Titelthema: „X-Akte Jonastal“ – die Rätsel des letzten „Führerhauptquartiers“
Die Wahrheit liegt irgendwo da drinnen… von Dieter Meinig

Ungelöste Rätsel betreffen nicht nur den Sektor sogenannter grenzwissenschaftlicher Phänomene. Es gibt eine ganze Reihe von ihnen auch im Bereich unserer unmittelbaren Vergangenheit, beispielsweise aus der Zeit der NS-Diktatur. Allerdings werden eine Vielzahl bis heute unbeantworteter Fragen aus dieser unrühmlichen Ära deutscher Geschichte nur unter vorgehaltener Hand diskutiert. Wer sich öffentlich dazu äußert, bricht ein Tabu und läuft Gefahr als „Rechter“ diffamiert zu werden.

Leider hat man immer noch nicht gelernt, mit den damaligen Ereignissen wirklich sachlich umzugehen, was Risiken in sich birgt. Eines der größten Rätsel der NS-Zeit ist das des sogenannten „ letzten Führerhauptquartiers “ im Jonastal bei Arnstadt/Thüringen. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges setzte hier eine fieberhafte unterirdische Bautätigkeit ein. Es entstand eine weitverzweigte Bunkeranlage, deren wahre Größe und Funktion bis heute unbekannt ist. Ein wesentlicher Teil dessen, was vorrückende amerikanische Einheiten hier fanden, liegt bis heute In den Nationalarchiven der USA unter Verschluß. Wurde hier eine geheime Technologie entwickelt oder lagerten die Nazis in diesem Bunkersystem streng geheime und brisante Informationen? Der Artikel versucht eine Antwort…

Das bei Arnstadt liegende Jonastal hat unter Abenteurern und Schatzsuchern eine ganz besondere Bedeutung, gelten die dort befindlichen Bunkersysteme doch als das letzte Führerhauptquartier des Dritten Reiches und als mögliches Versteck des legendären „Bernsteinzimmers“. Der seit Jahren mit der Materie befaßte Autor zeigt auf, daß die identifizierten Bunkeranlagen noch manches Geheimnis bergen und ihre ursprüngliche Funktion jenseits dessen lag, was unbedarfte Gemüter bisher angenommen haben. So sind bis heute die in den amerikanischen Nationalarchiven liegenden und das Jonastal betreffenden Unterlagen als geheim klassifiziert. Warum? Was wurde hier gegen Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelt und verborgen? Handelte es sich um eine Geheim-Technologie, die so brisant war, daß sie uns Heutigen vorenthalten werden muß? Oder lagerten hier Informationen, die der Öffentlichkeit nie bekannt werden dürfen?

„Fast alle Menschen stolpern irgendwann einmal in ihrem Leben über die Wahrheit.
Die meisten springen schnell wieder auf, klopfen sich den Staub ab und eilen ihren
Geschäften nach, als ob nichts geschehen sei…“
Winston Churchill

In engen Kurven und Biegungen zieht sich die schmale asphaltierte Straße durchs Jonastal. Kaum ist Arnstadt verlassen, erheben sich steile Muschelkalkzüge und liebliche bewaldete Hügel links und rechts der Fahrbahn. Die Gegend birgt zweifellos eine gewisse Idylle. Naturfreunde, speziell Pflanzenliebhaber und Fossiliensucher kommen hier, an den noch sommerwarmen Hängen durchaus auf ihre Kosten. Das Tal liegt einsam im Augustsonnenschein. Nur hin und wieder fahrt ein Auto leise brummend die kurvige Landstraße entlang, hinter sich eine leichte Wolke Staub vom Straßenrand aufwirbelnd. Weiß leuchten die rauhen Muschelkalkfelsen durch das noch grüne Laub der Bäume, welche die Straße säumen. Es sind versteinerte Meeresablagerungen – Millionen von Jahren alt. Die Natur schrieb hier mit ihren scheinbar ewigen Lettern ins Angesicht der Berge. Doch nicht nur die Zeugnisse einer uralten Lebewelt existieren in dem wildromantischen Tal – auch die jüngste Vergangenheit menschlichen Daseins und Tuns hinterließ hier ihre makabren, wie zugleich bis heute rätselhaften Spuren.
Schweifen wir nur wenige Jahrzehnte in die Vergangenheit zurück. Man ! schreibt das Kriegsjahr 1944… Die jetzt i still im Sonnenschein ruhenden Hänge des Jonastales sind erfüllt vom Kreischen eiserner Loren einer Feldbahn, wie dumpfe Detonationsgeräusche dringen aus dem Berg, und überall gähnen dunkle Stollenmundlöcher in den Steilwänden, die die Gleise, zum Teil doppelspurig in sich aufnehmen. Eine Unzahl ausgemergelter Menschen in Häftlingskleidung schuftet hier unmenschlich. Überall die dunklen Uniformen der SS und grobe Kommandorufe. Die Mpi-Läufe der Wachposten sind todverheißend auf die Arbeitssklaven gerichtet…

„Der Tod ist ein Meister aus Deutschland…“

Die Sterberate ist hoch. Die Sonderbaumaßnahme S III im Jonastal verlangte ihren Blutzoll. An die 30.000 Gefangene von Ohrdruf – Außenlager des KZ Buchenwald – sind hier zeitweilig im Einsatz. (Diese Zahl ist in der „offiziellen“ Literatur angegeben, wahrscheinlich liegt sie weitaus höher, d. A.) Davon werden viele, viele Tausend sterben. An Entkräftung, Hunger, an Unfällen. Oder sie werden „einfach“ erschossen, totgeschlagen. Denn ein Menschenleben gilt nichts in den Augen der Wachmannschaften, die sich übrigens nicht nur aus SS-Leuten rekrutierten – auch zu Kapos bestellte Schwerverbrecher hausten verheerend unter den Gefangenen. Der Tod ist eben ein Meister aus Deutschland…

Der heute wahnwitzig scheinende Gedanke von „Endsieg“ ließ hier die reichsdeutsche Führung im Trutzgau Thüringen ein Bunkersystem besonderer Art anlegen. Der Kriegsverlauf gestaltete sich ja nicht so, wie es Hitler und das OKW wünschten. Die Frontlinien fielen auf’s Reich zurück. Daher wollte man in den obersten Rängen sich mit deutscher Gründlichkeit auf alle Eventualitäten eingerichtet wissen. Vorbereitungen zur Verlegung wichtiger Ämter und Stäbe liefen bereits seit längerer Zeit auf Hochtouren. Unter dem Siegel strengster Geheimhaltung gingen aber auch gewisse Transporte in Richtung Thüringen ab. Raubsammlungen aus besetzten Gebieten, unschätzbare Kunstgüter aus Berliner Museen und den „Reichsschatz“, bestehend aus Gold und Devisen verschiedener Währungen, lagerten die Nazis in unterschiedlichen geheimgehaltenen Orten im „grünen Herzen“ Deutschlands ein. Doch damit nicht genug, eine Atomforschungsgruppe um Dr. Kurt Dübner und des Chefs der Koordination der deutschen Atomforschung, Prof. Walter Gerlach, kamen in den Kellergewölben der Stadtilmer Mittelschule unter. Und man forschte weiter… Selbst eine Art kleiner Reaktor war dort vorhanden.

Streng geheime Bauarbeiten

Ab Herbst 1943 fuhren auf dem Ohrdrufer Bahnhof zahlreiche Sonderzüge mit Material und Häftlingen ein. Was alles in den Waggons war und ins nahe Jonastal wanderte, weiß heute niemand mehr zu sagen. Fest steht jedoch, daß das Jonastal, die weiten Gelände des darüberliegenden Truppenübungsplatzes und (wie sich erst jüngst herausstellte) auch dessen waldiges, hügeliges Umland zum Standort sehr bedeutender und zugleich geheimer Anlagen auserkoren war. Es gab beileibe nicht nur ein Objekt! Die Bauarbeiten, unter strengster Geheimhaltung und den Fittichen der berüchtigten „Organisation Todt“ und Baubüro Kammler durchgeführt, gingen zügig voran.

Namen wie Himmler und Göring waren mit dem Baugeschehen eng verbunden und zeugten so von seiner Wichtigkeit. So soll Göring teils persönlich von Luisenthal aus den Sonderbau S III geleitet haben… In die steilen Hänge des Tales trieben die Häftlinge die heute bekannten 25 Stollen zu einem gigantischen unter- irdischen System in den Berg. Räume und Hallen wirklich mächtigen Ausmaßes birgt noch heute der Berg. Hier hinein wären damals die erstaunlichsten Dinge gewandert: wertvolle Gemälde

War die Anlage im Jonastal ein Führerhauptquartier?

und Teppiche, auserlesenes Mobiliar, Parkettfußböden… Und auch sonst „alles vom Feinsten“, wissen Leute aus den umliegenden Dörfern zu berichten. Doch darum ging es nicht, wie wir später noch sehen werden. Die unterirdische Anlage muß fast fertig geworden sein. Unter anderem ausgestattete Unterkünfte, geheime Befehlsstände, gefüllte Depots – es fehlte an nichts. Dennoch handelte es sich, im Gegensatz zur landläufigen Meinung, keinesfalls um ein Führerhauptquartier. So gebrauchten die Gebrüder Auras aus München (Finanziers der High-Tech Untersuchungen nach verborgenen Stollen im Steinbruch Buchenwald) niemals den Namen Führerhauptquartier, wenn sie vom Jonastal sprachen. Wahrscheinlich wußten sie es schon lange viel besser, „aus welchen Quellen auch immer. Und waren die Anlagen auch bombensicher und gut versteckt untergebracht in den Tiefen betonharter Muschelkalkschichten – das geheimnisvolle System wurde jedenfalls nie von Führungsstäben o.a. bezogen. Die Geschicke des Krieges nahmen außerdem einen anderen Verlauf, als wie man es sich in der obersten deutschen Heeresleitung vorstellte.

Nur noch Buschwerk und Trümmer

Von der ehemaligen geheimen Großbaustelle ist nicht mehr viel übrig. Die Sprengungen ließen die Hänge abrutschen, dichtes Buschwerk und schütterer Wald breiteten sich in den folgenden Jahrzehnten aus. Keine Spur mehr von den Gleisen der Schmalspurbahn, nur das Plateau ist noch erkennbar. Hier und da rostiges Eisen. In einem Krater zeigt sich ein Stück ; dicken Rohres. Eine alte Leitung. Wohin führt sie, wo kommt sie her? Steinschutt überall. Da die Reste massiven Gemäuers. Wozu mag es gedient haben? Die vielen Stolleneingänge, die es hier im Hang gab, sind fast spurlos verschwunden. Herabgerutschte Schuttmassen und Felstrümmer haben sie lange unter sich begraben. Und den-noch gibt es hier ausgedehnte unterirdische Stollensysteme im Berg. Umsonst hatte man damals den riesigen Aufwand nicht betrieben. Doch die Suche nach verborgenen Zugängen gestaltet sich so anstrengend wie langwierig. Immer wieder dichtes Unterholz und unwegsame, mit großen abgesprengten Blöcken übersäte Hänge. Schon will man aufgeben, da zeigt sich ein erster dunkler Tunnel.

Die Stollen führen ins Nichts

Der zum Teil ausgemauerte Eingang, übermannshoch, lädt zum Betreten förmlich ein. Doch hier ist nichts, nach wenigen Metern ist schon Schluß. Ein blinder Stollen, unvollendet. Weitab schließlich, auf einem steilen klüftigen Hang, ein tiefgehender Felsspalt. Kühl weht es aus dem dunklen Schacht nach oben. Hier geben die, von längst verhallten Detonationen erschütterten Schichten den Weg nach unten frei. Der Abstieg ist kompliziert und nicht ganz ungefährlich. Im Licht der Handlampen geht es durch mit Schutt bedeckten Hallen und Gänge. Mitunter erscheinen unförmige Schrotthaufen im Lichtkegel. Doch auch hier letztendlich nur gähnende Leere und Dunkelheit. Die Stollen führen ins Nichts. In den Tiefen noch immer deutliche Spuren von Sprengungen, die man hier vornahm. Der weitere Weg verschüttet. Was verbirgt sich hinter den hohen Schutthalden? Liegen dort die verborgenen Systeme, zugesprengt vor schon langer Zeit? Unter den Füßen knirscht bröckliges Gestein. Aus einer Wand ragt ein stählerner Träger. Funktionslos gewordenes Relikt…

Zurück zum Ausgang. Der Aufstieg ist beschwerlich. Endlich taucht der sonnige Hang wieder auf. Hier unten war alles, wie es nicht anders zu erwarten war. Sie haben ihre Vergangenheit damals gut weggeschlossen. Ob für immer – das wird sich noch zeigen…

Im geografischen Zentrum der konzentrierten Stäbe und Einrichtungen lag eindeutig das felsige Jonastal. Dort wühlten sich eben seit Herbst 1944 Häftlinge in die steilen Muschelkalkhänge hinein und schufen nachweislich ein gewaltiges Stollensystem. Fest steht auch, daß faktisch bis zur letzten Minute in den ausgedehnten unterirdischen Anlagen gearbeitet wurde. In dem geheimnisvollen Objekt verschwanden so wahrscheinlich der Inhalt mehrer Eisenbahntransporte, die auf dem unweit gelegenen Bahnhof Crawinkel ankamen, wo sich dann auch im Frühjahr 1945 bemerkenswerterweise Führer’s Salonwagen einfand. Dann aber kamen die Amerikaner. Bevor General Pattons 6. Armee jedoch ins Tal eindrang, nahm die SS tief im Berginneren und wahrscheinlich auch anderswo gezielte Sperrsprengungen vor, die den Zugang zu bestimmten Abschnitten geheimer Systeme wirkungsvoll verschlossen und wohl für immer unauffindbar machten. Bis heute jedenfalls hat niemand die Wege zu ihnen entdecken können.

Betonstraßen unterm Erdfall

Gerhardt Remdt, Journalist, langjähriger Jonastalforscher und Autor, sitzt in seinem gepflegten Häuschen am Stadtrand von Ilmenau und erzählt zurückhaltend über die Rätsel. Neben ihm ausgebreitet liegen die Ergebnisse zum Teil jahrzehntelanger Recherchen: Kopien von Schriftstücken noch aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, in einem Koffer häufen sich die Fotos, daneben Schnellhefter voller Material… Remdt berichtet:

„Vor einigen Jahren, noch zu DDR-Zeiten, kam es irgendwo auf dem weiten Gelände des Truppenübungsplatzes Ohrdruf (infolge Erschütterungen durch schwere Militärtechnik) zu einer erheblichen Geländeabsenkung. Dieses Ereignis mußte so auffallend sein, daß eiligst auch die damalige „Kriminalpolizei“ aus Berlin hinzugezogen wurde. Wie mir später Uwe Geißler, ein Mitarbeiter des ehemaligen MfS (Ministerium für Staatssicherheit, Geheimdienst der DDR), mitteilte, hätte sich am Grunde des so entstandenen Erdtrichters ein Loch gebildet. Durch dieses wurden in der düsteren Tiefe Teile des Verlaufs einer Betonstraße gesehen… Und wie mir ein Fernsehjournalist vom „ZDF heute-journal“ sagte, habe auch der letzte russische Kommandant des Übungsplatzes gegenüber dem Fernsehsender geäußert, daß man doch einigermaßen verwundert darüber war, daß es Hohlräume und Erdspalten auf dem Gelände gab, von denen man nicht recht wußte, wie sie einzuordnen seien. Sie hätten Rauchbomben hinabgeworfen und mußten zu ihrem Erstaunen feststellen, daß dieser Rauch erst bei Crawinkel wieder aus Erdspalten aufgestiegen wäre…“

Geheimnisvolle Energiezentrale

Damit mag der Journalist recht haben. Woher das Wissen der Amerikaner stammt, darüber lassen sich nur Vermutungen anstellen. Die Archive in Washington schweigen sich zumindest bis heute aus. Besonders was Angaben über Aktivitäten der von General George S. Patton geführten Dritten US-Armee betrifft, die am 3. April 1945 stoßtruppartig ins Jonastal vordrang, nachdem es zuvor zu schwersten Kämpfen mit der 6. SS-Gebirgsjäger-Division kam, die noch eine über eine i Woche lang den Zugang zum Tal erbittert und unter hohen Verlusten verteidigte.

In Bayern bekleidete Patton dann die Funktion eines Militärgouverneuers. Doch schon am 21. Dezember 1945 ereilte ihn das Schicksal: er wurde Opfer eines bis heute als mysteriös geltenden Verkehrsunfalls…

Bei allen Beteiligten kristallisiert sich jedoch immer deutlicher heraus, daß nicht die schon häufig untersuchten und versprengten Blindstollen im Tal ein Geheimnis hüten, sondern das dieses in noch „Viel größerer Tiefe unterhalb des Übungsplatzes verborgen liegt, der sich auf dem weiten Plateau über den zugesprengten 25 Stollen befindet. (In Insiderkreisen spricht man übrigens von mehr als den heute bekannten 25 Stollen. Das System soll sich in Richtung Arnstadt fortsetzen.) Gerade da, wo offiziell noch niemand war und gesucht hat. Geißlers Aussagen gegenüber Remdt scheinen ein beredtes Zeugnis dafür zu sein. Dort müßte sich auch noch eine Art Kraftwerksanlage befinden, die mächtige elektromagnetische Impulse erzeugte, welche selbst laufende Motoren außer Betrieb setzen konnte. So blieb damals der Pkw des Arnstädter Landrates sehr zur Erheiterung anwesender Offiziere in voller Fahrt stehen, als er damit während der Bauphase das Plateau befuhr. Sie hatten ihm das Autos schlichtweg ausgeschaltet. Amerikanische Aufklärer und Bombergeschwader sollen es merkwürdigerweise zu Kriegszeiten vermieden haben, dieses Gebiet zu überfliegen, obgleich sie das nahe Ohrdruf bombardierten…

Gefunden wurden inzwischen oberhalb der steilen Abhänge, in denen die Stollen liegen, zugeschüttete Zugänge, die offenbar einst senkrecht in die Tiefe des Systems führten. Auch diese viereckigen, fast zugewachsenen Senken im Boden weisen eine Größe auf, die es fast ausschließt, daß sie Elektriker und andere Fachkräfte, die auf dem Hang untergebracht waren, berichteten, sie wären direkt von oben aus zu ihren unterirdischen Arbeitsplätzen gelangt.

So viel zur bislang bekannten Vorgeschichte des Rätsels Jonastal (und der weiteren Umgebung!). Nun zu den Fakten und Feststellungen seriöser Forscher, die bislang der Öffentlichkeit nicht bekannt wurden und über die sich der Mantel des Schweigens schon seit Jahrzehnten deckt…

Wie die Speichen eines Rades…

Nachdem die Amerikaner die Gegend um Ohrdruf nach Kriegsende weiträumig besetzten, machten sie sich daran, Luftaufnahmen dieses strategisch höchst wichtigen Raumes anzufertigen. Auf einem dieser Fotos zeigte sich eine große unterirdische Bunkeranlage, die sie dann unverzüglich am Boden des weitläufigen Übungsplatzes suchten. Bei deutschen Zivilpersonen aus der Umgebung, die damals zufällig anwesend waren, blieben nur die das Objekt bildhaft beschreibenden englischen Worte hängen: „… how the spokes of a wheel!“ (…wie die Speichen eines Rades! Übers, d. Red.) Es sei angemerkt, daß die Amerikaner das geheimnisvolle wagenradähnliche Bunkersystem niemals am bzw. im Boden gefunden haben. Sie hatten wohl auch zu wenig Zeit, ernsthaft länger danach zu forschen. Und die sie ablösenden Russen zeigten kaum Interesse, wenn sie überhaupt davon wussten.

Es kann davon ausgegangen werden, daß es sich bei dieser Anlage eventuell um die „Energiezentrale“ handelte, die auf dem Areal des Truppenübungsplatzes u. a. impulsartig ein gigantisches elektromagnetisches Feld erzeugen konnte. Sicherlich hat sie noch zu weitaus mehr Zwecken gedient. Dazu sind jedoch – nach heutigem Erkenntnisstand – ungeheure Energien notwendig, die eine gewöhnliche Kraftwerksanlage wohl kaum produzieren kann. In kurze Worte gefaßt heißt das, es kann eigentlich nur eine besondere technische Anlage dafür in Frage kommen!

Ist diese damals heruntergefahren worden und arbeitet nun im Selbstlauf? Bekanntermaßen läßt sich bestimmte Technik nicht ohne weiteres sofort völlig abschalten. Gewisse Prozesse im Inneren eines solchen Systems können sich über Jahrzehnte und noch weitaus länger hinziehen.

Dringende Hinweise, daß ein solches technisches Relikt vielleicht noch immer in irgendwo im Verborgenen existiert und „arbeitet“, sind rätselhafte pulsierende Lichtemissionen, die nachts über bestimmten Geländeabschnitten im Großraum Jonastal beobachtet wurden. Dieses rötliche „Leuchten“ setzt ausgerechnet dort ein, wo noch weitere verborgene Objekte begründet vermutet werden. Erste Hinweise gab es dazu von einer absolut seriösen und glaubwürdigen Person (Name der Red. bekannt), die in A. seit Jahren mit der Leitung einer sehr wichtigen öffentlichen Einrichtung betraut ist. „Ich habe mich nie getraut, darüber etwas zu fremden Leuten zu sagen. Die denken dann, ich spinne oder sehe Ufos“, äußerte sich die betreffende Person. „Nur einem nächsten Angehörigen teilte ich meine Beobachtungen einmal mit. Dieser bestätigte sie mir mit der Bemerkung, auch er habe diese merkwürdigen Lichterscheinungen schon bemerkt, aber sich keinen Reim darauf machen können.“

Eine jüngste Überprüfung dieser Aussagen ergab, daß diese Lichterscheinungen in unterschiedlicher Intensität und wahrscheinlich abhängig von der Wetterlage tatsächlich vorhanden sind. Eine Reihe von zuverlässigen Personen wurden inzwischen Zeugen dieses Phänomens. Entsprechende eidesstattliche Erklärungen liegen vor. Bei den Beobachtungen fiel auch ein sehr hell glänzender „Stern“ am nächtlichen Himmel auf, obwohl durch sehr starken Mondschein (Vollmondnähe) eben in dieser Himmelsgegend kein anderer astronomischer Körper sichtbar war. Dieser „Stern“ veränderte zudem seine Position auffällig schnell. Im Sucher der Videokamera wurde dieses Phänomen besonders deutlich. Die minutenlange Videoaufzeichnung erwies im nachhinein, daß dieses hellstrahlende Objekt seinen Standort am Nachthimmel auch richtungsmäßig willkürlich änderte. So sank es z.B. schräg nach rechts unten ab, dann wiederum zog es nach links weg. So verhält sich jedoch kein „normaler“ Himmelskörper. Alle Fixsterne und Planeten haben bekanntermaßen ihre festen Bahnen; selbst Satelliten können nicht derartige „Kursänderungen“ innerhalb von Minuten durchführen, wenn überhaupt. Hinzu kommt, daß dieser „Stern“ urplötzlich und unmittelbar erlosch. Er war einfach übergangslos vom Nachthimmel verschwunden (wie er übrigens auch auftauchte), obwohl er zuvor noch ca. fast zwei Handbreit über dem Horizont stand. Diese Beobachtung wurde im August 1996 von einem Punkt nördlich des Raumes Jonastal/Thür. gemacht und dokumentiert. Weiterhin wurde im Spätsommer 1996 in diesem Raum am Nachthimmel eine helle, scheibenförmige „Wolke“ beobachtet, die in ihrem Zentrum zwei helle Leuchtpunkte barg ein für die Astronomie eigentlich völlig abwegiges Gebilde.

Bauten die Nazis erste „Ufo’s“?

Aussage des Angehörigen eines Zeitzeugen: „Mein Opa arbeitete zu Kriegszeiten mehrere Jahre im Raum Ohrdruf/Jonastal. Er bekleidete eine Stellung, die ihm Zutritt zu bestimmten Abschnitten geheimer unterirdischer Anlagen gestattete. Er erzählte mir noch vor einigen Jahren darüber folgendes: Die unterirdischen Stollen führten weit in die Tiefe des Bergmassives. Je tiefer es hineinging, desto höher wurde die Sicherheitsufe. Nur mit bestimmten Ausweisen hatte man Zutritt zu den einzelnen Sperrzonen. Weit drinnen befand sich eine technische Anlage, an der Deutsche zusammen mit Vertretern einer ausländischen Macht (wahrscheinlich Japaner) Experimente durchführten. Die Anlage war ringförmig, wahrscheinlich handelte es sich um eine Art Fusionsanlage. Sie nahm im Inneren des Berges sehr viel Platz ein. (Die Auskunftsperson sprach von mehreren tausend Quadratmetern. Diese Angabe sei dahingestellt, d.A.) Für technische Experimente lagerte im Bergesinneren zudem ein gewisser Vorrat eines Edelmetalls.“

Kurz nachdem die Bundeswehr den Übungsplatz Ohrdruf nach den Russen übernahm, stellte man fest, daß von einer der zentralen Stromverteilungen ein starkes Kabel erhebliche Mengen Starkstrom irgendwo in die Tiefen des riesigen Übungsplatzes leitete. Da der Strom floß, mußte also auch irgendwo ein Abnehmer sein. Dieser ließ sich jedoch nicht feststellen. Kurzentschlossen kappte man die ominöse Leitung (die Bundeswehr muß schließlich auch wirtschaften) und wartete darauf, daß irgendwer sich meldete, dem dieser viele Strom fehlte. Bis zum heutigen Tag blieb jedoch diese Meldung aus! Bemerkenswerterweise klagte niemand über ihm fehlende größere Energiemengen…

Zum besseren Verständnis all dieser Dinge folgendes: Die führenden Organisationen und Köpfe des Dritten Reiches konzentrierten sich nicht nur auf die Planung und Durchführung von Eroberungskriegen und die Massenvernichtung von Menschen, wie die heutige Geschichtsschreibung gemeinhin weismachen will. Es geschahen zu dieser Zeit sehr viel andere Dinge mehr. Dazu gehört beispielsweise auch die Tatsache, daß geheime SS-Organi-sationen zu ihrer Zeit an zum Teil recht entlegenen Enden dieser Welt u.a. durchdachte Flugscheibenprojekte zu verwirklichen begannen und andere Hochtechnologien entwickelten und einsatzreif machten, zu denen auch der hochtechnologisierte Umgang mit starken elektromagnetischen Feldern und die Gewinnung von hohen Energien auf uns bis heute unbekannte Art und Weise gehörte. Man machte sich wohl u.a. erfolgreich an die Weiterentwicklungen, von Techniken des bekannten Erfinders Tesla. Wie eingangs schon erwähnt: Man verfügte damals über bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse und war zu Projekten in der Lage, die wir uns heute nicht träumen lassen. Der Zweite Weltkrieg war der erste Krieg, in dem es (zumindest nach Eintritt der Alliierten) eigentlich um Hochtechnologie ging. Literatur, die u.a. diese Dinge im Detail belegt und teils recht gut nach-recherchierbar ist, steht auf dem „Index“ und ist (zumindest in Deutschland) nicht mehr erhältlich.

Seit etwa 1947 geistern nun schon die sogenannten UFO’s durch die Medien. Über diese unbekannten fliegenden Objekte (U.F.O.) wurden seitdem ganze Bibliotheken verfaßt. Im öffentlichen Konsenz sind sie jedoch noch heute gemeinhin Erscheinungen, die der „Spinnerei“ einer kleinen Gemeinde „Ufo-Gläubiger“ entspringen. Wären da nicht in den vergangenen Jahren zunehmend dringende Umstände bekannt geworden, die tatsächlich auf die Konstruktion, den Bau und zumindest probeweise scheibenförmiger Flugobjekte im Deutschland des Dritten Reich’s schließen lassen. Aufgetaucht sind so Augenzeugen und deren Aussagen, Konstruktionsunterlagen und Fotos solcher Aggregate.

Namhafte Wissenschaftler bestätigen inzwischen die Möglichkeit dieser einzigartigen flugtechnischen Entwik-klungen im damaligen Nazideutschland, auch wenn über die Antriebsarten dieser Flugscheiben noch immer Spekulationen bestehen. Die Rede ist in Zusammenhang mit diesen sogenannten „Nazi-Ufo’s“ von gelungenen Starts und Landungen in Deutschland und besetzten polnischen Gebieten, Testflügen zum Mondsee in Österreich, den Prager Werken, dem Militärflugplatz (Neu-) Brandenburg in Ostdeutschland. Zudem weisen dem Autor vorliegende Unterlagen daraufhin, daß die berüchtigten Gustloff-Werke (Hermann Göring) beim KZ-Buchenwald Zulieferer von technischen Teilen für diese Flugscheiben waren. Diese sehr ausgedehnten Produktionsanlagen wurden gegen Ende des Krieges von den Alliierten ausgiebig bombardiert und schließlich am Boden gesprengt, ohne daß sich wohl jemand die Mühe machte, die unterirdischen Bereiche der riesigen Werksanlagen zu untersuchen. Noch heute sollen dort in der Nähe des ehemaligen Bahnhofes die Leichen zahlreicher SS-Leute in unterirdischen Kelleräumen liegen, in denen sie vor den Bombern Schutz suchten. Die eigenen Leute hatten sie der Einfachheit halber nach einem verheerenden Luftangriff zuplaniert, als der Bunkereingang höchstwahrscheinlich einen Volltreffer erhielt. Dort habe sich auch noch ein größeres Arsenal an Waffen gefunden, wird berichtet. Das sich unter den Bauten außerhalb des eigentlichen Lagerbereichs mitunter sogar sehr tiefreichende Anlagen befanden, zeigen z. B. Schächte, Lüftungskanäle u.ä., die sich in den heute stark überwucherten Fundamentruinen (sogar am Bahnhof) allenthalben finden lassen. Was jedoch dort in der Tiefe lagerte und sehr wahrscheinlich noch lagert – darüber gibt es so gut wie keine Nachrichten. Die Nazi-Flug-scheiben sollen im Frühjahr 1945 zu Testzwecken unter anderem den östereichischen Mondsee angeflogen haben. Dort wurden kurz vor Kriegsende einige von ihnen angeblich auch versenkt. Jochen Hasenmayer, bekannter Profitaucher und Höhlenforscher, äußerte zum Thema Mondsee gegenüber dem Autor: „In über 50 Meter Wassertiefe erwarten den Taucher jede Menge Überraschungen. Sporttaucher erkundeten bisher nur die seichteren Bereiche des über 100 Meter tiefen Mondsees. Seine größten Tiefen wurden noch niemals vollständig untersucht, denn es liegen riesige Flächen unter dem Wasserspiegel…“

Stollen als Raketensilos?

Wie erst jüngst bekannt wurde, soll sich im Raum Arnstadt/Ohrdruf eine Art reichsdeutsches High-Tech-Zentrum befunden haben bzw. im Aufbau gewesen sein… Damit zurück zum Jonastal/ Militärgebiet Ohrdruf. Auch die Art und Weise der Anlage der Stollensysteme im Jonastal gibt Rätsel auf. Dies trifft besonders auf die Systeme 1-12 zu. Diese Stollen sind lang in den Berg geführt und werden nur durch wenige Quergänge verbunden. Welche Aufgabe sollte ihnen zukommen? Als Aufenthaltsräume sind sie denkbar ungeeignet. Als Produktionsstätte scheiden sie wohl ebenfalls aus – keine richtigen Räume und zu eng.

Das Stollensystem liegt einfach säuberlich nebeneinander im Berg. Nach hinten geht es heute nicht mehr weiter. Aber das war keinesfalls so geplant gewesen, solches ergäbe keinen Sinn. Denn es gibt eigentlich nur eine plausible Erklärung für diese Stollenbaue: Sie hätten gut und gerne als „Raketensilo“ für Marschflugkörper dienen können. (Dem Verfasser liegt u. a. die Zuschrift eines alten Mannes vor, der vor dem Betreten der tieferen Bergbereiche warnt, denn seiner Kenntnis nach lägen dort wahrscheinlich noch einige scharfe V-Waffen… Auch in verschiedener seriöser „Jonastal-Literatur“ werden immer wieder V-Waffen erwähnt.) „Wie in einer Art Nachlademagazin wären Flugkörper in den langen parallelen Gängen auf Gleisen gelagert und transportiert worden. Sie bei Bedarf dann schnell aus den Stollen herauszufahren, auf dem breiten Plateau davor aufzurichten und zu starten wäre nur ein Kleinigkeit gewesen.“ Diese Ansicht vertritt zumindest Herr K. (Name der Red. bekannt) aus Arnstadt, der sich längerer Zeit schon auf seriöse Weise mit dem Rätsel Jonastal befaßt und bei Ortsbegehungen dem Autor gewisse „Ungereimtheiten“ direkt im Gelände zeigte. „Auf dem Berg über den ,Silostollen‘ könnte eine massive Luftabwehr in Stellung gegangen sein, um den einzig möglichen Anflugkorridor feindlicher Flieger völlig unter Kontrolle zu halten“, führte K. weiter aus. „Denn diese hätten die Stolleneingänge fast frontal über die andere Talseite her anfliegen müssen, um Bomben oder schwere Bordwaffen wirkungsvoll und treffsicher einsetzen zu können. Und selbst wenn dieser oder jener Hieger einen der Stollenausgänge oder den Startplatz getroffen hätte, wäre es relativ leicht gewesen, diesen Ausfall über die anderen Stollenbatterien sofort auszugleichen. Auch der getroffene Stollenausgang wäre sicherlich schnell wieder funktionsfähig gewesen und wahrscheinlich nur ein in ihm weit vorne liegender Flugkörper vernichtet worden, wenn überhaupt. Die Flugkörper hätten allerdings sinnvollerweise weit ,von hinten‘ und somit gedeckt zugeführt werden müssen. Vielleicht war sogar geplant, die Raketen unterirdisch zusammenzubauen, bevor sie in die Silostollen kamen. Diese Variante erfordert allerdings auch einen getarnten Zufahrtsweg.“

Legendäre Zufahrten im Norden?

Damit gelangt man zum Thema der von alteingesessenen Einheimischen wie auch von mehreren Forschern schon lange hypothetisch angenommenen Zufahrt aus dem Gebiet nördlich der waldigen Höhenzüge des Jonastals. Eine solche verborgene Zufahrt stellte bisher eine geheimnisumwobene Legende dar. Doch tatsächlich gibt es dort mindestens ein solches Objekt, welches als getarnter Weg (Arbeitsstellen) zu den unterirdischen Systemen in Frage kommt. Es wurde erst jüngst im Sommer 1996 bei intensiven Geländebegeh-ungen aufgefunden. (Aus verständlichen Gründen wird nicht näher auf dessen genaue Lage eingegangen.) Es handelt sich um einen ca. 70 bis 80 Meter langen und durchschnittlich um drei Meter breiten künstlichen Grabeneinschnitt in waldigem Gelände mit schottrigem Boden, der an einer alten, gemauerten Steinbarriere endet, vor der wiederum deutlich ein Trichter eingesunkener Bodenmassen erkennbar ist. Irgendjemand hat sich zudem die Mühe gemacht, ausgerechnet die letzten Meter der aufgeworfenen Grabenwälle vor dem Mauerwerk einzuebnen, wobei das so erhaltene Material möglicherweise zum Verfallen einer tiefliegenden Einfahrt genutzt werden konnte.

Dabei wurde die Erde wahrscheinlich sogar so tief in den unterirdischen Tunnelabschnitt hineingedrückt, daß man unmittelbar hinter dem Bau nicht sofort würde einen Hohlraum lokalisieren können. Von möglichen Abschnittsversprengung ganz abgesehen. Die Endtarnung der geheimen Anlagen war eben immer perfekt ausgeführt und die „Türen“ sind sehr gut verschlossen worden. Gleiches trifft auch auf bestimmte Stolleneingänge im Jonastal zu, die „offiziell“ bis heute gar nicht existieren.

Besonders „anrüchig“ ist in dieser Hinsicht der dominierende Bergkopf „Bienstein“, dessen genaue Lage übrigens auf keiner der aktuellen Karten exakt angegeben ist, wie auch das gesamte Gebiet des Truppenübungsplatzes und des Jonastals stets verfälscht (wenn überhaupt) dargestellt wird. Genannter K. aus Arnstadt hat vor rund drei Jahren Videoaufnahmen der Felsnase erstellt und sie dem Autor vorgeführt. Auf ihnen sind an einer Stelle der Felsnase deutlich sieben vertikale „Risse“ im Gestein erkennbar. Sie liegen in fast regelmäßigen Abständen nebeneinander. „Bei ihnen handelt es sich mit Sicherheit nicht um ein Werk der Natur“, meint K., „sondern um Rudimente langer Bohrlöcher, die einst genau berechnete Sprengladungen aufnahmen. Befinden sie sich doch zudem ausgerechnet über einer auf historischen Fotos (1945) deutlich zu sehenden Versprengung unterhalb dieser Stelle.“

Dieser abgesprengte Hangteil am Bienstein ist noch heute sehr gut erkennbar. Historische Fotos zeigen an diesem Punkt weiterhin den Verlauf eines Gleises dicht am Hangfuß, das auf den „offiziellen“ Gleisplänen der Bauzeichnungen nicht vorhanden ist. Die heute vorhandenen Bauzeichnungen eines Arn-städter Architekten sollen im Herbst 1945 vor Ort angefertigt worden sein. Es gibt jedoch genügend Indizien, die das in Frage stellen. Wahrscheinlicher ist, der Mann nahm damals „echte“ Zeichnungen zur Grundlage und trug in seine Pläne einfach nur „die Hälfte“ ein. Wie ist es sonst möglich, daß in einem Stollen beim Bienstein ein Bohrgestänge gefunden wurde, das „verkehrt“ aus der Wand ragt?!

Überraschende Funde und Aussagen

Inzwischen wurden auch noch andere Objekte im Gelände lokalisiert, die und deren Umfeld höchstwahrscheinlich von den Nazis zur Errichtung dezentralisierter unterirdischer Anlagen genutzt wurden. So zeigen ameri-kanische Luftaufnahmen eine befestigte Straße, die alle diese Objekte berührt und von der heute nur noch Relikte auffindbar sind. Alte Posten- und Verteidigungsstellungen umgeben „interessante“ Waldstücke, in denen sich allerdings auf den ersten Blick keine Anlage oder Zugang mehr orten läßt. Dennoch befinden sich gerade dort neuere Spuren schwerer Militärtechnik, die mitten in und über junge Bäume gedrückt wurde. Ließ man ausgerechnet hier einen Panzermotor laufen, um durch dessen Schall- und Erschütterungswellen diverse Untergrundmessungen zu realisieren? Die an dieser Stelle im Herbst 1996 aufgefundenen Tarnmaterialreste waren frisch, sie stammten keinesfalls von den Russen oder der NVA.

Gefunden wurden inzwischen auch die lange gesuchten Aushubhalden, die ja zwangsläufig existieren mußten. Das aufgeschüttete … das nur von den unterirdischen Baustellen stammen kann (wer sonst, sollte dort in derartigen Unmengen Muschelkalkschutt angefahren und aufgeschüttet haben?), liegt auf einer recht einsamen Hochebene über dem Jonastal, die weder von Arnstadt noch von irgendeinem Fahrweg aus einsehbar war. In der Nähe befindet sich zudem der heute fast überwucherte Verlauf eines kleinen Dammes, der durchaus eine Kleinbahn hätte tragen können.

Ein namentlich nicht genannt werden wollender Einheimischer gab im Herbst 1996 an, daß sich „oben auf der Heide“ heute stark verwachsene Eingänge zu alten Lüftungsschächten befinden, die einst „zur Belüftung der Anlagen Jonastal“ dienten…

Eine Zeitzeugin berichtet Mitteilungen einer Zeitzeugin (Name 4er Red. bekannt), die der Autor Anfang 1996 befragen konnte, ergaben weitere Anhaltspunkte für die besonderen Rätsel, die die Gegend zwischen beiden Hauptstollensystemen im Jonastal Material, offensichtlich birgt. Die Frau sagte aus, daß sie als Halbwüchsige in Begleitung eines damaligen ihr bekannten MfS-Mannes (Name dem Autor bekannt, inzwischen verstorben) öfter Gelegenheit hatte, daß Jonastal zu passieren. So war es Ende der 50er Jahre, als sie bei einer dieser Fahrten auf der Straße zwischen Crawinkel und Arnstadt einem großen russischen Fahrzeugkonvoi begegneten, der, über einen Feldweg vom Übungsplatz heruntergekommend, im Bereich der namenlosen Bergspitze die Straße wieder verließ. Dabei, so erinnert sich die Zeugin noch genau, standen die schon abgebogenen Spitzenfahrzeuge Fahrzeuge möglichst schnell wieder von der Straße in das Gelände vorm Berghang zu bekommen. Und selbst ihr Russisch sprechender Begleiter, der mit Sonderausweisen ausgestattet war und damals zu den wenigen Deutschen zählte (wenn er nicht gar der einzige war), die Zugang zum Übungsgelände hatten, wurde recht unwirsch angewiesen, schleunigst an dem Transport vorbeizufahren. Sie erinnert sich weiter, wie der Stasi-Mann sie aufforderte, nicht näher die Fahrzeuge und deren Fahrtrichtung zu beobachten.

Bei einer im Frühjahr 1996 durchgeführten Begehung besagter Örtlichkeiten stellte sich heraus, daß die Spitze des Konvois (in Richtung Crawinkel gesehen) rechts hinter dem Bergsporn in das steinige Gebiet vor den Felshängen gefahren sein mußte. Vor Ort lokalisierte man nochmals den Standort der damaligen Spitzenfahrzeuge. Und nur unweit in dessen topographischer Verlängerung liegt auf einer künstlichen Terrasse der heute verschüttete Eingang des geheimnisumwitterten Stollens 12. Nach Lage der damaligen Situation, die sich noch heute problemlos nachvollziehen ließ, wäre es durchaus möglich, daß sich damals noch eine Öffnung im Bereich der dortigen Bergoder Hangwände befand, in die der Transport schließlich hätte hineinrollen können. Im übrigen, wohin soll ein so großer Militärtransport noch fahren, der im relativ unwegsamen Gelände genau auf eine vor ihm liegende Felswand geleitet wird?

Zum Rasten hätte man die Fahrzeugkolonne bestimmt niemals extra in das schwierige Terrain geführt. Dazu wäre sie einfach auf der einsamen Talstraße stehengeblieben, die zu dieser Zeit sowieso für den „Normalsterblichen“ gesperrt war.

Schatzgräber noch immer aktiv

Das das Jonastal übrigens noch immer von „Schatzgräbern“ aller Coleur heimgesucht wird, ist dem Inhalt des folgenden Textes zu entnehmen, den der Autor nach entsprechenden Recherchen lokal veröffentlichte. „Das Jonastal mit den versprengten Geheimanlagen aus der Nazizeit ist noch immer ein Eldorado für Schatzsucher aller Schattierungen. Erst jüngst wieder (Frühjahr 1996) gruben Glücksritter in monatelanger aufwendiger Arbeit ein verwinkeltes Gangsystem in die Muschelkalkfelsen, um Hinterlassenschaften aus der Zeit des Dritten Reiches auf die Spur zu kommen. Zur Abwechslung wühlte man diesmal nicht im Bereich der alten Stollenanlagen, sondern grub sich auf der Gegenseite des Tales in die Tiefe. „Die haben konkrete Hinweise oder Pläne gehabt“, vermutet Kommissar Schwabel von der Arnstädter Kripo, die nach Hinweisen eines Bürgers, der zufällig das Treiben beobachtete, die illegalen Raubgräber dingfest machen konnte. Die zwei Männer hatten zielgerichtet einen Stollen nach allen Regeln der Kunst ins Bergesinnere getrieben, und waren tatsächlich auf eine bislang noch unbekannte Anlage gestoßen. Beim Zugriff der Polizei bedeckte heller, feiner Sand in Mengen den Grabungsort, der hier eigentlich nicht vorhanden sein dürfte. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um Füll- oder Isoliermaterial aus der Tiefe, das beim Bau der unterirdischen Systeme eingebracht wurde. (Dieser Sand liegt übrigens noch heute an Ort und Stelle.) Bestätigt wird diese Annahme durch das Vorhandensein einer Art Betonsockel, welchen die Schatzgräber fanden und den sie dann mit einem Boschhammer bearbeiteten. Dazu hatten sie in ihrem Tunnel sogar ein Notstromaggregat eingesetzt, war von der Kripo weiter zu erfahren.

Bekanntermaßen liegen in den Felswänden des Jonastal ausgedehnte Stollen- und Bunkersysteme, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieg als Hitlers letztes Hauptquartier gedacht waren.

Tausende Häftlinge und Kriegsgefangene mußten damals unter unmenschlichsten Arbeitsbedingungen die Hohlräume in die harten Gesteinsschichten schlagen. Doch Hitlers letzter Bunker wurde nicht mehr fertig. General Pattons sechste US-Armee drang im Frühjahr 1945 nach schweren Kämpfen in das Tal ein und besetzte Geheimobjekt ,Olga‘ und S III, wie die Tarnnamen der Gegend und der ominösen Baustelle hießen. Doch zuvor versprengte die SS die wichtigsten unterirdischen System im Bergesinneren, zu denen bis heute kein Zugang mehr gefunden wurde. Was sich alles im Inneren der Berge befinden könnte, darüber ranken sich die üppigsten Legenden.

Doch ist nicht alles an den Haaren herbeigezogen. Recherchen seriöser Forscher bestätigten die Rätsel. ,Da ist auf jeden Fall noch vieles im Berg‘, sagte einer von ihnen. Die Rede ist da von Akten des Reichssicherheitshauptamtes. Kisten mit Gold, geheimsten Konstruktionszeichnungen und bis heute verschollenen Kunstschätzen aller Art. Vermutet wird das Material in den ohne Zweifel vorhandenen, ausgedehnten, gut ausgebauten unterirdischen Systemen des angenommenen Führerhauptquartiers. Doch die Zugänge dahin tarnte damals die abrük-kende SS so gut, daß sie bis heute nicht auffindbar sind. Und schließlich sprengten noch die Russen den Hang ab. Gewarnt seien an dieser Stelle nochmals alle Hobby-Schatzsucher. In den vorhandenen alten Stollen findet sich nichts, sie sind schon häufig begangen worden. Aber es besteht in diesen unterirdischen Refugien Lebensgefahr. Alte Munition, Sprengmittel und tonnenschweres loses Gestein können Neugierigen tödliche Überraschungen bereiten! Hitlers letzte Telefonnummer‘ und ,Ribbentrops Gold‘, wie es in einschlägigen Szene-Papieren heißt, können also für erhebliche Bauchschmerzen sorgen. Und die Chance, im geheimnisumwitterten Jonastal etwas zu finden, ist für diverse Glücksritter und Hobbyschatzsucher gleich Null. Das Mysterium der geheimnisumwitterten Kalkfelsen bleibt sicher noch lange Zeit erhalten. Kein Bemsteinzimmer im Jonastal – doch ist die Stille trügerisch…“ Hier endet der Artikel.

Nachforschungen in der Umgebung besagter Grabungsstelle ergaben, daß die Forscher, deren Identität die Polizei übrigens bis heute nicht enthüllte, intime Kentnisse über dort befindliche bauliche Anlagen gehabt haben mußten, deren Vorhandensein an dieser Stelle wie gesagt noch nie in der offiziellen „Jonastal-Literatur“ Erwähnung fanden. Mithin sind noch immer Lagepläne und andere Schriftstücke in der „Szene“ in Umlauf, die nicht einfach als Spinnereien von Hobby-Schatz-suchern abqualifiziert werden sollten. Dergleichen Dokumente, von denen allerdings eine Vielzahl wirklich unecht sind, werden dennoch zu obskuren Preisen gehandelt. Die ober- und unterirdischen Betonbauten auf der Gegenseite der bekannten Stollensysteme lassen weitreichende Schlüsse zu, was die Lage und Ausdehnung von Hitlers Bunker(n) betrifft. Offensichtlich konzentrierten sich die damaligen Baumaßnahmen eben nicht ausschließlich nur auf die Schaffung der Stollensysteme 1-25, wie groß und ausgedehnt diese auch wirklich gewesen sein mochten… Es ergibt sich die Frage, warum die aufgefundenen rätselhaften Anlagen in der Tiefe des Gegenhanges nicht einer sofortigen behördlichen Untersuchung unter Einsatz entsprechender Technik unterzogen wurden…? Die eigentliche Arbeit war getan, man hätte sich wahrscheinlich sogar schon direkt „vor Ort“ befunden.

Notwendige Anmerkungen

Abschließend sei bemerkt, daß verschiedene verläßliche Informationen für diesen Beitrag u.a. von Thüringer Bürgern stammen, die sich keinesfalls als „Schatzsucher“ verstehen, auch wenn ihre (gezwungenermaßen) privaten Recherchen mitunter in ein schlechtes Licht gerückt werden. Es sei an dieser Stelle versichert, daß die Informationen alle auf mühevollen und oft jahrelangen Archivrecherchen, Befragungen von Zeitzeugen und genauesten Geländebeobachtungen (auch die Natur verrät bestimmte Dinge), wie sie auch der Autor selbst anstellte, beruhen. Diese engagierten Menschen haben bis heute jedoch nicht die Spur eines Dankes für ihre Arbeit erhalten. Im Gegenteil, sie müssen sich damit abfinden, daß ihre Arbeit offiziell nicht anerkannt und totgeschwiegen wird und u. U. sogar noch üble Nachrede erfährt. All diesen seriösen Forschern an dieser Stelle somit ein herzliches „ Dankeschön „.

Die in dem Beitrag genannten und angedeuteten Sachverhalte sind auf verschiedenen Speichermedien dokumentiert. Weitere Dokumente liegen der Redaktion vor. Auf Nennung von Namen und genauen Ortsangaben mußte aus verständlichen Gründen verzichtet werden.

Achtung Lebensgefahr!

Alle Hobby-Schatzsucher und Abenteurer seien vor dem Betreten noch zugänglicher unterirdischer Anlagen an dieser Stelle nachdrücklich gewarnt. In diesen Systemen gibt es weder ein „Bernsteinzimmer“ noch andere „Schätze“. Es besteht allerdings akute Einsturzgefahr, und Blindgänger aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und russischer Herkunft werden allenthalben vermutet. Das Betreten dieser Anlagen ist stets lebensgefährlich!

Quellen- u. Literaturverzeichnis:

  • Archiv Autor
  • Archiv Stadtgeschichtsmuseum Arnstadt
  • Aussagen von Zeitzeugen und deren Nachkommen
  • v. Buttlar, J.: Auf den Spuren der \\’eltformel, München 1993
  • Enke, Paul: Bersteinzimmer Report, Berlin 1987
  • Epp, Die Realität der Flugscheiben, EFODON-Publikationen. 2. Aufl. 1995
  • Remdt G./ Wermusch, G.: Rätsel Jonastal, Berlin 1992
  • van Helsing, Jan: Geheimgesellschaften Band I u. II, Ewertverlag 1995
  • Wermusch, G.: Die Bemsteinzimmer-Saga, Goldmann Verlag, 1992

(c) „Wissenschaft ohne Grenzen“ 1/1997