Das Große Veranstaltungsgewölbe in der Schloßruine Neideck war am vergangenen Donnerstag, dem 1. April 2004, bereits gegen 19 Uhr gut gefüllt. Um 19.30 Uhr wurden die Plätze erwartungsgemäß knapp. Über 140 Gäste waren zu diesem letzten Vortrag innerhalb des Zyklus zur 1300-Jahrfeier von Arnstadt erschienen, der sich dem brisanten Thema „Das Jonastal- Fantasien und Fakten" widmete;. Referent war Prof. Dieter Elbracht (Arnstadt und Hamburg), Hauptinitiator der gemeinsamen Vortragsreihe vom Verein Schloßruine Neideck zu Arnstadt e. V., Thüringer Geschichtsverein Arnstadt e. V. und Altstadtkreis Arnstadt e. V., in der innerhalb von fast einem halben Jahr 19 Vorträge zur Stadtgeschichte von Arnstadt vom Mittelalter bis zum 20. Th. gehalten wurden.
Prof. Elbracht hatte bereits zur Eröffnung des Vortragszyklus am 16. Oktober 2003 im Saal der Musikschule über die Heden- Urkunde vom 1. Mai 704 gesprochen. Heute beschäftigte sich sein Vortrag mit dem vermeintlichen Führerhauptquartier im Jonastal am Ende des 2. Weltkrieges, das dort seiner Meinung nach nie entstehen sollte, der V -Waffenproduktion im Rudislebener Poltewerk 2, die nach vorliegenden Dokumenten dort wahrscheinlich nie stattfand, und dem Intermezzo der Kernforschung, welches in Stadtilm begann und im württembergischen Haigerloch bei Hechingen mit dem Diebstahl allen Materials durch die Amerikaner 1945 endete. Des weiteren referierte Herr Prof. Elbracht zu dem Bernsteinzimmerlegenden bezüglich des Jonastales. Folgte man seinen Ausführungen zu all den genannten Themen, so konnte man sich manchmal des Eindrucks nicht erwehren, dass er, wohl ob der sehr diffizilen Problematik und fehlender (vielleicht nur in US- Militärarchiven vorhandener, noch nicht komplex. ausgewerteter) Fakten, auch nicht immer über eindeutige Erkenntnisse verfügte.
Prof. Elbracht legte seinen Wissenstand dar, was in der anschließenden Diskussion auch für Widerspruch sorgte, der jedoch nicht in jedem Fall mit der nötigen Sachkenntnis vorgebracht wurde. So bspw ., wenn anhand eines, zwar unterschriebenen Erlebnisberichtes eines ehemaligen FDGB- Funktionärs von 1962 glaubhaft gemacht werden sollte, dass Adolf - Hitler erst im März 1944 Ehrenbürger von Arnstadt geworden wäre (was auf Antrag der NSDAP- Stadtratsfraktion bereits am 21.3.1933 erfolgte, wie in der neu erschienen "Chronik von Arnstadt. Zeittafel / Lexikon" auf Seite 239 nachzulesen ist). Antworten auf Nachfragen eines Historikers zu Detailproblemen der Atombombenentwicklung und -erprobung im Arnstädter Raum musste Prof. Elbracht öfter schuldig bleiben. Er hat seine, größtenteils auf Studien einschlägiger Literatur und umfänglichen Materials in MfS- Archiven beruhenden Erkenntnisse auf 30 Druckseiten im Kapitel „Das Jonastal- Fantasien und Fakten" zusammen gefasst. Diese Ausführungen, versehen mit entsprechenden Quellenangaben, sind Teil seines jetzt erschienen Buches "Beiträge zur Geschichte der Stadt Arnstadt 704 bis 2004", worauf er in seinem Vortrag nach meiner Meinung etwas zu häufig hingewiesen hat. Abschließend sei Frau Ulla Plönnigs gedankt, die Donnerstag für Donnerstag die anwesenden Gäste mit Getränken versorgte, sowie Herrn Herbert Dornheim (beide Neideckverein).

Die Rätselfrage zum Vortrag lautet: Wie hieß der Leiter des Berliner Kaiser-Wilhelm-Institutes, der in Haigerloch die in Stadtilm begonnene Kernforschung fortsetzte?

Peter Unger

Mit freundlichen Grüßen
Stadtmarketing Arnstadt GmbH / Kulturbetrieb

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