von Klaus Reinhold – Chronik Arnstadt (704 – 2000) – Teil I
Schlagzeilen der Stadtgeschichte – Eine chronologische Folge der Geschichte

1939
Am 15.3. wird mit dem „Fall Grün“ das restliche tschechoslowakische Staatsgebiet okkupiert. Ebenfalls im März muß Litauen das Memelgebiet an Deutschland abtreten. Am Sonntagvormittag, dem 16.4., um 8.45 Uhr, erfolgt in den Merkur-Lichtspielen die Vorführung des Filmes „Juden ohne Maske“. Der Kreis Arnstadt stellt am 23.4. einen Sonderzug von Ilmenau abgehend nach Weimar zusammen, damit jeder die Möglichkeit hat, dort die Ausstellung „Entartete Kunst“ zu besuchen, die allerdings nur ab 18 Jahren in Augenschein genommen werden darf. Am 19.5. quartiert sich ein Bataillon der 3. SS-Standarte der Totenkopfverbände, deren Standort Weimar ist, eine Woche lang in der Knabenschule Arnstadt, am Schulplan, ein, um hier einen Lehrgang durchzuführen, der hauptsächlich Geländeübungen beinhaltet. Das Sondergericht des Oberlandesgerichtsbezirks Jena in Weimar verhandelt am 19.6. im Sitzungssaal des Amtsgerichts zu Arnstadt gegen den aus dem Gerichtsgefängnis Ichtershausen vorgeführten Friedrich Skupin aus Ratibor, zuletzt wohnhaft in Arnstadt. Eine Luftschutz-Verdunkelung findet probeweise am Dienstag, dem 1.8., statt. Sie erstreckt sich aber nur auf Straßenbeleuchtung und Beleuchtung der Schaufenster von Ladeninhabern.
Deutschland schließt am 23.8. mit der Sowjetunion einen Neutralitätsvertrag ab.
Am 26.8. werden die Reservisten der Deutschen Wehrmacht alarmiert und Gestellungsbefehle schon am frühen Morgen zugestellt.
Am 28.8. tritt die Bezugsscheinpflicht für Lebensmittel in Kraft. Brot, Roggenmehl, Weizenmehl, Kartoffeln, Eier und Kakao fallen nicht unter dieses Gesetz. Das Hamstern von Lebensmitteln wird unter Strafe gestellt.
Am 31.8. erklärt Hitler in seiner „geheimen Kommandosache“ an die Wehrmachtsbefehlshaber: „Fall Weiß“ tritt in Kraft; Angrifftag 1. September 1939; Angriffszeit 4.45 Uhr.
Mit dem Überfall der deutschen Truppen (ohne Kriegserklärung) auf Polen am Freitag, dem 1.9., 4.45 Uhr, (nicht wie Hitler in einer Rundfunkansprache selbst sagt: 5.45 Uhr!!) beginnt der II. Weltkrieg.
Nach Einbruch der Dämmerung müssen ab sofort alle Fenster verdunkelt werden.
Es werden für die Verbraucher von Fleisch und Fleischwaren, von Milch und Milcherzeugnissen und für Speiseöle und -Fette Kundenlisten angelegt und Ausweisabschnitte ab 1.9. eingeführt.
„Der Beginn des II. Weltkrieges“
Der erste Arnstädter, der diesem Krieg zum Opfer fällt, ist der 24-jährige Unteroffizier Oskar Schönfeld. Seine Eltern, Otto Schönfeld und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Dienstmayer, besitzen in Arnstadt ein „Optisches Fachgeschäft“.
Alle Lebensmittel wie Brot, Fett, Fleisch, Milch, Marmelade, Eier, Zucker sowie Seife und Hausbrandkohle gibt es ab 25. bzw. 26.9. nur noch auf Bezugsschein bzw. Lebensmittelkarten.
Magermilch ist von dieser Regelung ausgeschlossen, sie wird auf Wunsch sogar frei Haus geliefert (a Liter 14 Pfg.).
Warschau ergibt sich am 27.9. bedingungslos.
Ein deutsch-sowjetischer „Grenz – und Freundschaftsvertrag“ wird am 28.9. in Moskau abgeschlossen.
Polen wird praktisch unter Deutschland und der Sowjetunion aufgeteilt.
Als erster Arnstädter erhält Unteroffizier Günter Riegler das Eiserne Kreuz (2. Klasse). Er hatte sich in einem Stuka-Verband bei Warschau und Brest-Litowsk besonders verdient gemacht.
Der „alte SA-Führer“ Kapitänleutnant Hermann Kortenhaus aus Arnstadt wird Anfang Oktober zum Korvettenkapitän befördert.
Aufgrund des Sieges gegen Polen werden ab 4.10. eine Woche lang alle öffentlichen Gebäude geflaggt und jeden Mittag von 12.00 Uhr bis 13.00 Uhr die Kirchenglocken geläutet.
Der Kaufmann Hermann Stern (gest. 14.10.) ist der Letzte, der auf dem jüdischen Friedhof in Arnstadt beerdigt wird.
Am 8.11. entgeht Hitler durch Zufall einem Attentat im Bürgerbräukeller in München. 8 „alte Kämpfer“ werden getötet, 60 verletzt. Gleich am nächsten Tag werden 120 Verdächtige festgenommen, darunter der Attentäter Georg Elser. Die anderen 119 Festgenommenen haben mit dieser Sache nichts zu tun.

1940
Der Winter ist kalt (bis zu -25 Grad C.). Die Kohlen werden knapp und es gibt sie nur auf Bezugsschein.
Am 1.2. setzt Tauwetter ein.
Ab 5.2. sind die Schießstände der Schönbrunn-Schützengesellschaft für den Verein gesperrt, und nur noch für die in Arnstadt einquartieren Wehrmachtsteile zu nutzen. Es wird täglich scharf geschossen.
Die gesperrten Schießstände im Schönbrunn werden am 10.3. für das Winterhilfschießen ausnahmsweise freigegeben.
Am Dienstag, dem 9.4., erfolgt die Besetzung und Einnahme Dänemarks durch deutsche Truppen.
Die holländische Armee kapituliert am 14.5. und die belgische am 28.5.
Am 5.6, 6.6. und 7.6. läuten von 12.00 bis 12.15 Uhr die Kirchenglocken zu Ehren der Gefallenen im Westen und zum Gedenken des deutschen Sieges in Flandern. Geflaggt wird aus gleichem Grunde bis einschließlich 12. 6.
Einer deutschen Rundfunkmeldung zufolge am 10.6., gegen 22.00 Uhr, habe Stalin England und Frankreich den Krieg erklärt. Das ist natürlich Unsinn. Aufgrund der Einnahme von Paris läuten am 14.6., 18.00 bis 18.15 Uhr, in ganz Deutschland die
Siegesglocken. Es wird 3 Tage lang geflaggt. Am 26.6. tritt Waffenruhe mit Frankreich ein. „Der Führer“ hat 10 Tage Flaggen und 7 Tage Glockenläuten angeordnet. In der Nacht vom 23. zum 24.7. fliegen feindliche (englische) Flugzeuge über unsere Gegend. Auf Singen (bei Stadtilm) werfen sie Leuchtbomben ab.
Erster Fliegeralarm gibt es bei uns in der Nacht vom 12. zum 13.8. Um 21.45 Uhr fliegen 2 englische Flugzeuge so niedrig über unsere Stadt, daß die Hoheitszeichen erkennbar sind. Von 1.30 bis 3.30 Uhr ist dann erneut Fliegeralarm. Es sind Detonationen ungefähr aus Richtung Bad Berka und Fluzeugmotorengeräusche zu hören.
In der Nacht vom 16. zum 17.8., von 0.00 bis 3.45 Uhr wird wieder Fliegeralarm ausgelöst. Die Bewohner suchen die Luftschutzkeller auf. Ein gut wahrnehmbares Detonationsgeräusch stammt von einem Bombenabwurf auf Marlishausen, wo ein Gut getroffen wird. Auch auf Erfurt und Gotha gibt es Bombenabwürfe.
Fliegeralarm ist jetzt fast jede Nacht. Ichtershausen bekommt in der Nacht vom 5. zum 6.9., zwischen 0.15 und 3.00 Uhr einige Brandbomben ab.
In einer Fabrik entstehen kleinere Brände, die aber sofort gelöscht werden können und nur geringen Schaden verursachen.
Nach längerer Pause gibt es in der Nacht vom Sonnabend, dem 12.10., zum Sonntag wieder Fliegeralarm.
Fliegeralarm ist auch in der Nacht vom 14. zum 15.10., von 23.00 bis 2.00 Uhr. Auf Achelstädt und Ichtershausen fallen Bomben.
Ebenfalls Fliegeralarm ist in der Nacht vom 16. zum 17.10., von 22.30 bis 1.30 Uhr. Es sind Detonationen zu hören.
In der Nacht vom 16. zum 17.10. werden im Kreisgebiet Arnstadt von feindlichen Fliegern mehrere Sprengbomben abgeworfen, ohne Schaden anzurichten.
Fliegeralarm ist auch vom 18. zum 19.10. von 22.30 Uhr bis 2.00 Uhr. In der Nähe von Polte II
schlagen 4 Bomben ein.
Der erste Schnee fällt am 29.10. ab 18.30 Uhr. Er taut aber schon nach zwei Tagen wieder weg.
Die Wilde Weiße führt am 4.11. Hochwasser.
In der Nacht vom 6. zum 7.11. schlägt eine englische Fliegerbombe in der Nähe des Wollmarktsplatzes ein, ohne zu zünden. Sie wird zwei Tage später entschärft.
Fliegeralarm ist u. a. in der Nacht vom 19. zum 20. 11., von 22.00 bis 23.00 Uhr und von 2.45 bis
6.30 Uhr. 8 Brandbomben fallen auf Arnstadt, ohne Schaden anzurichten.
Ein deutsches Flugzeug vom Typ „Heinkel“ stürzt am 13.12., um 1.30 Uhr nachts, brennend auf das Kesselhaus der Blaudruckfabrik. Von der Besatzung gibt es keine Überlebenden (wahrscheinlich 4 Mann).

1941
Andre Grandfiles aus Gien (Loiret) Frankreich, ein 30-jähriger Kriegsgefangener, stirbt Anfang 1941 in Arnstadt.
Zwei französische Kriegsgefangene im Alter von 27 und 30 Jahren entfliehen am 19.2. aus dem
Arbeitskommando Arnstadt. Sie werden aber schon bald wieder gefaßt.
Die NS Volkswohlfahrt verkauft ab Mitte März Volksgasmasken. Der Preis von 1,00 RM, 3,00 RM und 5,00 RM richtet sich nach dem monatlichen Verdienst der Kunden und nach der Größe der Maske.
Ende März wird der Film „Der ewige Jude“ vorgeführt.
Deutsche Truppen marschieren am 27.4. in Athen ein.
Der „Stellvertreter des Führers“, Rudolf Heß, startet am Sonnabend, dem 10. 5., gegen 18.00 Uhr, mit einem Flugzeug in Augsburg, um nach England zu fliegen.
Der letzte Deutsche Kaiser, Wilhelm II., stirbt am 4.6. in der niederländischen Gemeinde Doorn,
seinem Exilort, wo er auf eigenem Wunsch auch beerdigt wird.
Mit Rücksicht auf die Erfordernisse der Kriegswirtschaft werden der Himmelfahrtstag, der 22.5. (ein Donnerstag), und der Fronleichnamstag, der 12.6. (auch ein Donnerstag), auf die nächstfolgenden Sonntage (25.5 und 15.6.) verlegt.
Seit längerer Zeit ist in der Nacht vom 11. zum 12. 6. wieder Fliegeralarm.
Am 22.6. erfolgt der Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion.
Sewastopol, die größte Land- und Seefestung der Welt, ergibt sich am 1.7. den Deutschen Truppen.
Die deutschen Truppen nehmen am 16.7. bei Ljosno (südostwärts Witebsk) den Sohn Stalins, Jakob, gefangen.
Seit Dienstag, den 17.7., führt der Fliegersturm 8/43 (Arnstadt) auf dem „Kalm“ bei Stadtilm ein
Fliegerlager durch, an dem etwa 70 Jungen der Flieger-HJ und Männer des NSFK teilnehmen.
Mit Beginn des neuen Schuljahres am 1.9.1941 wird auf Anweisung des Reichserziehungsministers die Sütterlinschrift abgeschafft und die deutsche Normalschrift (lateinische Buchstaben) eingeführt.
Am Montag, dem 22.9., ist zum ersten Mal Fliegeralarm am Tage, bisher war es immer nur nachts. Feindliche Flugzeuge überfliegen unsere Gegend.
Der Oberbürgermeister der Stadt Arnstadt, Hans Huhn, wird, wie aus einem am 7.10. veröffentlichten Nachtrag zur Hauptsatzung der Stadt Arnstadt vom 28.3.1941 hervorgeht, auf Lebenszeit wiederberufen.
Mit Rücksicht auf die besonderen Erfordernisse der Kriegswirtschaft werden das Reformationsfest am 31.10. auf den nachfolgenden und der Bußtag am 19.11. auf den vorangehenden Sonntag verlegt.
NSDAP-Kreisleiter Wilhelm Mütze ist in diesen Tagen viel im Kreis unterwegs, um kämpferische
Reden zu halten. So spricht er zum Beispiel am Sonnabend, dem 29. 11., in einer „gut besuchten
Kundgebung“ in Niederwillingen. Im „Arnstädter Anzeiger“ vom 2.12. 1941 lesen wir dazu:
„Mit seinen Ausführungen hatte sich unser Kreisleiter so recht in die Herzen aller Anwesenden gesprochen, und reicher Beifall dankte ihm am Schluß seiner Ausführungen.“
Am 11.12. erklärt Deutschland den U.S.A. den Krieg, weil der deutsche Bündnispartner Japan, seit seinem Überfall am 7.12. auf Pearl Harbor, mit Amerika Krieg führt.
Eine „Sammlung von Wintersachen für die Front“ (auch „Wollsachensammlung“ genannt) findet am 27.12. in ganz Deutschland, also auch bei uns, statt. Gesammelt werden vor allem Kopfschützer, Fausthandschuhe, Pulswärmer, Muffe, wollene, lange Sportstrümpfe, Ohrenschützer, Brustwärmer und vieles andere. Auch Decken und Felle aller Art sind willkommen.

1942
Eine weitere „Sammlung von Wintersachen für die Front“ (auch „Wollsachensammlung“ genannt)
findet am 1.1. wieder in ganz Deutschland statt. Bei diesen beiden Spendenaktionen von 27.12.1941 und 1.1.1942 kommen allein in Arnstadt 23.470 Wintersachen zusammen.
Die Neutorturmglocke wird Anfang 1942 entfernt, deshalb fällt sie als Alarmglocke bei Fliegeralarm aus.
In den Morgenstunden des 19.1. trifft ein neuer Verwundetentransport in Arnstadt ein.
In der Nacht vom 26. zum 27.1. ist von 22.00 bis 22.45 Uhr wieder Fliegeralarm.
Der bisher kälteste Tag in diesem Winter ist der 27.1. mit -29 Grad C. in der Nacht.
Die Wilde Weiße führt am 18.3. Hochwasser. Ein Junge fällt in den reißenden Strom, kann aber von dem Metallwarenfabrikanten Arthur Hillmann, Gothaer Straße 3a, unter Mithilfe durch den Werkzeugmacher Hans Knabe, Goethestraße 42, vor dem Ertrinken gerettet werden. Die beiden Lebensretter erhalten dafür „vom Führer eine Geldbelohnung“.
In der Nacht vom 26. zum 27.4. treffen wieder neue Verwundete in Arnstadt ein.
Ein weiterer Lazarettzug mit Verwundeten trifft am Donnerstag, dem 6.8., in Arnstadt ein.
Seit September dürfen Krafträder (zunächst versuchsweise) ohne das vorgeschriebene vordere
Kennzeichen auf öffentlichen Straßen verkehren.
In der Nacht vom 27. zum 28.8. ist nach langer Zeit wieder einmal Fliegeralarm (von 0.15 bis 1.30
Uhr).
Oberleutnant Heinz Frank ist der erste Arnstädter, der (am 4.9.) das Ritterkreuz verliehen bekommt. Er ist Staffelkapitän bei der Fliegertruppe und hat 705 Feindflüge hinter sich.
Am 15.9. kommen 500 Kölner Frauen und Kinder mit einem Sonderzug in Arnstadt an.
Am 2.10. trifft ein Transport verwundeter Soldaten in Arnstadt ein.
650 Frauen und Kinder aus Düsseldorf treffen am 27.10. mit einem Sonderzug in Arnstadt ein.

1943
Der bisherige Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und Chef der Seekriegsleitung Großadmiral Raeder wird mit Wirkung vom 30.1. auf eigenem Wunsch aus gesundheitlichen Gründen von seinen Pflichten entbunden. Sein Nachfolger wird der bisherige Führer der U-Bootwaffe, Großadmiral Dönitz, der die Führung des U-Bootkrieges trotzdem weiterhin behält.
Die in und bei Stalingrad eingekesselten deutschen Truppen kapitulieren am 31.1. und 2.2.
Von nun an (bis zum Kriegsende) ist fast jeden Tag Fliegeralarm, manchmal sogar mehrmals am
Tage und in der Nacht.
Der Stabschef der SA, Viktor Lutze, wird am 1.5. bei einem Kraftwagenunfall auf einer Dienstreise in der Nähe von Potsdam schwer verletzt. Einen Tag später erliegt er seinen Verletzungen.
In der Nacht vom 13. zum 14.5., von 0.15 bis 3.30 Uhr ist (wie fast jeden Tag und jede Nacht) Fliegeralarm.
Es werden ca. 60 – 80 Brandbomben geworfen. Es brennt in der Erfurter Straße, in der Weiße
und in der Badergasse.
Am 27.5. fliegen um 9.00 Uhr zehn englische Flugzeuge ganz tief über die Stadt.
Viele Bombengeschädigte treffen am 30.7. mit Sonderzügen in Arnstadt ein.
Nach Anordnung des Oberkommandos des Heeres wird ab Ende Juli in der Offizierslaufbahn der
Dienstgrad „Oberfähnrich“ eingeführt.
Ein neuer Verwundetentransport trifft am 2.8. in Arnstadt ein.
Dem Rittmeister d. Res. Werner Hoßfeld wird im Herbst 1943 das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. „Das Deutsche Kreuz in Gold verliehen“
Mit Wirkung vom 9.11. wird Wilhelm Schepmann (* 17.6.1894) von Hitler zum Stabschef der SA ernannt.

1944
Ab Januar 1944 kommt als Neuregelung bei Fliegeralarm das Signal „Vorentwarnung“ hinzu, welches genau wie „Öffentliche Luftwarnung“ (dreimal hoher Dauerton in einer Minute) ertönt. Dieses Signal bedeutet nach „Fliegeralarm“, daß sich die Masse der Feindflugzeuge im Abflug befindet, aber noch einzelne Flugzeuge über dem Ort sind. Bei „Vorentwarnung“ am Tage geht das Verkehrs- und Wirtschaftsleben sofort wieder weiter. Wenn dann alle Feindflugzeuge abgeflogen sind, wird „Entwarnung“ gegeben.
Am 15.1. werden in Deutschland erstmals Postleitzahlen eingeführt. Die Einteilung Deutschlands
erfolgt in 24 Postleitzahlgebiete. Arnstadt gehört zum Gau Thüringen (die Hauptstadt ist Weimar) mit der Leitzahl 15.
Zwei in Arnstadt beschäftigte Lehrlinge benutzen am 25.1. unerlaubt einen Lieferwagen. An dem unbewachten Bahnübergang Bierweg – Gerabrücke kommt es zu einem Zusammenstoß mit der Kleinbahn, wobei der Lieferwagen total zertrümmert wird. Die unverantwortlichen Schwarzfahrer müssen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Im Jonastal wird das Außenlager „S III“ des KZ Buchenwald angelegt. Es soll ein Führerhauptquartier errichtet werden. Das Gebiet zwischen Ohrdruf, Crawinkel und Arnstadt führt den Decknamen „Olga“.
Wie fast jeden Tag ist auch am Freitag, dem 21.1., gegen 22.30 bis 0.30 Uhr, Fliegeralarm. Schwere weiter entfernt liegende Einschläge sind zu hören, Erschütterungen wahrnehmbar.
Am 9.2. sind gegen 21.00 Uhr starke Detonationen zu hören. Aber wo?
Am 24.2. von 12.45 bis 14.10 und von 23.15 bis 0.10 ist Fliegeralarm. Es tobt eine Luftschlacht über Arnstadt und Gotha. 6 Tote sind in Roda zu beklagen. Es gibt Flugzeugabstürze in Ruhla, Ettischleben und Oberhof.
Fliegeralarm ist am 24.3. von 21.45 bis 0.15 Uhr. Es ist taghell. Man kann sehen, wie 2 Flugzeuge abstürzen.
In der Nacht vom 13. zum 14.4. wird die Sommerzeit wieder eingeführt.
Fliegeralarm wird am 28.5. insgesamt 3 mal ausgelöst. Im Kreisgebiet fallen Bomben, davon 14 auf Gehren.
Mit der Landung am 6.6. in Nordfrankreich eröffnen die westlichen Alliierten in Europa die zweite
Front.
Fliegeralarm ist am 20.7. von 9.30 bis 11.30 Uhr. In Erfurt fallen viele Bomben. Es gibt 276 Tote, auch Arnstädter sind darunter.
Mit Wirkung vom 24.7. wird der „deutsche Gruß“ auch in der Wehrmacht eingeführt. Der Hitlergruß tritt an die Stelle der Ehrenbezeigung durch Anlegen der rechten Hand an die Kopfbedeckung.
Fliegeralarm ist am 27.7. von 9.00 bis 11.00 Uhr. Man kann 2 Flugabstürze beobachten (deutsche).
Am 28.7., während des Fliegeralarms von 9.15 bis 11.45 Uhr, stürzt ein feindliches Flugzeug bei Behringen ab. Der Pilot wird in Kettmannshausen gefangen.
Mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz wird im August Oberfeldwebel (der Luftwaffe) Wilhelm Gänsler aus Oberndorf (* 22.5.1919) ausgezeichnet.
Am 18.8. wird Ernst Thälmann, der Führer der Kommunistischen Partei, nach 11½ Jahren Zuchthausqual, im KZ Buchenwald ermordet.
Mit Wirkung vom 1.9. erfolgen Anordnungen von Maßnahmen zur Führung des „totalen Krieges“.
Fliegeralarm ist am 11.9. von 10.30 bis 24.00 Uhr !! Geflogen werden Angriffe auf Ilmenau, Gossel und Crawinkel. Ein Absturz geschieht bei Liebenstein; 8 Bomben fallen bei Rudisleben.
Fliegeralarm ist am 27.9. von 10.30 bis 12.15 Uhr. Ein Flugzeug stürzt auf das Bahnwärterhaus
hinterm Maschinenschuppen. Es gibt 2 Tote!
Hitler erläßt am 19.10. den Befehl zur Bildung des Volkssturms. Danach werden alle Männer von 16 bis 60 Jahren, soweit sie dafür geeignet erscheinen, zu den Waffen gerufen.
An der Ostfront, die bereits auf Ostpreußischem Gebiet verläuft, kommen am Freitag, dem 20.10., die ersten Volkssturmbataillone zum Einsatz. Sie sollen die Russen aufhalten.
Am 21.10. findet um 12.30 Uhr eine Kundgebung auf dem Marktplatz statt.
Fliegeralarm ist am 1.11. von 14.30 bis 15.15 Uhr. Tiefflieger über Arnstadt nehmen die Stadt unter MG-Beschuß. Es gibt einen Toten und 4 Verletzte.
Während des Fliegeralarms am 9.11., von 20.15 bis 21.00 Uhr; sind Detonationen aus Richtung
Ohrdruf zu hören, der Luftdruck von den abgeworfenen Bomben ist bis Arnstadt zu spüren.
Am nächsten Tag, dem 10.11., von 11.30 bis 12.45 Uhr und 19.30 bis 21.00 Uhr, ist Fliegeralarm.
Feindliche Flugzeuge führen einen Angriff auf Arnstadt (Erfurter Straße; Polizei-Präsidium) durch.
Arnstädter kommen dabei ums Leben. Ein Anderer wird so schwer verletzt, daß er 4 Tage später
verstirbt.
Während des Fliegeralarms am 11.11. von 7.30 bis 8.30 Uhr; fallen Bomben auf Erfurt.
Am 14.11. werden Bomben auf Arnstadt abgeworfen. Sechs Menschen, darunter zwei Kinder (4 und 2¾ Jahre alt) finden den Tod. Bei dem Fliegeralarm am 15.11. von 19.15 bis 21.00 Uhr sind 3 schwere Detonationen aus Richtung Gotha zu hören. Zwischen 13.10 Uhr und 14.15 werden 29 feindliche Flugzeuge über Arnstadt beobachtet.
Am 30.11.1944 greifen amerikanische Tiefflieger den Personenzug Saalfeld – Arnstadt an. Es gibt eine Tote und mehrere verletzte Frauen.
Im Dezember kommen 6 Menschen bei einem Luftangriff auf Arnstadt ums Leben.

1945
Am Sonntag, dem 28.1., findet auf dem Platz vor dem Theater, anläßlich des 30. Januar (Machtübernahme Hitlers), ein Standortappell des Volkssturmes statt. Es spricht Kreisleiter und Bereichsleiter Wilhelm Mütze.
Am 30.1. geht die „Wilhelm Gustlow“, auf der sich über 6000 Menschen befinden (davon ca. 3000
Kinder) in der Ostsee unter. Nur ca. 500 Menschen überleben. Eine der Geretteten ist die 17-jährige Anni Gorzalka (später verehelichte Gottschalk; wohnte seit 1951 in Arnstadt).
Fliegeralarm ist am 6.2. ab 11.00 Uhr. Um 12.00 Uhr fallen Bomben auf Arnstadt, obwohl der Kriegsausgang längst entschieden ist. Sie zerstören 12 Wohnhäuser, 3 Betriebsgebäude, und hunderte von Wohnen werden teils schwerer oder leichter beschädigt. Insgesamt werden 21 Gebäude (darunter das „Alte Haus“ des Marienstift) total zerstört. 85 Menschen kommen ums Leben. Da einige Menschen noch Tage und Wochen danach ihren Verletzungen erliegen, geht man später von 121 Opfern aus. Die Zahl der Schwer- oder Leichtverletzten ist unbekannt.
Zu den am schwersten betroffenen Stadtgebieten zählt das Bahnhofsviertel.
Der „ausländische Arbeiter“ Jurij Slepecki wird bei diesem Bombenangriff beim Plündern ertappt.
Wenige Tage später richtet ihn die Geheime Staatspolizei hin.
Am 22.2. ist laufend Fliegeralarm:
0.45 bis 1.15; 11.15 bis 13.30; 14.30 bis 15.45; 19.45 bis 20.30; 21.45 bis 22.15
(Vor diesem Alarm fallen schon 2 Bomben auf Arnstadt.)
Ägypten erklärt am 24.2. Deutschland und Japan den Krieg. Als der ägyptische Ministerpräsident
Ahmed Naher nach Verkündung dieses Entschlusses das Podium des Parlamentes verläßt, wird er von 3 Pistolenschüssen zu Boden gestreckt.
Während des Fliegeralarms am 25.2., von 10.00 bis 11.00 Uhr, erfolgt ein Tieffliegerangriff; dicke
Wolken steigen über dem Truppenübungsplatz auf. Hinter Bittstädt werden 6 feindliche Flugzeuge abgeschossen.
Emil Wagners Sohn soll angeblich Anfang März in Erfurt wegen Fahnenflucht erschossen worden
sein. Das stimmt aber nicht. Er überlebt den Krieg!!
Am 24.3. ist fast den ganzen Tag Fliegeralarm. Alarm und Voralarm wechseln sich ab. Die Leute
wissen nicht mehr was los ist. Manche von ihnen suchen die Luftschutzkeller sowieso nicht mehr auf. Entweder haben sie mit dem Leben abgeschlossen oder der Krieg hat sie so abgestumpft, daß er seinen Schrecken verloren hat.
An diesem Sonnabend, dem 24.3., landet gegen 13.45 ein deutscher Fliegerleutnant mit dem Fallschirm auf den Trümmern der Baumannstraße.
Die Front rückt immer näher; die Amerikaner sind auf dem Vormarsch. Ab 27.3. gibt es in unserem Gebiet „Feindalarm“ (5 Minuten Dauerton). Die Alliierten sind schon in Aschaffenburg und Limburg.
Am 30.3. (Karfreitag) sind die Amerikaner schon in Kassel.
Der Fliegeralarm bei uns reißt fast nicht mehr ab.
Das Osterfest fällt auf den 1. und 2.4.
Am 1.4. fallen in der Sodenstraße am Gaswerk Bomben.
Der „Arnstädter Anzeiger“, als Mitteilungsblatt des Kreises Arnstadt der NSDAP, endet mit der Ausgabe vom 2.4.1945.
Die Amerikaner nähern sich der Stadt, ihre Artillerie eröffnet am 4.4. das Feuer auf Arnstadt.
Am 5.4. durchziehen größere Trupps KZ-Häftlinge die Stadt. Der Marsch (in Viererreihen) dauert einen ganzen Tag.
Am 10.4., beschießen die Amerikaner die Stadt, bevor sie mit dem Einmarsch beginnen. Dabei werden zwei Kinder tödlich getroffen.
Nachdem der Nazi-Kreisleiter Mütze geflohen ist, werden die weißen Fahnen gehißt.
Die amerikanischen Truppen besetzen die Stadt.
Die US -Soldaten beginnen damit Haus für Haus zu kontrollieren.
Die Arnstädter dürfen vorerst nur von 7.00 bis 9.00 und von 16.00 bis 18.00 Uhr die Straßen betreten.
Es finden Ausweiskontrollen statt. Alle Waffen, Ferngläser, Radios und Fotoapparate müssen abgegeben werden.
Die befreiten Fremdarbeiter erschießen bei einem Tumult in der Siemenssiedlung den Ingenieur
Mayer. Die herbeieilenden Amerikaner bringen mit MG-Feuer noch weitere 7 Bewohner der Siedlung um.
Ab 24.4. dürfen die Bürger zwischen 7.00 und 18.00 Uhr die Häuser verlassen.
Adolf Hitler, Ehrenbürger Arnstadts (aber auch vieler oder sogar aller deutschen Städte) begeht am 30.4. Selbstmord.
Am 7.5. unterzeichnen Generaloberst Alfred Jodl, Chef des Stabes des OKW, und Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, die bedingungslose Kapitulation Deutschlands. Der Waffenstillstand tritt am 9.5.1945 um 00.01 Uhr in Kraft. Der Krieg ist zu Ende.
Ein Brand im Landratsamt Arnstadt am 19.5. vernichtet viele Akten und Unterlagen.
Seit 24.5. ist die Eisenbahnstrecke Arnstadt – Stadtilm wieder in Betrieb.
Wegen der Knappheit der Lebensmittel wird das System der Lebensmittelkarten auch nach Kriegsende beibehalten.
Die ersten Kriegsgefangenen kommen aus der Sowjetunion zurück. Andere ziehen durch die Stadt, ihrer Heimat zu. Sie werden von der Stadtbevölkerung verpflegt, so gut es eben geht.
Jeder Bürger, der ein Fahrrad besitzt, muß dieses anmelden.
Ein schreckliches Gerücht macht ab dem 7.6. die Runde: „Die Russen werden Thüringen besetzen!“ Die Leute haben große Angst davor. Ein untrügliches Zeichen für den Wahrheitsgehalt dieses Gerüchts ist die Tatsache, daß die Amerikaner in den Betrieben wertvolle Maschinen und Anlagen demontieren und wegschaffen. Die preußischen Landesteile Erfurt, das Eichsfeld, Mühlhausen, Nordhausen, Langensalza, Weißensee, Suhl, Schleusingen und Ziegenrück kommen zum Land Thüringen.
Gemäß den Vereinbarungen der Alliierten verlassen am 2.7. die Amerikaner Arnstadt.
Der Einmarsch der sowjetischen Truppen erfolgt am 2./3.7. Stadtkommandant ist Oberstleutnant
Martemjanow.
Ab 4.7.1945, 0.00 Uhr, ist Arnstadt offiziell Bestandteil der Sowjetischen Besatzungszone. Auf dem Rathaus weht die rote Fahne. Chef der Verwaltung der Sowjet-Militäradministration des Landes Thüringen wird Garde-Generalmajor Kolesnitschenko.
Jeden Tag passieren sowjetische Truppenteile Arnstadt. Es handelt sich vor allem um Wagen mit
Pferden. Sie führen auch beschlagnahmte Kühe mit. Ausschreitungen und Vergewaltigungen kommen vor. Präsident des Landes Thüringen nach der Übernahme durch die Sowjets wird Dr. Rudolf Paul aus Gera.
Die erste Tageszeitung erscheint wieder am 13.7. Es ist die „Thüringer Volkszeitung“, als Organ der Kommunistischen Partei Thüringen.
Am 15.7., zwei Wochen nach Einmarsch der sowjetischen Truppen, öffnen die Merkur-Lichtspiele
wieder ihre Pforten.
Am 3.8. werden alle städtischen Beamten, die der NSDAP angehört hatten, ausnahmslos entlassen.
Die U.S.A. werfen am 6.8. die erste Atombombe auf Hiroshima.
Am 8.8. erklärt die Sowjetunion Japan den Krieg.
Die zweite Atombombe fällt am 9.8. auf Nagasaki. Japan kapituliert daraufhin.
Am 10.8. findet in Arnstadt eine große Razzia nach ehemaligen Mitgliedern der NSDAP statt.
Es kommen wieder ehemalige Soldaten aus sowjetischer Gefangenschaft zurück.
Mehr und mehr ziehen hier Menschen durch, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden:
_ Sudetendeutsche, Ostpreußen, Pommern, Schlesier. Sie berichten über schreckliche Erlebnisse. Es geschehen viele Selbstmorde, ganze Familien gehen gemeinsam in den Tod.
Am 15.8. ist wieder Razzia. An jeder Straßenecke stehen sowjetische Soldaten und kontrollieren die Ausweise. Wer keinen dabei hat, wird sofort festgenommen. Viele ehemalige Nazis werden verhaftet.
Seit 28.8. arbeitet die Post wieder, allerdings werden nur Briefe angenommen, die innerhalb der
sowjetischen Besatzungszone zuzustellen sind.
Die Angst in der Bevölkerung vor den „Russen“ läßt allmählich nach.
Die Japanische bedingungslose Kapitulation wird am 1.9. an Bord des U.S.A. – Schlachtschiffes
„Missouri“ vom japanischen Ministerpräsidenten unterzeichnet. Damit ist der II. Weltkrieg zu Ende.
Am 1.9. veranstaltet die GPU in Arnstadt wieder eine Verhaftungswelle. Wieder werden alle ehemaligen NSDAP-Mitglieder festgenommen, diesmal außerdem auch alle ehemaligen Offiziere und Unteroffiziere vom Dienstgrad Feldwebel aufwärts.
Die Verhaftungen werden am 5.9. fortgesetzt.
Es treffen immer mehr ehemalige deutsche Soldaten aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft hier ein. Sie sind alle krank und schrecklich unterernährt.
In der am Montag, dem 10.9., stattfindenden Sitzung der Landesverwaltung Thüringen wird das Gesetz über die Bodenreform beschlossen.
Entschädigungslos enteignet werden alle Großgrundbesitzer mit mehr als 100 ha Betriebsfläche sowie alle Kriegsverbrecher und Faschisten, unabhängig von der Größe ihrer Wirtschaft. Die so entstehenden Neubauern-Betriebe erhalten eine Bodenzuteilung von 8 bis 10 ha.
Der Besitzer des Spielwarengeschäftes in der Erfurter Straße 18, Otto Schönfeld, wird am 20. oder 21.9. verhaftet, weil er kleine Hilterfiguren zum Verkauf anbietet.
Neuerdings erfolgt der Einzug aller Telefonapparate.
Am 25.9., um 1.00 Uhr in der Nacht, wird der frühere Kreisleiter von Arnstadt, Wilhelm Mütze, der
kurz vor Einmarsch der Amerikaner verschwand, verhaftet.
An allen Schulen der sowjetischen Besatzungszone beginnt am 1.10. (in Arnstadt erst am 3.10.) der Schulunterricht, der seit April unterbrochen ist. Viele Lehrer dürfen wegen ihrer NS-Vergangenheit nicht mehr unterrichten.
Mit Stichtag vom 1.10. gibt es in Arnstadt 1158 arbeitssuchende Männer und 1147 arbeitssuchende Frauen. Wie in ganz Deutschland, so auch in Arnstadt, müssen die Bürger mehr zusammenrücken, um Platz für die vielen Umsiedler zu machen, die aus Ostpreußen und anderen Ostdeutschen Gebieten vertrieben werden.
Der Prozeß in Nürnberg gegen die Hauptkriegsverbrecher beginnt am 20.11.
Das Städtische Bad wird am 28.11. wiedereröffnet.
Der erste Markt in Arnstadt nach dem Kriege findet am 15.12. auf dem Wollmarktsplatz statt. Am 27.12. bekommen alle ehemaligen Nazis eine Liste, in der sie ihr Vermögen (Nazivermögen) auflisten müssen. Sie befürchten nun, daß ihnen das alles genommen wird.

Quelle: Arnstadt Chronik Teil 1