Förderung: Untersuchung im Jonastal fortgesetzt – vom 30.07.2004

Thüringer Allgemeine – Lokalteil Arnstadt am 30.07.

Förderung: Untersuchung im Jonastal fortgesetzt

ILM-KREIS (mk). Die wissenschaftlichen Untersuchungen über die Rotflügelige Ödlandschrecke und Rotflügelige Schnarrschrecke am „Kleinen Bienstein“ im Jonastal, die bereits seit einigen Jahren laufen, werden durch das Büro Umweltbiologische Studien Dr. Thomas Meineke fortgesetzt. Gestern startete diese Monitoringuntersuchung erneut für das Jahr 2004 und dauert etwa bis September, wie Andreas Thiele von der Unteren Naturschutzbehörde des Ilm-Kreises auf TA-Anfrage reagierte. Erfreulich sei auch, dass die Förderung für dieses Projekt für die nächsten fünf Jahre vom Land Thüringen bestätigt worden wäre. 70 Prozent der Förderung übernehme der Freistaat, der Ilm-Kreis unterstütze diese Monitoringuntersuchung mit 30 Prozent der nötigen Finanzmittel. Um zu überprüfen, ob sich der positive Trend der Populationsentwicklung dieser seltenen Heuschreckenart fortgesetzt habe, hatte die Untere Naturschutzbehörde im vergangenen Jahr den Auftrag erteilt zur Bestandsgrößenermittlung mittels Fang und Markierung. Zusätzlich sollte der zirka 350 Meter entfernte „Große Bienstein“ auf eine Besiedlung mit der Rotflügeligen Heuschrecke untersucht werden. Insgesamt wurden 625 Tiere individuell markiert und über den Zeitraum von Juli bis September die Wanderstrecken durch Wiederfang erfasst. Der seit Jahren bestehende positive Bestandstrend bei diesen besonderen Heuschreckenarten halte nach Ansicht der Unteren Naturschutzbehörde weiter an, denn die Kontrollen am „Großen Bienstein“ hätten zum Nachweis von sechs Rotflügeligen Ödlandschrecken geführt. Dadurch konnte „eine Ausbreitungstendenz“, so die Fachleute, „in Richtung des ´Großen Biensteins´ nachgewiesen werden.“ Für das Überleben der Jonastalpopulation sei dies eine sehr wichtige Voraussetzung. Beide Tierarten bevorzugen vorwiegend trockenwarme, felsige oder steinige Standorte. Die Rotflügelige Schnarrschrecke ist in einigen Gebieten Deutschlands bereits ausgestorben. Sie zählt mit zu den gefährdeten Tierarten und steht unter strengem Naturschutz. Die Männchen dieser seltenen Insektenart können während des Fluges einen lauten Schnarrton von sich geben, damit sollen vor allem auch die Weibchen mit angelockt werden.

29.07.2004