Thüringer Allgemeine, Lokalteil Arnstadt vom 19.01.2002

Emotionsgeladen war die Debatte der Ortschaftsräte von Dosdorf/Espenfeld in ihrer jüngsten Sitzung. Dabei ging es, wie Ortsbürgermeisterin Kornelia Ehrhardt informierte, um die geplante UmgehungsstraßeEspenfeld und den Rückbau des Jonastales.

Besondere Verärgerung habe es gegeben, weil das Thema seit Wochen öffentlich in den Medien behandelt wurde, jedoch bisher kein Verantwortlicher des Ilm-Kreises oder der Stadtverwaltung Arnstadt über Sinn und Zweck der Baumaßnahme informiert habe. Einstimmige Meinung der Ortschaftsräte: Die vorhandene Straße durch das Jonastal ausbauen und „nicht noch weitere Einschnitte in unsere Landschaft mit den dann auftretenden Verschlechterungen der Lebensqualität für die betroffenen Bürger zuzulassen“, so Kornelia Ehrhardt. Es sei eine Grundsatzplanung in Auftrag gegeben worden, in der der Ausbau der vorhandenen Betriebstrasse durch das Jonastal und die Umverlegung der Trasse unter Einbeziehung vorhandener Kreisstraßen über die Ortschaften Gossel, Espenfeld nach Siegelbach untersucht würde, verlautete weiter. Derzeit gebe es vier Variantenvorschläge, in die die Bürger nun erstmals einen Einblick genommen hätten. Die Einwohner von Espenfeld, die Unterschriften gegen eine Umgehungsstraße gesammelt hatten, vertreten die Meinung: Es bestehe eine Straße zwischen Arnstadt und Crawinkel, die entsprechend der aktuellen und zeitgemäßen Zunahme des Straßenverkehrs aus- oder umgebaut werden müsse. Im Verlauf der jetzigen Straße durch das Jonastal werden weder Menschen in ihrer Lebensqualität noch die Landschaft oder der Naturschutz beeinträchtigt. Die Einwohner von Espenfeld haben seit Jahren auf Bequemlichkeit und Vorteile verzichtet im Wissen um eine noch „heile“ Wohnumgebung. „Wenn wir unsere Region zum Tourismusgebiet ausbauen und in die Zukunft der Tourismusbranche investieren wollen, können wir nicht noch weiteres intaktes Landschaftsgebiet vernichten“, äußerten die Bürger.

Sie forderten die Stadtverwaltung auf, sich zu informieren und über den Stand der Maßnahmen zu beraten. Bei der Behandlung dieses Tagesordnungspunktes auf der Stadtratssitzung wollen die Vertreter Espenfelds dann selbstverständlich mit teilnehmen.

Quelle: http://www.espenfeld-gossel.de