ich Vorhänge aus einer Art Brokatstoff befunden, mit goldfarbenen Kordeln festgemacht. Die Wände alles edles Holz. Nach der Besichtigung hätte er sich schnurstracks auf den Heimweg gemacht. In der Wölfiser Waldstraße angekommen, hätte es plötzlich in seinem Rücken "einen Schlag getan". Eine dunkle Rauchsäule sei dort aufgestiegen, wo der Wagen gestanden hätte. Am nächsten Tag war er noch einmal da, aber da sei nur noch wenig von dem Wagen übrig gewesen. Ein Haufen Asche. Doch einige Bestandteile des Wagens tauchten später wieder auf. Einwohner der umliegenden Gemeinden hatte verwertbar Erscheinendes requiriert. Mehrere vom Waggon stammende Stücke konnten 1992 an die Gedenkstätte in Compiègne übergeben werden.

Dass der Wagen gesprengt wurde, wie ursprünglich vermutet, bezweifelt Gerd Kratsch, ehemaliger Schulleiter in Ohrdruf. Nach seinen Recherchen hält er einen Unfall für wahrscheinlicher. Total verbrannt ist der Wagen nicht. Das Fahrgestell wurde Ende 1945 nach Gotha geschleppt und diente später als innerbetriebliches Transportmittel. Zuletzt als Werkswagen Nr. 17 im Weichenwerk. Erst Mitte der 80er brach der wegen Überlastung zusammen und wurde verschrottet.

Der Jonastalverein, der sich auch diesem geschichtlichen Kapitel der Region widmet, will im Herbst gemeinsam mit Geschichtsinteressierten eine umfassende Dokumentation zur Geschichte des Waggons herausbringen. Besonders freuten wir uns darüber, dass Frau Erika Liebetrau aus Ruhla ehemalige Gegenstände aus dem Waggon für die Sonderausstellung im Dokumentationszentrum Jonastal zur Verfügung stellte. Dazu gehören zwei Kleiderbügel, eine Wasserkanne und eine Kinderweste, die ihre Mutter aus einem Vorhang geschneidert hatte. Die Sachen hatte ihr Vater mit nach Hause gebracht, als der Waggon auf dem Ruhlaer Bahnhof abgestellt gewesen war. Weiterhin erhielt der Jonastalverein von Herrn Schneider aus Wangenheim alte Postkarten von der Gedenkstätte in Compiègne, die sein Vater als Andenken von einer Reise einmal mitbrachte.

Ich bedanke mich im Namen der Mitglieder des Jonastalvereins bei Frau Liebetrau für die Dauerleihgaben, bei Herrn Dr. Senglaub für die finanzielle Unterstützung sowie bei Herrn Bürgermeister Schambach, Herrn Gerd Kratsch und besonders bei Herrn Dankmar Leffler und allen Unterstützenden des Vereinsprojektes. Gemeinsames Ziel ist es, an die Zerstörung des berühmtesten Eisenbahnwaggons der Welt im Frühjahr 1945 dauerhaft in Crawinkel zu erinnern. Alle auszugsweise aufgeführten Artikel und mehr finden Sie auf der Internetplattform des Vereins über www.jonastalverein.de - die Sonderausstellung ist nur noch am 26.06. in Wölfis zu besichtigen.

Klaus-Peter Schambach

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