Einer der wenigen Zeitungsartikel über Erkundungen in den Stollen,
hier die von Erhard Reps und von Eva Barz im FREIEN WORT, ca. 1968:

(c) Das Volk am 09.02.1966

Lübkes Spuren im Jonastal
Todesstollen für Tausende KZ-Häftlinge

ARNSTADT (ADN/DV). Von den unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Tausender KZ-Häftlinge in den Todesstollen der Felsmassive des Jonastals zwischen Crawinkel und der Kreisstadt Arnstadt überzeugten sich dieser Tage Reporter von ADN und Zentralbild. Erstmals konnten dadurch der Öffentlichkeit Bilddokumente über die schwer zugänglichen Stollen vorgelegt werden, die der berüchtigte Jägerstab 1944 bis Anfang 1945 für das sogenannte Führerhauptquartier und das OKW dort anlegen ließ. Eine wesentliche Rolle im Jägerstab hatte nach den jüngsten Enthüllungen auf der internationalen Pressekonferenz des Nationalrats der heutige Bonner Bundespräsident Lübke und die ihm direkt unterstellte Baugruppe Schlempp gespielt. In den ständig eiskalten Stollen mußtcn die Häftlinge, nach Zeugenaussagen nur notdürftig bekleidet, unter Bedingungen, die an mittelalterliche Steinbrüche erinnern, arbeiten. Es ist anzunehmen, daß weit mehr als die bisher nachgewiesene Zahl von 5000 Häftlingen in diesen Stollen umgekommen sind.

Quelle: Ilmenauer Zeitung vom 05.05.1965

Trügerischer Frieden 1937...

Wenn man Gewährsleuten glauben darf, dann wurden bereits im Jahre 1935/36 im Rahmen umfangreicher Studien der Heeresleitung Wehrmacht (später OKW) in Verbindung mit der Wirtschaftlichen Forschungsgesellschaft Berlin die künftige kriegswirtschaftliche Bedeutung des Raumes Ohrdruf-Crawinkel für das Industriezentrum Erfurt sowie für eine Reihe von Sondermaßnahmen untersucht.

Soweit die Öffentlichkeit von einigen wegen ihres Umfangs schwer geheimzuhaltenden Baumaßnahmen erfuhr, wurde erklärt, sie seien für den Truppenübungsplatz Ohrdruf bestimmt. Das war u. a. auch der Fall beim Bau unterirdischer Nachrichtenzentralen bei Arnstadt, wo zum Teil 50 bis 200 Fernschreiber installiert wurden, wo Verbindungsbrücken zum internationalen Kabel hergestellt wurden usw. Für einen gewöhnlichen Truppenübungsplatz natürlich eine mysteriöse Angelegenheit.

Quelle: Neues Deutschland vom 25.01.1966

Bundespräsident Lübke baute Hitlers Konzentrationslager
Rede von Professor Albert Norden auf der internationalen Pressekonferenz am Montag in Berlin

Meine Damen und Herren!
Vor der Welt steht die Frage, ob Deutschland und Europa zwischen Kriegen stehen, dem Krieg, der 1945 endete, und einem neuen Krieg, der die Resultate des zweiten Weltkrieges korrigieren soll, oder ob Deutschland und Europa einem stabilen Frieden entgegengehen.

Die DDR erklärt sich nicht nur für den Frieden, sie hat diesen ihren Willen auch durch Taten bekräftigt. Sie ist in das neue Jahr mit sechs Vorschlägen des Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht hineingegangen, in denen der westdeutschen Bundesrepublik angeboten wird: der gemeinsame Verzicht auf atomare Rüstung und Mitbeteiligung an der Verfügungsgewalt über Massenvernichtungswaffen; Verhandlungen über die Abrüstung; die Anerkennung der bestehenden Grenzen in Europa durch beide deutsche Staaten; Verhandlungen über die Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden deutschen Staaten und ihren Bürgern und der offizielle Verzicht in Bonn wie in Berlin auf alle Maßnahmen und Gesetze, die Deutschlands Wiedervereinigung blockieren.

Quelle: Arnstädter Anzeiger 16.02.1937 im Arnstädter Stadtarchiv

Bekanntmachung

Die bisherige Genehmigung, dass die Strasse Ohrdruf-Mühlberg ständig außerhalb der gesperrten Zeiten und die Straßen Ohrdruf-Whs.[Wohnhaus] Klipper-Bittstädt, Wölfis-Whs. Klipper-Mühlberg und Wölfis-Heerda-Mühlberg von Sonnabend 18.00Uhr bis Montag 6.00Uhr für den öffentlichen Verkehr freigegeben sind, wird mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

Die Einwohner von Mühlberg, Wandersleben und Röhrensee dürfen außerhalb der Speerzeiten die Strasse Ohrdruf-Mühlberg außer mit Kraftfahrzeugen ohne besonderen Ausweis benutzen. Ein Betreten des Platzes außerhalb dieser Straße ist ihnen nicht gestattet. Die Straße, soweit sie durch das Gebiet des Truppenübungsplatzes führt, muß von diesen Personen ohne Aufenthalt benutzt werden. Das Befahren dieser Strasse mit Kraftfahrzeugen ist nur auf Grund eines von der Kommandantur für das betreffende Fahrzeug ausgestellten Erlaubnisscheines gestattet.

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