Bald hallt Muhen durch die „Muna“ – vom 18.05.2004

Thüringer Landeszeitung vom 18.05.2004

Crawinkel. (tlz/via) „Guck mal, da läuft ´ne Kuh mitten durch den Wald!“ Auf solche ungewöhnlichen Ausrufe hofft künftig die Agrar GmbH Crawinkel im Gebiet „Muna“ zwischen Ohrdruf und Crawinkel. Per Pilotprojekt zur Hutewaldnutzung sollen auf einer Fläche von etwa 200 Hektar bald Rinder und Pferde in den Tag hinein leben – und Touristen anziehen.

Heinz Bley, Geschäftsführer der Agrar GmbH Crawinkel, stellte das Vorhaben am gestrigen Montag im Landratsamt vor. In Zusammenarbeit mit anderen lokalen Akteuren, den Kommunen, dem Naturschutz und der Forstwirtschaft soll das Gebiet gestaltet und das Projekt in die Realität umgesetzt werden. Mit einer extensiven Beweidung sowie behutsamen Pflegeeingriffen soll das Vorhaben „Weidelandschaft Muna“ eine Optimierung zwischen den Ansprüchen Licht und Wärme liebender Tier- und Pflanzenarten des so genannten Hutewaldes und die Erhaltung und Nutzung des Waldes erreicht werden, führte Bley aus. Aufgrund der Flächenausstattung von derzeit etwa 60 Prozent Wald und 40 Prozent Offenland biete die Muna hervorragende Ausgangsbedingungen, die den Weidetieren eine artgerechte Lebensweise ermögliche, ohne den Wald gravierend zu schädigen.

Vor zwei Jahren sei die Idee zum Projekt entstanden, so Bley weiter. „Wir wollten aus Problemen eine Chance machen“, erklärte er. Mit dem Projekt sei garantiert, dass niemand entlassen werden muss und dass weiter ausgebildet werden kann.

Neben Spaziergängen auf freigegebenen Wanderwegen will die Agrar GmbH auch Kutschfahrten durch das Gebiet anbieten. „Zwei Kremser haben wir schon gekauft“, machte Bley klar, dass er nicht im Geringsten am Erfolg des thüringenweit einmaligen Projekts zweifelt.

Ähnliches gibt es schon in Solling. Hier wollen sich die Initiatoren noch weitere Anregungen holen. Damit am Ende der Tourismus in diesem Gebiet nicht weiter brach liegt und das „Muh“ ungehört durch den Wald hallt.

17.05.2004