Bei Sperrung des Jonastals will Arnstadt klagen – vom 11.03.2005

Quelle: Thüringer Allgemeine – Arnstadt am 11.03.2005

Bei Sperrung des Jonastals will Arnstadt klagen

ARNSTADT. Mit einer fraktionsübergreifenden Mehrheit hat der Kreistag am Mittwoch die Vereinbarung zur vorzeitigen Straßenabstufung bestätigt. Ein Werk, das im Vorfeld für Debatten sorgte und zumindest unter Arnstadts Parlamentariern auch offenbar weiter sorgen wird. Es war buchstäblich bis kurz vor Ultimo noch nachgebessert worden. In Abstimmung mit dem Land, wie Landrat Lutz-Rainer Senglaub betonte. Die Vereinbarung sieht vor, dass der Ilmkreis dem Freistaat in punkto Straßenneubau und -sanierung unterstützt oder wie es in dem Dokument heißt, dass beide Seiten notwendige Neu- und Ersatzinvestitionen im Straßennetz koordinieren. Was unter anderem heißt, der Freistaat baut beispielsweise die B 90, die den Rudolstädter raum an die A 71 anbindet, im Gegenzug übernimmt der Ilmkreis Landesstraßen, die zu Kreisstraßen umgestuft werden sollen, in unsaniertem Zustand. Eigentlich sollten diese Strecken vor der Übergabe in Ordnung gebracht werden, doch das könnte dauern und teilweise ist der Straßenzustand schon jetzt eine Zumutung. Beispielsweise die Straße Marlishausen-Dienstedt.

Während in den zurückliegenden Wochen Misshelligkeiten und Missverständnisse ausgeräumt werden konnten, kristallisierte sich zur Kreistagssitzung am Mittwoch, ähnlich wie bei der vorangegangenen Zusammenkunft von Kreistagsmitgliedern, Verkehrsamt und Verantwortlichen des Landes, die Strecke durch das Jonastal als der eigentliche Knackpunkt heraus. Diese soll zwischen Arnstadt und dem Abzweig Espenfeld eingezogen, sprich gesperrt und dann der Verkehr vom Abzweig in Siegelbach über Espenfeld und weiter auf der Jonastalstraße geführt werden. Für Kreistagsmitglied Erwin Erdmann (SPD) neben dem Umstand, dass die Vereinbarung völlig terminlos ist, das eigentliche Problem. Die vorgesehene Sperrung der Strecke, in erster Linie mit den sanierungsbedürftigen Brücken begründet, hält er aus Arnstädter Sicht für nicht akzeptabel. Die Stadt werde so von einem wichtigen Naherholungsgebiet abgeschnitten. Das werde man nicht hinnehmen. Da sei er sich auch mit Bürgermeister Hans-Christian Köllmer – der urlaubsbedingt fehlte – einig, ließ Erdmann durchblicken. Er kündigte nicht nur an, dass sich die Stadt wehren werde, sondern auch schon wie. Möglicherweise werde die Stadt klagen und zwar gegen die kurz zuvor mit dem Haushalt beschlossenen erhöhten Kreisumlage. Damit würden aus seiner Sicht diese freiwilligen Leistungen finanziert.

Landrat Senglaub hatte das vorerst letzte Wort in der Angelegenheit und darin tat er kund, dass er einer Klage gelassen entgegen sehe. Von Gerd SCHMIDL

10.03.2005