1945: Geheime Atomtests in Thüringen? – vom 11.08.2003

(c) MDR Quelle: 1945: Geheime Atomtests in Thüringen?

Im folgenden Text finden Sie Auszüge aus der Kulturzeit von MDR 1 RADIO THÜRINGEN vom 28.10.2001.

Vor einigen Monaten ist ein Buch erschienen, in dem behauptet wird, dass die deutsche Atomforschung soweit vorangeschritten war, dass am 4. März 1945 auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Ohrdruf eine atomare Testwaffe gezündet wurde … doch der Reihe nach … zunächst ein kleiner historischer Exkurs:

Ausflug in die Thüringer Geschichte
Thüringen im Frühjahr 1945. Von der Siegeszuversicht ist nicht viel übrig geblieben. Auch in Thüringen heulen die Sirenen. Das Land ist mit Flüchtlingen aus dem Osten und Evakuierten aus den Großstädten im Westen überfüllt. Die Fronten des Zweiten Weltkrieges rücken immer näher.

Doch in dem von den Nazis als Trutzgau bezeichneten Thüringen laufen Rüstungsproduktion und Arbeiten an Bauprojekten der SS auf Hochtouren. Im Kalibergwerk Merkers werden Kunstschätze aus allen Teilen des Reiches aber auch Beutekunst und das Gold der Reichsbank eingelagert. In einer unscheinbaren Schule in Stadtilm richten sich die Atomforscher um Kurt Diebner ein und bauen einen kleinen Atomreaktor im Keller der Schule … die Spuren sind noch heute zu sehen. Im Kohnsteinmassiv von Mittelbau-Dora werden die als Vergeltungswaffen gepriesenen „V2“ Raketen produziert und weitere Stollensysteme für die Verlagerung kriegswichtiger Industrien gegraben. Im unterirdischen Flugzeugwerk bei Kahla werden Düsenjäger montiert.

Auch im Jonastal bei Arnstadt entstehen Stollensysteme in großem Ausmaß. Immer werden diese Arbeiten unter unsäglichen Entbehrungen von KZ Häftlingen vorangetrieben. Tausende kommen dabei ums Leben. In den ersten Apriltagen 1945 befreien die Amerikaner Thüringen, stoßen dabei nur vereinzelt auf Widerstand. In Merkers finden sie die Kunstschätze und das Gold … die Bilder, wie General Patton den Fund besichtigt, gehen um die Welt. Doch die Amerikaner stoßen zielgerichtet auch ins Jonastal. Dort werden in letzter Minute die überlebenden Häftlinge auf Todesmärsche geschickt. Die SS versucht durch Sprengungen ihre Spuren zu beseitigen. Was fanden die Amerikaner? Gab es das Führerhauptquartier? Waren noch andere Einrichtungen in dem Stollensystem untergebracht?

zuletzt aktualisiert: 11. August 2003 | 12:32