994 zur Weiternutzung entschlossen hatte, wurde viel Geld investiert", erklärt König, "damals wurde praktisch bei null angefangen. Heute gehören unsere Schießbahnen zu den modernsten in Deutschland."

Über 100 Kilometer Schotterweg legte die Bundeswehr an, zusätzlich etwa 18 Kilometer feste Straßen. Schießbahn sechs bietet die Möglichkeit zur Verteidigung einer Ortschaft, auf Bahn acht üben Infanteristen das Vorgehen in einer Ortschaft – alles ist automatisiert. Eingerahmt wird der Übungsplatz von sechs Gemeinden. Beschwerden über den Schießlärm sind selten, auch wegen der im Vergleich zu "sowjetischen Zeiten" geringeren Lärmbelastung. Die wurde im Nutzungskonzept für Truppenübungsplätze im März vom Streitkräfteunterstützungskommando (SKUKdo) noch weiter eingeschränkt. Danach liegen die Rahmenschießzeiten werktags zwischen 7.30 und 15.30 Uhr, freitags geht's nur bis 14 Uhr. In Ausnahmefällen darf auch samstags bis 14 Uhr geschossen werden. Nachtschießen sind nur zwei Mal pro Woche erlaubt, maximal je vier Stunden, Ende spätestens um ein Uhr nachts. An Sonntagen herrscht grundsätzlich Schießverbot. Generell liegen in den Sommerferien des jeweiligen Bundeslandes vier Wochen Übungsunterbrechung, die so genannte "Instandsetzungszeit". Im Konzept heißt es weiter: "Das Ziel, die Belastung der Bevölkerung im Umfeld der TrÜbPl durch Verringerung der Anzahl der Schießtage zu verändern, ist weiter zu verfolgen." Ohnehin gab es zu einer Übernahme des Platzes durch die Bundeswehr keine Alternative – das Land Thüringen hätte die zahlreichen Altlasten gar nicht selbst räumen können. So gibt es das Waldgebiet "Tambuch", in das Soldaten seit 100 Jahren mit allen zur Verfügung stehenden Waffen und Kalibern hineinschießen. Niemandsland, lebensgefährlich sogar für die Feuerwerker.Andere Gefahrenstellen haben die Kampfmittelräumkräfte bereits in den vergangenen Jahren gesäubert. Aber weite Teile sind immer noch unsicheres Gebiet. "Die Entsorgung ist eine unendliche Geschichte", seufzt Kommandant König. In jüngerer Vergangenheit nutzte die Bundeswehr Truppenübungsplätze immer seltener. Großmanöver, früher teilweise mit bis zu 20.000 Mann und entsprechendem Großgerät, gibt es seit Mitte der 90er-Jahre nicht mehr. Ursachen sind die starke Auslastung der Einheiten durch Auslandseinsätze und die Reduzierungen, vor allem bei den Panzertruppen – und das fehlende Geld.

Infobox Ohrdruf Erstmals nutzten 1871 preußische Kavallerieeinheiten den Übungsplatz südlich von Gotha als Manövergelände. In den Weltkriegen diente das Gelände als Gefangenenlager, im Zweiten zudem als Außenlager des KZ Buchenwald. Die Häftlinge arbeiteten am geplanten Führerhauptquartier im Jonastal. Zu DDR-Zeiten waren in Ohrdruf bis zu 25.000 sowjetische Soldaten stationiert. 1994 begann die Bundeswehr mit der Nutzung. Heute bietet der 4950 Hektar große Platz vielfältige Infanterie-Ausbildungsmöglichkeiten und Unterkünfte für bis zu 950 Soldaten.... MEHR darüber? -> Link zum Bericht

Schießanlage

Besucherzähler

Heute 9

Insgesamt 2118557

Aktuell sind 7 Gäste und keine Mitglieder online

Kubik-Rubik Joomla! Extensions

Joomla templates by a4joomla