Quelle: Zeitzeugen vom 25.11.2002

Adolf Bernd Freier
(Kurzinformation: Angeblich Ingenieur für Bauwesen, soll verantwortlich für die Stollenarbeiten im Jonastal gewesen sein und arbeitete nach der dokumentierten Aussage unter SS Obergruppenführer Dr. Ing. Hans Kammler)

“ … Eigentlich war die A-Waffe als solche bereits am 2. Juli 1944 fertig. Jedoch waren sich die beiden Wissenschaftsgruppen von Berlin aus uneinig, wer den Forschungssieg trägt und was der Führer dazu sagt. Aus diesem Grund wurde auch in Stadtilm das Forschungs- und Messlabor eingerichtet, welches Diebner führte. Seine eigentliche Versuchsfabrik war jedoch im Objekt ‚Burg‘ – dabei ließ er dort viele andere arbeiten, nur bei speziellen Versuchen war er da. Vor manchen Versuchen war die Sicherheit für uns Deutsche und manchmal auch für einige japanische Gäste sehr hoch. Die Anlage wurde danach bis zu zwei Wochen von den Häftlingen gewaschen. War die Strahlungsgrenze im Labor mit 50 Röntgen begrenzt, so war sie im Objekt (Bereich A-Anlage) 60. In der Anlage war die Strahlung so hoch, dass diese nicht mehr von den Häftlingen gemessen werden konnte. Viele Häftlinge starben an Dünnblut und Glasknochenschwäche (sie wurden von besonderen Ärzten behandelt; ob es Ärzte waren, ich möchte heute nein sagen). Auch zwei Wissenschaftler, Breklein und Schulz, falls die Namen in meinem Gedächtnis richtig sind, waren verstrahlt. Sie waren bei einem Versuch nicht rechtzeitig aus der Anlage gekommen. Dabei wurden zwei Behälter mit dem Sprengstoff gefüllt. Der kleine Behälter wurde am 4. März 1945, als so genannte „Kleine A-Waffe“ mit 100 g an einem 6 m hohen Gerüst gezündet. Es war ein Sekundenblitz mit einer einmaligen Wolke. Die Häftlinge im Umkreis von 500 – 600 m waren alle gestorben, ebenso vier von unseren Leuten. Im Umkreis gab es zahlreiche Häftlinge mit Verbrennungen. Dabei musste man bedenken, dass die zweite Waffe ca. 8.000 g hatte …“

(aus: Edgar Mayer, Thomas Mehner/ Das Geheimnis der deutschen Atombombe/ 2001/ Seite: 245)

kps 01.05.2004: Es ist allerdings fraglich, ob ein Mann all die beschriebenen Kompetenzen und Verantwortungen innerhalb der Bauorganisation inne hatte, wie es aus der gesamten Aussage hervor geht. Weiterhin gibt es derzeit keinen Nachweis über die Existens bzw. den Aufenthalt eines Mannes mit diesem Namen zur angegebene Zeit an den angegebenen Orten. Vielmehr werden Gerüchte und Vermutungen lauter, dass auch diese Aussage (wie evtl. die vom s.g. Herrn Rittermann) aus der Neuzeit der Jonastalforschung und einem bisher unbekannten Autor stammen. Das er der Forschung damit keinen Dienst erweist, ist klar. Welchen Zweck er verfolgt, darüber kann ebenfalls nur spekuliert werden, falls die genannten Aussagen gefälscht sein sollten.